Schreie zerreißen die Nacht
Dunkelheit verliert ihre Haut
dumpfe Schläge in den Wänden
ein Rhythmus aus Sog und Wiederkehr
Ein Nachhall ohne Empfindung
eine starre Gegenbewegung im Innern
die den äußeren Takt nur noch
mechanisch fortsetzt
Der Klang treibt vorwärts
durch Körper ohne Halt
Bewegung ohne Richtung
Hass und Zorn am Rand
schreiten weiter
Furcht ohne Ausweg
Es hält fest
was sich selbst nicht mehr trägt
Haut wird fremd im eigenen Leben
liegt schwer auf Stein und Mauer
eingeschrieben in das, was bleibt
Der Körperraum füllt sich mit Hitze
mit falscher Nähe
mit einem Versprechen ohne Bestand
Alles wird enger
alles wird kleiner
bis nur noch dieser Kreis bleibt
Am Morgen liegt Kälte im Gras
die Nacht hängt noch in den Halmen
still und unbewegt
Tränen versinken im Stein
in Namen ohne Antwort
Wieder derselbe Kreis
dieselbe Bewegung
dieselbe Richtung ohne Ziel
kein Bruch entsteht
nur Fortsetzung
Der Sog bleibt
in jedem Schritt
in jedem Atemzug
Schreie ohne Ende
©Sigrun Al-Badri/ 2026