Von Totenbüchern und Untoten

Rezension zum Thema Leben/Tod

von  LotharAtzert

 „Es ist eine psychologische Tatsache, daß letzthin das dem Menschen heilige Ziel der Erlösung mit jenem der irdischen kohärent ist. Es ist die Transzendierung der Sinngebung des Daseins in das Unendliche, Zeitlose und Todlose, das sich in der Seele als Göttliches, als Brahman, als Gott, reines Licht, reines transzendentales Bewußtsein oder Nirvana im Bild der Religionen darstellt“.

Aus „Geheimlehren tibetischer Totenbücher“ von Detlev I. Lauf, Aurum Verlag – Freiburg im Breisgau

 

Als ich Laufs Buch vor ca. 60 Jahren las, hat es mich „nicht überzeugt“,doch eben fiel mir der Buchtitel ein, bin dann gleich an den Buchschrank. - Ich bin diesem Herrn mal in Frankfurt begegnet und fand ihn viel zu intellektuell für den Bub aus der Wetterau. Jetzt muß ich staunen über den damaligen Hochmut. In dem Buch steht alles drinn, was ich später unter schwierigen Umständen also alles durch „Lehrgeld“, durch schmerzliches Erfahren, Zusammentragen Erleiden und bewußtes Verstehen kämpfenlernend erfuhr, um heute sagen zu dürfen: ein grandioses Werk, das in seinen letzten Tiefen vielleicht immer noch nicht verstanden ist, aber  ich lerne jeden Tag von neuem, das Sein sein zu lassen, wie es ist und einfach nur den Tee zu genießen.

„Eile mit Weile“ heißt es ja auch in den hiesigen Lebensbüchern der Untoten. „Maß und Mitte“ und wie die Sprüche alle heißen …

 

Der Begriff Überzeugung ist prinzipiell übergriffig. Das Siegerspermium braucht nicht erst um Einlaß in die vorgesehene Zelle zu bitten, so daß es genügt, der Erste zu sein. Meine damalige Ab-Kürzung – ein Überspringen sozusagen. Immerhin hab ich mir das bewußt gemacht, nicht wie die Leichtathleten der Leichtathletik über Hürden hürdspringen, dann auch noch 110 m.

Ja, es bedarf eines zweiten Lesens. Second flush sozusagen.

 

Vielleicht war er ein Jung-Schüler, Jedenfalls auffällig oft die gleiche Wortwahl, vonwegen Individuation und so. Und dann kommt noch der tibetische Teil der Totenbuchlehren. Muß gleich mal nach dem Detlev googeln

 

Ich verblendeter Narr! - Professor Detlev Ingo Lauf war Dozent u. a. im C. G. Jung-Institut in Zürich und ist inzwischen verstorben.

Das Buch ist sensationell, reich bebildert, mit vielen Tabellen und Bschreibungen der  Bedeutung des Dharmakaya-Buddhas Samantabhadra, der Mandalas der fünf Weisheiten, die Bardos und und und. Ein Muß für alle, die im Leben und Sterben die befreiende Einheit empfinden.

 

 



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (17.01.26, 17:48)
Hier nicke ich dir in allen Dingen freundlich zu!
Das sagt nämlich auch mein Schopenhauer, der sich auf die Palingenese stützt. - Er war ein großer Bewunderer des Buddhismus und seiner Vorläufer.

Herzliche Grüße
Heidrun
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