Sog

Gedicht zum Thema Sucht

von  Saira

Schreie zerreißen die Nacht
Dunkelheit verliert ihre Haut
dumpfe Schläge in den Wänden
ein Rhythmus aus Sog und Wiederkehr

 

Ein Nachhall ohne Empfindung
eine starre Gegenbewegung im Innern
die den äußeren Takt nur noch
mechanisch fortsetzt

 

Der Klang treibt vorwärts
durch Körper ohne Halt
Bewegung ohne Richtung

 

Hass und Zorn am Rand
schreiten weiter
Furcht ohne Ausweg

 

Es hält fest
was sich selbst nicht mehr trägt

 

Haut wird fremd im eigenen Leben
liegt schwer auf Stein und Mauer
eingeschrieben in das, was bleibt

 

Der Körperraum füllt sich mit Hitze
mit falscher Nähe
mit einem Versprechen ohne Bestand

 

Alles wird enger
alles wird kleiner
bis nur noch dieser Kreis bleibt

 

Am Morgen liegt Kälte im Gras
die Nacht hängt noch in den Halmen
still und unbewegt

 

Tränen versinken im Stein
in Namen ohne Antwort

 

Wieder derselbe Kreis
dieselbe Bewegung
dieselbe Richtung ohne Ziel

 

kein Bruch entsteht
nur Fortsetzung

 

Der Sog bleibt
in jedem Schritt
in jedem Atemzug

 

Schreie ohne Ende

 

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




Anmerkung von Saira:

„Für dich, du Liebe, im leisen Gegenlicht der Bewegung“

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (21.06.26, 10:44)
Hallo Sigi,

du hast die Wehrlosigkeit gegenüber der Heimsuchung durch Sucht eindringlich ins Bild gesetzt.

Liebe Grüße
Ekki
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