Nebelstich

Gedicht

von  Nostuga

Ein Tag glüht aus und ascht sich endlich ab
als leere Nacht in übervolle Becher,
und über Dächer fällt auf mich herab
ein übler Dunst, ein fauler Nebelfächer.

Ich bin ein Zecher, einer, der nichts hat,
nur diesen Schwaden, diesen trauten Willenbrecher,
der mich in Kneipen treibt, von Wegen fegt und matt,
so satt und dankbar macht und immer schwächer.

Ich bin ein Lügner, einer, der nichts macht,
der dann und wann die lautersten Versprecher
mit einem Glas zerbricht und jeder leeren Nacht,
die mir der klare Tag entreißt – der dreiste Nebelstecher.

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Kommentare zu diesem Text

janna (66)
(24.11.12)
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 Nostuga meinte dazu am 24.11.12:
Lieben Dank, janna! :)
Freut mich.

 Bergmann (24.11.12)
Schöne Binnenreime, sprachlich gelungen, die Verse fließen leicht dahin - wie das Bier in den Mund, der Schnaps in den Schlund, der Wein in die Kniekehlen.
LG, Uli

 Nostuga antwortete darauf am 24.11.12:
Uli, du musst unbedingt nach dem Schnaps aufhören. Ernsthaft.
Das sieht nicht aus.
Danke dir und beste Grüße :D

 Songline (24.11.12)
Sehr gutes Gedicht mit einer ausweglos deprimierenden Stimmung.
Liebe Grüße
Song

 Nostuga schrieb daraufhin am 24.11.12:
Vielen Dank, Song. Es ist so schön, wenn's deprimiert. :D
Liebe Grüße
KoKa (44)
(24.11.12)
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 Nostuga äußerte darauf am 24.11.12:
Ja sicher!

;) Dank dir, lieber KoKa. Die **chen reichen dicke. Schreibe lieber mehr für deinen Knaben.
Beste Grüße

 AZU20 (24.11.12)
Sehr gelungen. LG

 Nostuga ergänzte dazu am 24.11.12:
Herzlichen Dank, AZU,
freut mich sehr.
Liebe Grüße

 wa Bash (24.11.12)
mir gefällt der kreuzreim über mehrere strophen, vers eins und drei sind immer assonanzen, wodurch das ganze aufgelockert wird...insgesamt schönes werk
AchterZwerg (65)
(25.11.12)
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 Rothenfels (26.11.12)
Was ich so sehr liebe und so sehr verehre - du schaffst es umzusetzen: zu schreiben wie Rilke.

 Vaga (07.12.12)
Du kennst (mit Sicherheit?!) Sartres existenzialistischen Roman Der Ekel?! Dein Gedicht ist - so empfand ich es jedenfalls - wie eine "Szene" aus diesem Buch. Sehr nah am (verzweifelten) Individuum, wie es sich in einer ganz bestimmten (von dir eindrucksvoll bebilderten) (Alltags-)Situation erlebt. Meine Anerkennung - Herr Nostuga .
Anne (56)
(09.12.12)
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 Füllertintentanz (09.12.12)
Der schon wirklich gelungene Titel hat nicht zu viel versprochen. Ein Text der nachklingt zu einem Thema, das leider zeitlos scheint. Toll geschrieben, gern gelesen. LG, Sandra
gaby.merci (61)
(11.01.13)
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woertermord (31)
(13.02.13)
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 loslosch (28.02.13)
bindestrich im schlussvers? ein komma wäre dem SB dienlich. lo

 Nostuga meinte dazu am 04.07.13:
Moin Lothar,

das ist – du weißt es sicher – ein Halbgeviertstrich. Kein Bindestrich.
Warum darf der nicht? Und was sagst du mir mit SB?

Ich grüße dich übrigens ganz freundlich.
Nostuga

 loslosch meinte dazu am 04.07.13:
jetzt weiß ich endlich, was ein halbgeviertstrich ist:  . manchmal erscheint er, obwohl ich einen bindestrich setzen wollte. SB heißt nicht siegfried buback, sondern satzbau. der ist in der tat in frage gestellt, auch mit komma. das hatte ich damals übersehen.
Schrybyr† (67)
(17.09.13)
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 Blutmond_Sangaluno (10.03.14)
Das Gedicht birst von Metaphern und Bildern, die sich im Kopf manifestieren, es ist interessant und wahrscheinlich tiefsinniger, als ich es zu verstehen vermag.
Am verwirrtesten aber war ich an der Stelle "lautersten Versprechen". Neologismus, Verschreiber oder mir zu hoch?

Liebe Grüße
Blutmond
Patroklos (36)
(22.03.14)
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 HerrSonnenschein (24.10.14)
Eine echte Perle. Toll!

 Mullenlulle (16.10.16)
Auch das spricht mich außerordentlich an. Warum hab ich Dich bis jetzt übersehen? Das ist ... nun vorbei. ;) Bestes. Mull
Graeculus (69)
(16.10.16)
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