Farben scheinen wie verblichen
Wege werden seltsam steil
Was erlaubt war, wird gestrichen
Pflicht wird warmes Oberteil
Bleiern schleppen sich die Schritte
Atemzüge kosten Kraft
Jenseits von der Lebensmitte
Fließt er zäh, der Lebenssaft
Knochen knacken, musizieren
Bronchien pfeifen froh ein Lied
Trockenheit in den Scharnieren
Die man hört, doch selten sieht
Wie heißt noch der Untermieter?
wohnt der wirklich noch im Haus
heißt er Erwin, Paul, Heinz-Dieter
seine Frau heißt, glaub ich, Klaus
Liebesschwüre und Geflenne
Dafür ist die Zeit nun um
Keiner Frau, der ich nachrenne
Denn ich weiß nicht mehr warum
Sinnvoll sind die Hörgeräte
Wenn Musik sich sanft entfaltet
Zum Appell von Schwester Käthe
Werden sie schnell abgeschaltet
Ach, was ist Verdauung wichtig!
Steht`s um Fünf, meist still und sachte
Dann entspann‘ ich noch mal richtig
Denn geweckt wird erst um Achte
Und am Ende dieser Strecke
Die sich schlichtweg Leben nennt
Legt sich über mich die Decke
Möglich dass noch jemand flennt