Atemmedaillons

Gedicht

von  Drita


Eines Tages

verstummte das Lied.


Klage.

Schrei.


Die Medaillons des Atems
gaben sich
dem Gewesenen hin.


Keiner sah es.


Keiner
hörte.


Wie viel Gesang
durch mich ging.


Wie viel Weinen.

Wie viel Schrei.


Der Himmel
hat die Müdigkeit gelernt.


Alles
fiel
in Schlaf.


Geblieben:

ein kalter Stern.


Bücher,

übervoll
von Zeichen.


In einer Schublade

atmet
das Ungesagte.



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (17.07.26, 10:26)
Hallo Drita,
nichts schult Sprache so sehr wie das Leid. Um es auszudrücken, wird alles Überflüssige gestrichen.

Liebe Grüß
Ekkie

 AnneSeltmann (19.07.26, 10:51)
Hallo Drita!

Das ist ein stilles Gedicht voller eindringlicher Bilder. Dein Gedicht  ist reduziert und zugleich bildstark, sodass sich die Bedeutung nicht aufdrängt, sondern nach und nach entfaltet. Ein Text, der Raum für eigene Gedanken lässt.

Liebe Grüße

Anne

 HannaScotti (31.07.26, 14:46)
"Medaillon"
ein eigenwilliges Wort, 
Etwas Edles, etwas Lobendes.
Und doch  folge ich deinen Worten und werde traurig, so, irgendwie "auf ewig" traurig, nie wird es anders werden...
LG Hanna

Kommentar geändert am 31.07.2026 um 14:49 Uhr

 EVdR (08.08.26, 13:45)
Hallo Drita,

Beschreibung einer Blockade oder Krise?

Jedenfalls eine Stimme die gehört werden will,
nicht schweigen.
Und wenn es nur die Schublade erfährt.

Atempause?
Warten? 
Veränderung?
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