Jenseits der Bilder

Gedicht zum Thema Atem/ Atemlosigkeit

von  Saira

Du kamst wie Regen, leis und sacht,
und fielst in meine dunkle Nacht.
Du nahmst der Stille ihr Gewicht
und gabst dem Morgen sein Gesicht.

 

Der Angst nahmst du die alte Macht
und hast in mir den Mut entfacht.
Du schenktest Ruhe, schenktest Sicht
und führtest meinen Blick ins Licht.

 

Du warst das Meer, das mich umfing,
als ich in dunklen Tiefen hing.
Auf deinen Wellen trugst du mich,
bis meine Unrast langsam wich.

 

Du warst der Wind, der mich ergriff,
und führtest sicher fort mein Schiff.
Du strichst mir leise durch das Haar
und machtest meinen Himmel klar.

 

Ein Stern erschien in tiefer Nacht
und hielt dort oben stille Wacht.
Du warst mir nah, vielleicht zu nah,
bis kaum noch Raum zum Atmen war.

 

Vielleicht war jedes Bild zu klein,
um je ein Maß für uns zu sein.
Du sahst, was mich im Innern hielt,
doch nicht, wohin mein Sehnen zielt.

 

Nicht alles bleibt für alle Zeit,
manch Weg führt nur ein Stück zu zweit.
Was einmal war, verliert sich nicht,
es wandelt nur sein Angesicht.

 

 

 

 

 

© Sigrun Al-Badri, 2026


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Anmerkung von Saira:

Das lyrische Ich ist nicht notwendigerweise mit der Autorin gleichzusetzen.

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