Lebenslauf

Gedicht zum Thema Alter

von  Teo

Farben scheinen wie verblichen

Wege werden seltsam steil

Was erlaubt war, wird gestrichen

Pflicht wird warmes Oberteil

 

Bleiern schleppen sich die Schritte

Atemzüge kosten Kraft

Jenseits von der Lebensmitte

Fließt er zäh, der Lebenssaft

 

Knochen knacken, musizieren

Bronchien pfeifen froh ein Lied

Trockenheit in den Scharnieren

Die man hört, doch selten sieht

 

Wie heißt noch der Untermieter?

wohnt der wirklich noch im Haus

heißt er Erwin, Paul, Heinz-Dieter

seine Frau heißt, glaub ich, Klaus

 

Liebesschwüre und Geflenne

Dafür ist die Zeit nun um

Keiner Frau, der ich nachrenne

Denn ich weiß nicht mehr warum

 

Sinnvoll sind die Hörgeräte

Wenn Musik sich sanft entfaltet

Zum Appell von Schwester Käthe

Werden sie schnell abgeschaltet

 

Ach, was ist Verdauung wichtig!

Steht`s um Fünf, meist still und sachte

Dann entspann‘ ich noch mal richtig

Denn geweckt wird erst um Achte

 

Und am Ende dieser Strecke

Die sich schlichtweg Leben nennt

Legt sich über mich die Decke

Möglich dass noch jemand flennt

 

 



 



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