Untergetaucht

Gedicht zum Thema Maske

von  Saira

Du hüllst die Spur in neue Namen
und hoffst, dass sie im Wind verweht.
Du lenkst den Schritt auf andre Bahnen,
doch manches bleibt, wohin man geht.

 

Du leihst dem Wort ein fremdes Kleid
und suchst sein Wesen zu verhüllen.
Doch selbst im Schutz der Dunkelheit
vermag der Ton den Raum zu füllen.

 

Die Handschrift folgt dem eignen Gang,
in Zwischenräumen, kaum vernommen;
sie wahrt darin den alten Klang
und wird sich selber nie entkommen.

 

Ein Ton kehrt aus der Ferne wieder,
vertraut, obgleich sein Ursprung schweigt.
Er klingt in unbekannten Liedern
und bleibt sich treu, wo er sich zeigt.

 

Ich werde keine Maske heben,
kein Dunkel zerren an das Licht.
Wer unerkannt vermeint zu leben,
den rufe ich beim Namen nicht.

 

Und wer aus wohlgewählter Ferne
beharrlich meine Wege misst,
mag wähnen, dass ich nichts erkenne –
und wissen, dass dem nicht so ist.

 

Die Wahrheit braucht nicht meine Hände,
nicht meinen Zorn, nicht meinen Streit.
Manch Maskenspiel erreicht sein Ende
durch seine eigne Ähnlichkeit.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (30.08.26, 10:30)
Hallo Sigi,
dein Gedicht verdeutlicht, dass eitle und einfältige Maskenspiele sich selbst entlarven.

Liebe Grüße
Ekki
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