Ich bin viele Male gestorben.

Gedicht

von  Drita

Der erste Tod … als meine Lippen noch „Freiheit“ murmelten.
Der zweite … als ich mir wünschte, nach Erde zu riechen – und doch weiterlebte.
Der dritte … als ich dem Mörder mit Spott begegnete und er mich dennoch nicht vollendete.
Der vierte … ein Jahrhundert, das sich selbst vergisst.
Der fünfte … als das Lamm meiner Seele verstummte.
Der sechste … als selbst der Blick der Schlange vor dem menschlichen Spiegel zurückwich.
Der siebte … als das Kind in mir nicht mehr weinte.
Der achte … im Namen des Heiligen – und doch blieb mein Leben als Pfand zurück.
Der neunte … als meine Welt in Dunkel fiel.
Der zehnte … wenn kein Moment mehr mir gehört, wenn sich alles wiederholt und die Welt flach wird, ohne Tiefe, ohne Kreis.

Meine Geburt an jenem Frühlingsmorgen war eine Festung.



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Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (08.07.26, 18:59)
Liebe Drita,
wer sagt, "Ich bin viele Male gestorben", der sagt noch viel mehr.

Nicht nur, dass er noch lebt, sondern auch, dass er den Schmerzen und den Enttäuschungen, den Lügen und der Dummheit, die die Welt bereit hält, mutig entgegen getreten ist.
Weil er weiß, das Leben ist ein wunderbares Geschenk, für das zu kämpfen lohnt!

Ich wünsche dir noch viele Siege.
Herzliche Grüße
TT
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