Stunden

Gedicht zum Thema Zeit

von  niemand



Noch gestern flogen sie

auf Wolkenpferden

ihr Ritt am Himmel

war die reinste Schau


Heut muss der Tag

wohl seine Stunden erden

sie tragen Arbeitskittel

rattengrau


Nicht allen Zeiten

blüht das Abenteuer

zuweil gehts stundenlang

durch Müh und Not


Doch morgen steht ein Tag an

ein ganz neuer

vielleicht kommt dann

der Stundenplan in Lot



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Kommentare zu diesem Text


 Teo (06.05.26, 19:58)
Ja Irene,
Vielleicht blüht uns allen noch ein Überlebensabenteuer.
Zumindest spüre ich aber in der letzten Strophe einen Hauch von Hoffnung....
Es grüßt 
Teo

 niemand meinte dazu am 07.05.26 um 09:10:
Hoffnung, lieber Teo, kann nie schaden, auch wenn sie noch so klein
sein sollte  ;)  Was wäre der Mensch ohne ...
Mit liebem Gruß und Dank, Irene

 Wastl (06.05.26, 23:55)
Hat was mystisches. Ich finds beeindruckend.

Liebe Grüße

vom Wastl in seinem rattengrauen Arbeitsanzug  ;) :)

 niemand antwortete darauf am 07.05.26 um 09:11:
Ich bin heute auch im "rattengrauen Kittel", Wastl und es tröstet mich,
dass ich nicht alleine im Grau stecke      ;)  
Mit liebem Gruß und Dank, Irene

 AnneSeltmann (07.05.26, 07:43)
Moin liebe Irene!

Mich berührt an diesem Text besonders dieser leise Gegensatz zwischen Sehnsucht und Alltag. Gestern noch „Wolkenpferde“ — voller Freiheit, Fantasie und Aufbruch — und heute der „Arbeitskittel rattengrau“. Das ist ein unglaublich starkes Bild dafür, wie schnell das Leben uns vom Träumen ins Funktionieren zurückholt.
 
Und trotzdem bleibt der Text nicht in der Müdigkeit stehen. Genau das mag ich daran so sehr. Zwischen Müh und Not blitzt am Ende wieder Hoffnung auf. Dieses „vielleicht“ wirkt dabei fast stärker als jede große Gewissheit, weil es ehrlich klingt. Nicht laut optimistisch, sondern menschlich.
 
Besonders schön finde ich auch die Sprache: Die Wolkenpferde geben dem Anfang etwas Märchenhaftes, während der „Stundenplan“ am Schluss plötzlich ganz nüchtern und alltäglich wirkt. Gerade dieser Kontrast macht den Text lebendig und nahbar.
 
Für mich erzählt er davon, dass wir selbst in grauen Zeiten etwas vom Himmel in uns behalten.



Liebe Grüße

Anne

 niemand schrieb daraufhin am 07.05.26 um 09:15:
Du bist eine sehr gute und begabte Kommentatorin, liebe Anne und ich beneide Dich um dieses Talent. Auch hier triffst Du das was ich beim Schreiben bewußt, vielleicht auch unbewußt dachte.
Da kann ich nur herzlichen Dank sagen! Mit lieben Grüßen zurück,
Irene    :)
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