Fremde Gedanken

Drabble zum Thema Traum/ Träume

von  Saira

Ich liege, doch alles, was ich denke, ist nicht mehr wirklich meins. Schritte hallen, Hände greifen, Worte entgleiten mir, und ich spüre fast nichts. Wünsche, Erinnerungen, Angst – sie drehen sich in fremden Händen, verzerren mich vollständig. Ich lache, weine, folge Bewegungen, die ich nie selbst gewählt habe. Mein Spiegelbild bewegt sich unabhängig, starrt, formt mich neu, unnachgiebig. Ich wache auf, doch der Raum ist falsch, meine Stimme fremd, mein Körper nur Marionette. Dann blinzelt es, grinst und sagt meinen Namen. Ich schließe die Augen erneut. Diesmal existiere ich nur als Schatten, als Projekt eines anderen, der meinen Traum vollkommen bewohnt.




Anmerkung von Saira:

Inspiriert durch den Kommentar von Tasso bei meinem gestrigen Text „Rezept der verlorenen Dinge“:

  TassoTuwas (20.03.26, 10:38)
Liebe Sigi,

das waren noch Zeiten als man gegen Windmühlenflügel kämpfen konnte, wenn man wollte, man musste ja nicht.
Heute lauert das System und keiner kann ihm entkommen.
Das System, von Menschen mit guten Absichten erdacht, hat sich zur Krake verselbständigt.
Es ist keine Rettung in Sicht!

Was noch funktioniert sich die Träume
Herzliche Grüße
TT

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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (20.03.26, 12:35)
Ein Albtraum, soweit darf es auf keinen Fall kommen! Sich zu besaufen ist allerdings kein geeignetes Mittel, zu welchem jene meist greifen, die auf der Straße schlafen müssen. Ja, Don Quichote mit seiner Rosinante. Den hat ja wohl ein Windmühlenflügelm von hinten erwischt und vom Ross geworfen. Ach Leute, habt Euch lieb und bildet einen Kreis. Wer eine Lösung weiß, trete vor!
Ein herzlicher Gruß!
Reli
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