Fragen an einen Schreibenden

Dialog zum Thema Lebenseinstellung

von  Saira

Wessen Wunde ist das?

Nicht mehr meine.

Meine Narben
haben längst Moos angesetzt.

Ich spreche von denen,
die noch bluten.

Was tust du für sie?

Ich verwandle Splitter
in Buchstaben.

Ich fange die Schreie auf,
bevor sie
an den Mauern der Gleichgültigkeit
zerschellen.

Und die Spötter?

Sie klopfen gegen die Scheiben.

Wie Regen.

Wie Hagel.

Wie Vögel,
die ihr eigenes Spiegelbild
für einen Feind halten.

Fürchtest du sie nicht?

Nein.

Ein Baum fragt den Sturm nicht,
ob er kommen darf.

Er treibt seine Wurzeln tiefer
und wächst weiter.

Ich schreibe.







@Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (07.06.26, 11:50)
Hallo Saira,

ein Sturm fragt den Baum nicht, ob er kommen darf. Dieser treibt seine Wurzeln tiefer und wächst weiter. 

Die Spötter lachen offen, die Intriganten schaffen heimlich, ohne Absender aber mit falscher Hausnummer, damit Nachbarn versehentlich den Brief öffnen und tratschen. Aber nicht mit  Ostfriesen, du Schwertwal ohne Schwert, du konglomerat aus Wasser und Kalk.
O je, was für Fieses auf diesem Erdenrung. Setzen!  6!
Der alte Kunstmeister! wird diesen Text empfehlen!
Reli

 Saira meinte dazu am 07.06.26 um 12:10:
Lieber Reli,

es gibt Menschen, die hoffen, Angst würde Wurzeln schlagen.

Doch Angst gedeiht schlecht auf einem Boden aus Vertrauen.

Man kann Dornen verschicken, Gerüchte säen oder Schatten malen - am Ende entscheidet dennoch jeder selbst, welchen Dingen er Raum in seinem Herzen gibt.

Dein Kommentar zeigt mir, dass manche Bäume längst gelernt haben, zwischen Wind und Wetter zu unterscheiden.

Danke dafür.

Herzliche Grüße
Saira
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