Es ist Winter in mir

Bild zum Thema Innenwelt

von  Liadane

Eiskalte Tränen verbrennen mein Gesicht,
heisse Wut lässt mein Herz erfrieren.
Das Sonnenlicht bricht sich in den Eiskristallen,
die meine Gedanken umhüllen,
zu schwach, um mir wieder den Frühling einzuflössen.

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Kommentare zu diesem Text

yodafan (47)
(24.06.09)
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 Liadane meinte dazu am 24.06.09:
Danke,
schön, daß es dir gefällt,
glg, Liadane

 MagunSimurgh (24.06.09)
Ich muss gestehen, ich bin ein Freund von minimalistischer Lyrik. Vielstrophige Gedichte schrecken mich sehr ab. (Wohl deshalb habe ich nie so richtig einen Draht zu Schiller und Goethe gefunden, mit wenigen Ausnahmen - die Bürgschaft, Prometheus, und wenige mehr.)

Diese minimalistische Innenweltmetapher finde ich insofern graziös. Die Oxymora und Antithesen wirken sehr elegant und flüssig und offenbaren sich erst im mehrfachen Lesen - ähnlich wie das Unterbewusstsein, das seine Motive für den Einzelnen auch meist nur durch intensives Selbststudium offenbart.

Gut, das da.

Liebe Grüße.

 Liadane antwortete darauf am 25.06.09:
Vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar,
auch ich lese lieber die kurzen Gedichte, schaffe es aber selbst nur selten
mich beim schreiben kurz zu halten. Um so mehr freut es mich,
wenn es mir mal halbwegs gelingt etwas kurz und knapp auszudrücken.
Schön, daß es dir gefällt,
glg, Liadane

 sundown (24.06.09)
Hallo i
Liadane..gerade diese Gegensetzlichkeiten machen den Text zu dem was es ist..ein Gedicht..im wahrsten Sinne.
Minimallyrik mit großer Wirkung auf mich als Leser.
Lg sundown

 Liadane schrieb daraufhin am 25.06.09:
Das freut mich sehr, danke :)
glg, Liadane

 Lala (24.06.09)
Hallo Liadne,

entschuldige, dass ich meinen Vorrednern widersprechen muss. Die ersten beiden Zeilen sind sehr schwach. Warum?

Wenn es eiskalt im Gesicht brennt, dann läuft es mir heißkalt den Rücken runter. Das brennende Eis im Herzen, im Gesicht, der Brust, der Seele, der Gefühle, das kannst Du gerne benutzen, aber dann muss der Kontext stärker sein.
Heißkalt? Klar, das ist spannend, weil Spannung zwischen den Polen herscht, kennt irgendwie jeder und genau darum benutzt es jeder so gerne und versemmelt es auch so oft.

Die eiskalten Tränchen die hier die Bäckchen runterrollern, die amüsieren mich eher, als dass sie mich gefangen nehmen.
Richtig blöd ist dann die zweite Zeile: Heißes läßt erfrieren. Das hatten wir doch schon in Zeile eins, oder? Das steht doch da genauso? Wie lang ist das Gedicht? Fünf Zeilen und schon die ersten Beiden doppeln sich? Schlecht. Nervig. Zu sehr auf einen alten Effekt setzend. Das ist wie der „Zaubertrick“ mit dem abgeschnittenen Daumen. Damit lockst Du keinen mehr und wenn Du ihn ganz ernsthaft und mit Pathos wiederholst erntest Du bestenfalls betretenes Schweigen.

Dann kommt in der dritten Zeile wieder das gleiche Bild: Sonne (warm) Eis (kalt). Gähn. Geht gar nicht und schon gar nicht weiter.

Und das dieser Fünfzeiler dann auch auf den letzten Metern nicht aus der Hüfte kommt, verwundert dann auch nicht mehr, erst recht nicht, dass unser eingefrorenes LI, unser trauriger Gefühlsötzi nun gar nicht mehr fröhlich oder Frühling werden kann. Wer hätte das gedacht? Ich. Kurzum: Lahm, weil wiederholend, steifgefroren und in keiner Silbe kreativ. Bitte auftauen und frischer ans Werk.

Gruß
Lala
(Kommentar korrigiert am 24.06.2009)

 Liadane äußerte darauf am 25.06.09:
*Grins, lass es erst mal Sommer werden, vieleicht taut Ötzi ja dann wieder auf.
Sorry, wollte dich nicht langweilen, hoffe, ich kann es bald mit etwas frischerem nach deinem Geschmack wieder gut machen.
glg, Liadane

 MagunSimurgh ergänzte dazu am 25.06.09:
Hallo Lala,

verzeih, dass ich dir widersprechen muss.

Zu den ersten beiden Versen (! - das zuerst: Lyrik hat Verse, keine Zeilen – du sagst doch auch nicht "Fenster" zur Tür, jedenfalls wohl nicht im wörtlichen Sinne.)
Es ist nicht dasselbe, ob nun Hitze erfrieren lässt (V.2) oder Kälte verbrennt (V.1) – d.h. die Zeilen wiederholen sich nicht, nein, im Gegenteil, sie führen einander ad absurdum. Vielleicht mag es effekthascherisch wirken, denselben Effekt einfach zu verdrehen, aber es ist keine Wiederholung, nicht wörtlich und nicht inhaltlich.

Da eher würde ich den dritten Vers kritisieren, dass sich Sonnenlicht in Eiskristallen bricht, ist ja nun wirklich kein Bringer, sondern Tatsache.
Und "Gedanken umhüllen" in Vers 4, ist nicht wirklich intensiv. Dafür hingegen der fünfte Vers für mich mehr intus hat. Warum?

Den "Frühling einflößen" – wer macht denn so was? Es geht nicht darum, wie du sagst, dass es für das lyrische Subjekt nicht mehr Frühling wird, sondern darum, dass er eingeflößt wird. "Zwangsoptimismus", "gezwungene Heiterkeit", nenn es wie du willst.

Ich finde, du missverstehst den Text ein wenig und lässt ihn dabei in deiner Kritik zur Plattitüde verkommen.

So schlecht, wie du ihn machst, ist er definitiv nicht.

Liebe Grüße.

PS: Ich bitte dich, geh doch das nächste Mal an einer Stelle so hart ins Gericht mit einem Text, der es auch verdient hat. (Es gibt hier genug "so lala"-Reimgedichte.) Deine Kritik hier fand ich nicht angemessen in ihrem Ausmaß. (Aber auch das ist nur eine Einzelmeinung.)

 Lala meinte dazu am 26.06.09:
Hallo MagunSimurgh,

danke für Deine Aufmerksamkeit. Du hast Recht. Das Bild wird umgedreht, es verkehrt sich. Falsch gelesen meinerseits, bleibe aber dabei, dass es sich hier eher um lauwarme Kost handelt, ob ich das Heiße oder Kalte Verszeile für Verszeile so oder so serviert bekomme. es schmeckt mir fad. Dass Du es besser als ich findest, ist doch vollkommen in Ordnung und vielleicht liege ich ja auch wirklich falsch. Aber trotz Deiner Einwände, überzeugt es mich nicht. Ja, es bleibt und ist für mich eher banal.

Dass ich es nun aber dermaßen heruntergeputzt hätte, kann ich nicht finden.
Ich schreibe Dir gerne eine PN mit einem Link wenn ich das Gefühl habe, einen Totalveriss abgeliefert zu haben.

Sicherlich gibt es noch viel, viel Schrecklicheres und Schlechteres auf kv. Ich versuche immer ehrlich mit den Texten umzugehen, d.h. ich versuche einfach meinen Eindruck wiederzugeben und der kann natürlich falsch oder in Teilen falsch sein.

Gruß
Lala
steyk. (55)
(25.06.09)
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 Liadane meinte dazu am 25.06.09:
Da könntest du Recht haben, danke für den Tip und die Empfehlung.
Versuche das Reimen zu lassen, nur meist verselbständigt sich das beim Schreiben und ich finde dann keine besseren Worte. Werd dran arbeiten :)
glg, Liadane

 AZU20 (24.01.10)
Hoffentlich wird bald innen und außen Frühling. LG

 Ginkgoblatt (24.01.10)
Mir gefällt es, weil ich diese Zerrissenheit kenne - zu gut. KG Coline
MariaGrey (27)
(22.04.10)
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 Liadane meinte dazu am 23.04.10:
Das freut mich! *gänsehautwegrubbel *grins
Danke dir,
alles Liebe,
Liadane
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