Am Hang, zur Schräglage der Kunst in einer verdrehten Welt

Skizze zum Thema Kunst/ Künstler/ Kitsch

von  DanceWith1Life

Man verzeihe mir das Mitdenken, aber ich will verstehen was da passiert. Vor 50 Jahren nahmen plötzlich die Treffen für die nächste Auflage der Literaturzeitschrift mit geradezu präziser Detailübereinstimmung den selben Verlauf. Zuerst wurde das eingesendete Material durchgesehen und entschieden was für die nächste Nummer verwendet werden sollte, dann lockere Gespräche über dies und das. Rahmen war immer das Anliegen der Kunst, worin dies eigentlich bestand war schon wieder nicht in einem Aufwasch diskutierbar. Da alle ein mehrjähriges Interesse am Sujet hatten, kein Problem. Das Bedürfnis dieses Anliegen zu formulieren schienen alle Beteiligten zu teilen, allerdings gab es bei der favorisierten Darstellung Klüfte, von denen ein still vor sich hinträumender Teilzeitlyriker noch nicht mal gehört hatte. Ich hörte also zu. Abend für Abend. Die unglaublich wichtigen Details die hier ausdiskutiert wurden, durch eine Wortwahl herausgemeißelt aus dem Rohmaterial „normaler Ansichten“ musste ich teilweise zu Hause nachschlagen, einige davon fand ich treffend andere fast makaber. Ich war also gespannt wohin dieser Zug fahren würde. Er fuhr in die Trennung, jedesmal, die Gesprächspartner sprachen kein Wort mehr miteinander und gingen ihrer Wege wie zuvor. Ach so, dachte ich jedesmal. Ich kam mir weise vor, dann nach Jahren, ich hatte mehrere der Beteiligten inzwischen näher kennengelernt, kam mir meine Weisheit ziemlich naiv vor. Ich hörte weiter zu, fand eine Möglichkeit das Gesagte anders zu verstehen, versuchte diesen Blickwinkel zu artikulieren und fand mich mitten im Gespräch wieder,  nach wenigen Sätzen schon an der Stelle, an der es abgebrochen worden war. Das trägt jeder mit sich herum, dachte ich.

Weiter kam ich nicht, denn meine Gesprächspartner wollten eine Bestätigung ihrer Sichtweise, ach so, dachte ich wieder, und kam mir diesmal gleich naiv vor.


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Kommentare zu diesem Text


 EVdR (10.07.26, 23:23)
Hallo DanceWith1Life,

ich, der Mensch, war in einer Nachwuchs Schreibwerkstatt, vor 45 Jahren, eine andere Kiste als du beschreibst. Es ging mehr um Schreibtechnik und Wirkung der Texte. Es war mehr ein Miteinander und in der Sache ein Austausch.

Seit meiner Kindheit habe ich mit Kreativen zu tun. Der Nachbar ein Bildhauer. Mit 15, vor 52 Jahren, kam ich durch einen Freund in einen Multi-Künstlerkreis. Die Mutter war Galleristin, Fotografien und Bildene Künstlerin. Gallerie und Wohnung war eine Einheit und ein Künstlertreff. Ich erinnere harte Auseinandersetzungen um die Sache der Kunst, einzelner Werke, Künstler. Ich erinnere auch die Tiefe Verbindungen in diesem Kreis. Die Harten Auseinandersetzungen führten nicht zur Beschädigung der Freundschaften.

Es mag wohl an der Mischung gelegen haben und der Diversität der Künste.

Der Mensch 
hinter und an der Seite von 
EVdR

 DanceWith1Life meinte dazu am 10.07.26 um 23:45:
Danke für diesen Kommentar.
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