Es blühte eine Rose
in einem Garten klein,
vom ersten Tau getragen,
im frühen Morgenschein,
gepflückt für eine Reise
weit in die Nacht hinein,
so mag sie leicht im Fluge
am frühen Morgen sein.
Es fliegt die weiße Taube
wohl durch die weite Nacht,
mit Rose und dem Liede,
im Stillen ausgedacht.
Noch ehe über Dächern
der junge Morgen lacht,
wird still die weiße Rose
ans Fenster leis gebracht.
Die Rose würde welken,
noch eh der Tag vorbei,
verstummte mit dem Liede,
was immer darin sei,
wenn Worte, kaum gesprochen,
verwehten nebenbei
und was so sicher schiene,
am Ende Narretei.
Das kleine weiße Blümchen
liegt leicht im Haar am Ohr,
bewegt sich mit den Strähnen,
der Wind trägt Duft empor.
Kein Blick zurück im Gehen,
nur Schritte bis zum Tor -
es fällt ganz leis ins Schlosse,
die Nacht bleibt still davor.
©Sigrun Al-Badri/2026