Unter ihren Schritten
verschoben sich die Stunden.
Doch sie hielt nicht inne.
Die Wege kamen ihr entgegen,
staubig,
verschlungen,
voller alter Spuren.
Sie ging hindurch,
als löste sie
Stein um Stein
aus dem Schweigen der Erde.
Manchmal
war der Tag
nur ein schmaler Lichtstreifen
zwischen zwei Mauern.
Dann wurde ihr Blick
zum Fenster.
Manchmal
sprach die Welt
mit verschlossenen Lippen.
Dann wurde ihr Schweigen
zum Schlüssel.
Sie trug keine Krone.
Kein Zeichen der Erwählung.
Nur die stille Gewissheit
eines Samenkorns,
das tief in der Dunkelheit ruht
und dennoch weiß,
in welche Richtung
es wachsen muss.
So ging sie weiter.
Nicht schneller als andere.
Nicht höher.
Nicht lauter.
Aber aufrecht.
Wie ein Baum,
der den Himmel
nicht sucht,
sondern ihm folgt,
seit er Wurzeln schlug.
©Sigrun Al-Badri / 2026