Die Buche steht da,
so stark und still, mit Eigenschaften,
wie ich sie will.
Was für ein Vorbild
in voller Pracht,
schön wie eine
sternenklare Nacht.
Dort frage ich sie,
als könnte sie Antworten geben: „Ist das nicht ein trostloses, langweiliges Leben?
Jahrhunderte lang an einem Fleck zu stehen,
nichts weiter von der Welt zu sehen?“
Erstaunt vernehme ich ihre Antwort,
klar und tief in mir:
„Erdenkind, was denkst du dir?
Sieh dich doch einmal wirklich um,
glaubst du, hier sei alles stumm?
Monoton? Ein immergleiches Spiel?
Nur weil du so wenig erkennst,
so eilig urteilst und durchs Leben rennst?
Halte ein! Schau genauer hin, vielleicht erkennst du dann des Lebens Sinn.
Den Wandel der Zeit,
das Werden und Vergehen,
das wahre Hören, Sehen und Verstehen.
Jedes Blatt, jedes Tier,
jede Blüte im Wind - trägt seine eigene Schwingung, sein Lied, sein Kind.
Unter mir da pulst das Leben, alles vernetzt, verbunden auf unzähligen Wegen.
Wunder um Wunder geschehen um mich herum.
Manchmal erscheint mir der Mensch recht dumm.
Er sucht stets anderswo,
als dort, wo er gerade ist,
weiß oft nicht einmal, wonach er sucht, was ihn innerlich zerfrisst.
Es treibt ihn rastlos
von A nach B, sein Geist ist unruhig, sein Herz tut weh.
Würdet ihr doch endlich erkennen: Alles ist zum Greifen nah!
Die Liebe. Das Lachen. Das große Erwachen.
In dir.
Dort, wo es schon immer war.“
©M.Brandt