#MeToo

Bericht zum Thema Frauen/ Männer

von  Gabyi

Nach #aufschrei kann ich natürlich auch etwas zu #MeToo beitragen.

Natürlich. Das bin ich dem Feminismus schuldig. Denn es wimmelt in meinem Leben von derartigen Erlebnissen.
Cool und abgebrüht wie ich bin habe ich sämtliches über mich ergehen lassen. Ob unbeschadet lasse ich mal dahingestellt.
Im Praktikum für Organische Chemie der Uni in Berlin geschah es. Wir kochten organische Präparate mit mehreren Stufen. Dazu benötigt man Lösungsmittel wie zum Beispiel Ethanol, Methanol oder Toluol etc. In diesem Fall trug es sich zu, dass mir aus ungeklärten Gründen ein Rundkolben voll mit mit Methanol als Lösungsmittel aus der Hand glitt und sich die Flüssigkeit über meinen gesamten Körper ergoss. Methanol ist eher giftig und kann zu Blindheit führen (Anm. des Verfassers). Die Brühe samt gelöster Chemikalienstufe floss über meinen Körper inklusive Jeans und T-Shirt. BHs trug man damals eher nicht, ist auch schon etwas länger her.
Ich entledigte mich geistesgegenwärtig sofort meiner Hose und Kommilitonen brachten mir irgendwelche größere Lappen, mit denen ich meine intimen Stellen notdürftig bedecken konnte.
Ich war etwas geschockt und hatte nicht die Rechnung mit dem aufsichtsführenden Assistenten gemacht. Er stürmte herbei und riss mir das Tuch vom lebendigen Leib herunter.
Ich stand nun halbnackt nur im Slip vor ihm. Schallendes Gelächter ertönte.
Es war eben ein von Männern dominiertes Studienfach, das ich gewählt hatte. Der Assistent wollte nur mal sehen, wie ich untenrum in Unterhosen/Slip aussah.
Ich verpetzte ihn daraufhin umgehend beim zuständigen diensthabenden Professor und handelte mir damit nichts als Ärger ein. Ich bekam danach nur noch toxische Präparate zugewiesen. Zehn waren Pflicht, drei hatte ich schon vorher gekocht.
Es war z.B. eines mit Cyanid (siehe Cyclon B) als Reagenz oder eines, welches neurotoxisch wirkte.

Ein weiterer mir widerfahrener Beleg, dass Frauen bekämpft werden von der männlichen Spezies in einer (noch?) fast durchgängig von Männern dominierten Arbeitswelt und Gesellschaft.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Beislschmidt (24.07.23, 14:37)
Wir mussten immer die weißen Laborkittel tragen (Boku Wien) nur stilecht mit Ätzlöchern und Farbflecken.
Beislgrüße
Taina (39)
(24.07.23, 15:50)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
kipper (34) meinte dazu am 24.07.23 um 18:04:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Gabyi antwortete darauf am 24.07.23 um 21:20:
danke Beislschmidt für den Wiener Einblick in die dortigen Kittel 

@Taina, vielen Dank für die Empfehlung :)
Dein Mitdenken hat mich sehr gefreut, kann man nicht unbedingt von Jedem erwarten. Auch dass du es nicht anzweifelst (siehe unten).

Hallo Kipper, 
mein verflossener Freund würde in so einem Fall fragen: "Ist das hier ein Verhör?". Aber mal ernsthaft, mein Praktikum war eine Semesterveranstaltung "Organische Chemie". Da bekam man Präparate verordnet, davon gab es jede Menge Möglichkeiten. So viele wie es Organische Moleküle gibt. Vielleicht kennst du dich ja ein bisschen aus mit "Chemie für Mediziner und Veterinärmediziner". Ich war da auch als Tutor tätig und kenne die Pappenheimer. Gut möglich, dass heute alles viel woker und umweltfreundlicher zugeht, aber bei mir in West-Berlin war das eben noch nicht so. Ich will ja gar nicht sagen "Besserwessi". Und das Thema war ja auch eigentlich Übergriffigkeit und nicht Arbeitssicherheit. Ist wie bei vergewaltigten Frauen, die sich erstmal rechtfertigen müssen. Danke trotzdem für den Komm.

LG Gabyi

Antwort geändert am 24.07.2023 um 21:23 Uhr
kipper (34) schrieb daraufhin am 24.07.23 um 22:58:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Dieter_Rotmund (25.07.23, 08:00)
Die Geschichte ist zwar rund und geschmeidig erzählt, aber Kippers Einwände haben Hand und Fuß...

 Gabyi äußerte darauf am 25.07.23 um 08:14:
danke AlmÖhi für die Empfehlung :). Hat mich sehr gefreut.
LG Gabyi

 Gabyi ergänzte dazu am 25.07.23 um 08:30:
@Dieter: geschmeidig? Nun ja. Zum Glück muss ich mich nicht verteidigen. Aber was die Details des Studiums anbetrifft, glaubt es einem mal wieder keiner. Weil es eine andere Zeit war. Vor der Wende im wilden Westberlin. Ein anderer Vergleich: hatte totale Probleme, mein Kind durchzufüttern. Gab überhaupt noch kein Elterngeld und man musste trotzdem sein Studium abschließen. Keiner wollte damals schwanger werden. Alles vergessen.

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 09:43:
@kipper
Es ist ein ganz typischer Mechanismus: Opfer von Gewalt müssen sich rechtfertigen und verteidigen und werden versucht, unglaubwürdig zu erscheinen. Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen.
Trotzdem guten Mutes
Gabyi
kipper (34) meinte dazu am 25.07.23 um 09:46:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 11:40:
Mansplainer hat gesprochen und erklärt mir mein Leben ;)
Wusste gar nicht, dass ich literarischen Erfolg anstrebe. Mir reicht schon der naturwissenschaftliche.
Wie schon gesagt ist es ein gängiges Prinzip, Frauen ihre Erfolge kleinzureden. Die letzten Zuckungen des Patriachats hoffentlich?
Gabyi (meist gutgelaunt)
kipper (34) meinte dazu am 25.07.23 um 12:53:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Redux meinte dazu am 25.07.23 um 13:06:
Kipper, du nervst wo du nur kannst. Du palaverst und polemisierst endlos, um nach ellenlangen überflüssigen Kommentaren stets heiter und gut gelaunt das letzte Wort haben zu müssen.
Dann aber ganz schnell die Netiquette ins Spiel bringen, um als wissendes Unschuldslamm dastehen zu können.
Du nervst enorm.
Taina (39) meinte dazu am 25.07.23 um 13:15:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
kipper (34) meinte dazu am 25.07.23 um 14:15:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 14:49:
@Redux, @Taina
Danke euch beiden fürs Beispringen. Es gibt ja auch andere Meinungen (eure). "Un dat freut ein' denn ja ma"(missingsch). :)

@AlmÖhl: danke dir für deine nette Empfehlung :)

LG Gabyi

Antwort geändert am 25.07.2023 um 14:50 Uhr
Taina (39) meinte dazu am 25.07.23 um 16:27:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 17:31:
nee, nur der Unboss. Ist ja auch eine berechtigte Lebensform, unbenommen (würde Ditsche sagen).

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 25.07.23 um 18:04:

Wusste gar nicht, dass ich literarischen Erfolg anstrebe. 


@Gabi: Du möchtest nicht, dass deine Texte handwerklich und inhaltlich besser werden?

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 18:31:
nicht unbedingt. Weil sie es schon sind.

 AngelWings (25.07.23, 18:38)
 Feminismus Das nicht bloß Frau, auch Männer sein können. Ich find mal gut ansprechen, wie Männer in Frau Beruf behandelt werden. 

Meine Frage, ist ob aus sein Idee kann oder jemand ihn angestiftet hat? 
So ist bloß mit Gefährte und damit unschuldig der wahr Täter macht dann weiter. 

Das wie bei: Es war bloß ein Harmlos! Die hat auch verkehrten verhaftet, weil mit dabei war, nicht gemacht hat, und war Täter konnte weiter machen. 

Kommentar geändert am 25.07.2023 um 18:54 Uhr

 AngelWings (25.07.23, 18:44)
Ich in meine Familie Doktor der Chemie, und Freundin die leider nicht mehr Lebte, durch Chemie Unfall begaben sie Krebs. Vielleicht werde euren wann darüber schreiben.

 Gabyi meinte dazu am 25.07.23 um 19:02:
Hallo AngelWings, meinst du, ob du mir erklären kannst, wer wen angestiftet haben soll? Ich grübele nämlich ;)

 AngelWings meinte dazu am 25.07.23 um 19:26:
Wenn, ich es wusste? Ist bloß so ein Gedanke!
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram