Ich bin viele Male gestorben.

Gedicht

von  Drita

Der erste Tod … als meine Lippen noch „Freiheit“ murmelten.
Der zweite … als ich mir wünschte, nach Erde zu riechen – und doch weiterlebte.
Der dritte … als ich dem Mörder mit Spott begegnete und er mich dennoch nicht vollendete.
Der vierte … ein Jahrhundert, das sich selbst vergisst.
Der fünfte … als das Lamm meiner Seele verstummte.
Der sechste … als selbst der Blick der Schlange vor dem menschlichen Spiegel zurückwich.
Der siebte … als das Kind in mir nicht mehr weinte.
Der achte … im Namen des Heiligen – und doch blieb mein Leben als Pfand zurück.
Der neunte … als meine Welt in Dunkel fiel.
Der zehnte … wenn kein Moment mehr mir gehört, wenn sich alles wiederholt und die Welt flach wird, ohne Tiefe, ohne Kreis.

Meine Geburt an jenem Frühlingsmorgen war eine Festung.



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