Lippenbkenntnisse

Essay zum Thema Aktuelles

von  LotharAtzert

Aron schrieb am 29.01.26: "Lothar sucht nach der Wahrheit, die sich dem aufgeklärten Menschen stets entzieht, da der Mensch weder vernünftig noch gut, sondern einfach Mensch ist."

- und  am 06.01.23 bereits: "Wenn ich im hohen Alter noch so fit wie unser Lothar bin, trete ich wieder in die Kirche ein."

Fidel (?- bis heute keinen Text) schrieb am 29. 08. 20.: Habe mich extra wegen seinen Texten hier angemeldet. - Unterschätztes ist unschätzbar.

 

Wie sagt der Volksmund: verarschen kann ich mich selbst. Man schreibt darüber, wie Frieden in die Welt kommt, faselt von Gerechtigkeit und alles Möglich, seltener von Gott und öfters von Überzeugungen. Ich aber, und das prallt ab wie’s Fett am Wasser, schreibe davon, daß man sich zuallererst selbst klären muß, sonst bleibt‘s Makulatur.

 

Wie klärt man sich selbst? – die gefühlt 10 000ste Wiederholung: die Welt, in der wir heute leben, ist eine Welt, in der 99% der Geistesgifte verdrängt sind und wir lasten das Unheil daraus all denen an, die es uns spiegeln.

Gier, Haß, Unwissenheit oder wems besser gefällt Anhaftung, Abneigung und falsche Anschauung sind in Mitgefühl, Güte und Weisheit zu verwandeln – nicht bei andern, sondern jeder bei sich selbst. Aber seit ich das schreibe, bekomme ich nur noch obenstehende, oder gar keine Kommentare mehr – abgesehen natürlich von den zwei üblichen Verdächtigen, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte.

Die Nabe des Lebensrades werden die drei Geistesgifte genannt. Aber es gibt ja weitere, so ist das nicht – Stolz, Eifersucht, Unzufriedenheit zb. Das alles schleppen wir mit uns rum, natürlich mit entsprechenden Plausibilisierungen und schreien nach Gerechtigkeit, statt danach, wie wir es bei uns selbst am besten umwandeln und in was überhaupt.

In was ist Eifersucht zu verwandeln? In was Stolz? Unzufriedenheit?

Nein, ich sage es nicht mehr, denn die alte Wahrheit, daß was es umsonst gibt, bedeutet uns weniger, scheint es doch eher auszuschließen, daß man sich darum bemüht. Lieber schreibt man dann gefühlsüberbordende Metaphern von Sternen, ohne jemals den Charakter des Himmelskörpers auch nur im Entferntesten zu berühren – das gibt Klicks, Kommentare und Herzchen von Gutmeinenden …

Und so schreibe ich denn zwar immer noch, doch das Posten steht nicht mehr im Vordergrund. Lippenbekenntnisse sind reine Umgehungen fürs Gewissen.

Und noch was Volksmundiges: nobel geht die Welt zugrunde. Heißt es nicht so?

Sie schaffen das, die koronisch Geboosterten und regen sich ersatzweise auf über die Weltpolitik. Dabei ist diese nichts als die Ursache der Auswirkung des Verdrängten.

So, das wars.



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Kommentare zu diesem Text


 Aber (03.02.26, 16:52)
Das ist keine Verarsche, lieber Lothar, ich schätze Dich sehr, weil Du ganz anders bist als ich. 

Aber das weißt Du auch selber.

 LotharAtzert meinte dazu am 04.02.26 um 10:17:
Ja, lieber Aron, ich weiß. Aber in den Texten geht es üblicherweise nicht um mich, oder andere Personen und wie toll ich bin, sondern um Inhalte rund ums bewußter werden. Wenn die verstanden werden, macht es mich froh. Auch wenn Fragen gestellt würden, oder sogar Einsprüche erhoben werden, wäre das ein Interessensbeweis.

Wenn aber nur da steht, ich sei ein toller Schreiber, ist das zu wenig, ja sogar fragwürdig.

Alles gut.

 Moppel (03.02.26, 18:24)
Kommunikation ist immer Lippembekentniss, Lothar. Was wagr daran ist, sieht man erst später. lG von M.

 LotharAtzert antwortete darauf am 04.02.26 um 10:27:
Von "Lippenbekenntnissen" spricht man allerdings eher im abwertenden Sinne, Monika, wenn man nämlich irgendwo dazugehören möchte.
Was wahr ist - ja.

Dankesgruß
Lothar

 AchterZwerg (04.02.26, 05:59)
1.) werter Fidel, zieht "wegen" den Genitiv nach sich.
2.) lieber Lothar, sind zuweilen selbst die Propheten nicht sonderlich geschickt!  8-)

 DanceWith1Life schrieb daraufhin am 04.02.26 um 06:05:
Es haderte einst auf KVau
Astrologisch korrekt wie ein Pfau
Ein Prophet mit Makel und stur 
Und erfand dann ein Wort
Makulastur

Antwort geändert am 04.02.2026 um 08:41 Uhr

 LotharAtzert äußerte darauf am 04.02.26 um 10:45:
Zuerst das Schandmaul: von "Makulastur" hab ich mein Lebtag noch nichts gehört.  :woot:


Fidel hat sich als weiblich angemeldet, da bin ich bei kleinen Schreibschwächen immer großzügig.
Propheten, ja, Vorausschauende müssen nicht auch noch Weltmeister sein, odrr.

Und die Frage aller Fragen: in welche befreiende Tugend verwandeln ihr eure Eifersucht??

 AchterZwerg ergänzte dazu am 04.02.26 um 12:22:
Natürlich in Güte iund Großzügigkeit, Jungs! Denn:

Eifersucht ist (laut Schopenhaue)r weniger Ausdruck individueller Liebe als vielmehr ein Resultat des blinden, triebhaften Willens.

. :D <3 (Außerdem war Lothar zuerst da!) 

  •  LotharAtzert meinte dazu am 04.02.26 um 16:21:
    Eifersüchtig sind nach buddhistischer Anschauung die Titanen auf die Götter, wegen deren größeren Macht. Deshalb ist die entsprechende Weisheit die Weisheit der Tatvollendung: nicht kämpfen und streiten, sondern kontinuierlich bis zum Erfolg dran arbeiten.   <3

     DanceWith1Life meinte dazu am 05.02.26 um 12:33:
    In einer Welt voller Ablenkungsmanöver hast du noch nichts von makulastur gehört, das erstaunt mich, gerade wegen der hier angesprochenen Transformationen.

     LotharAtzert meinte dazu am 05.02.26 um 21:35:
    Ich kenne nur Rahula, das ist Hindi und bedeutet den Mondknoten. Schon mal gehört?

     LotharAtzert meinte dazu am 06.02.26 um 14:13:
    Eifersucht ist Angst, aber nicht um die Person, sondern um die Geschlechtsunterlegenheit. Insofern ist die Eifersucht im Sinne des Urrudiments, das auch in uns noch hochsteigt, eine Art Todesangst, die heute intellektualisiert wird und damit unerkannt bleibt.

    Wolfgang Döbereiner, Modelle des Gegenwartslosen.

    Antwort geändert am 06.02.2026 um 14:14 Uhr

     Teo (04.02.26, 16:42)
    Ja Lothar,
    unser Tausendsassa nähert sich auch schon wieder meiner Toleranzschwelle.
    So richtig lustig ist der nicht.
    Eins, zwei Sprüche noch, dann darf er bei mir wieder Pause machen.
    Bleib trotzdem entspannt 
    Teo

     LotharAtzert meinte dazu am 05.02.26 um 10:21:
    Ach Teo,
    inzwischen ist er nur noch Neunhundertneunundneunzigsassa.
    Ja, entspannt wie die Saite in der Verpackung.

    Dankesgrüße
    L.

     Augustus (04.02.26, 17:45)
    Ich vernahm, Jack besucht Dich. Unter anderen Umständen wäre ich gern mitgekommen und es bedauerlich, den zeitgenössischen schamanisch-wirkenden Astrologen nicht persönlich zu begegnen; der richtig erkannt hat: der Frieden auf Erden ist erst dadurch gewährleistet, wenn jeder Einzelne Frieden in sich selbst zuerst gefunden hat oder mit sich geschlossen hat.

     AchterZwerg meinte dazu am 05.02.26 um 04:57:
    . :)

     LotharAtzert meinte dazu am 05.02.26 um 10:33:
    So so. Maharishi Mahesh Yogi hat ja mal behauptet, es genügte schon, wenn 10% Frieden mit sich selbst geschlossen hätten, der Rest passt sich an.

    Ja, mit dem 8. Zwerg hatte ich auch schon das Vergnügen. Und Tueichler will auch mal vorbeikommen. Quellenstadt Bad Vilbel als neuer Wallfahrtsort, man glaubt es kaum ...

    Rex Gildo war auch schon hier. Leider hat er sich anschließend und damals noch ohne russische Hilfe aus dem Fenster gestürzt. Also nicht wegen mir ...

     AchterZwerg meinte dazu am 05.02.26 um 11:04:


    Bad Vilbel ist immer eine Reise wert; leider besitzen die dortigen Indigenen noch keine Skisprungschanze.
    Trotz ihrer prominenten lotharischen Zuwächse.

     LotharAtzert meinte dazu am 05.02.26 um 14:07:
    Spätestens da versteht der hessische Kartoffelbauer, was Aeroflot bedeutet.

    Der arme Rex. Möge ihm unser Mitgefühl eine gute Wiedergeburt ermöglichen.
    <3
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