Dann
kommt das Meer.
Es hat keine Eile.
Und trotzdem ist es immer pünktlich.
Der Sand führt kein Archiv.
Er bewahrt nur Fußspuren.
Nicht besonders lange.
Wilma
hat ihren Platz gefunden.
Sonne,
ein bisschen Schatten.
Keine Termine.
Sie beobachtet mich.
Offenbar hat sie Fragen.
Warum Menschen
Laptops
mit in den Urlaub nehmen.
Zum Beispiel.
Ich tue,
als hätte ich sie nicht verstanden.
Sie ebenfalls.
Sie
verzichtet
auf eine Diskussion.
Das Handy vibriert.
Es übt.
Ich fördere
diesen Ehrgeiz
nicht.
Eine Möwe landet neben mir.
Sie betrachtet mein Brötchen.
Mit Besitzansprüchen.
Ich betrachte ihr Selbstbewusstsein.
Mit Respekt.
Wilma öffnet ein Auge.
Schließt es wieder.
Die Angelegenheit ist erledigt.
Ich lerne:
Nicht jedes Problem verdient Aufmerksamkeit.
Manche
verdienen
eine Möwe.
Am Nachmittag
passiert
praktisch nichts.
Eine erstaunlich unterschätzte
Beschäftigung.
Die Sonne zieht weiter.
Das Meer macht Überstunden.
Niemand erfasst sie.
Ich dagegen
höre auf,
alles zu zählen.
Keine Mails.
Keine To-do-Liste.
Nur Wellen.
Kaffee.
Und Wilma.
arbeitet heute
an
gar nichts.
Man sieht,
sie ist
Profi.
Ich
übe
noch.
©Sigrun Al-Badri/ 2026
Wilma Al-Badri