Haus-Chat
Kurzprosa zum Thema Gesellschaft/ Soziales
von Saira
Kommentare zu diesem Text
adlibitum (26)
(29.05.26, 10:19)
(29.05.26, 10:19)
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Hallo adlibitum,
vielen Dank für deine Gedanken! Du hast Recht, die Kopfhörer könnten tatsächlich als Schutzschild dienen, ein kleiner Panzer gegen die Blicke und Vorurteile der anderen.
Ich sehe auch, was du mit den Kompressionsstrümpfen meinst. Sie waren eigentlich ein winziges Detail, das zeigen sollte: Jeder trägt seine eigenen kleinen Geschichten und Sorgen mit sich herum, auch wenn sie auf den ersten Blick banal wirken.
Besonders dein Vorschlag zum Schluss hat mich überzeugt. Je länger ich darüber nachdenke, desto stimmiger erscheint es mir, den Text tatsächlich nach den Daumen-hoch-Emojis enden zu lassen. Die Pointe sitzt dort eigentlich schon, und die Stille danach spricht für sich. Diesen Hinweis werde ich gerne übernehmen.
Danke für deine aufmerksame Rückmeldung und die Anregungen. So etwas hilft mir immer, einen Text noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.
Liebe Grüße
Saira
vielen Dank für deine Gedanken! Du hast Recht, die Kopfhörer könnten tatsächlich als Schutzschild dienen, ein kleiner Panzer gegen die Blicke und Vorurteile der anderen.
Ich sehe auch, was du mit den Kompressionsstrümpfen meinst. Sie waren eigentlich ein winziges Detail, das zeigen sollte: Jeder trägt seine eigenen kleinen Geschichten und Sorgen mit sich herum, auch wenn sie auf den ersten Blick banal wirken.
Besonders dein Vorschlag zum Schluss hat mich überzeugt. Je länger ich darüber nachdenke, desto stimmiger erscheint es mir, den Text tatsächlich nach den Daumen-hoch-Emojis enden zu lassen. Die Pointe sitzt dort eigentlich schon, und die Stille danach spricht für sich. Diesen Hinweis werde ich gerne übernehmen.
Danke für deine aufmerksame Rückmeldung und die Anregungen. So etwas hilft mir immer, einen Text noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.
Liebe Grüße
Saira
Hallo Saira,
so eine Hausgemeinschaft hat es in sich. Es gibt andererseits Hausgemeinschaften, deren Bewohner sich nur zu den Haussitzungen treffen, um einen Vorschlag abzuarbeiten, ob die Balkone neue FLIESEN BEKOMMEN SOLLEN, oder einen neuen Fassadenanstrich.
Diese Situationen finden wir hauptsächlich in mehrstöckigen Etagen mit Eigentumswohnungen. Da gibt es Pensionäre, die nichts anderes im Sinn haben, als neue Renovierungsideen zu entwerfen und andere Nachbarn in hohe Kosten zu stürzen, haben ihre Freude daran.
Wo Menschen in unmittelbarer Nachbarschschft wohnen, kann aber genau das passieren, was du aufgeschlüsselt hast.
Ich rate nur jedem:"Augen auf beim Kauen!"
Lieber Gruß! Reli
so eine Hausgemeinschaft hat es in sich. Es gibt andererseits Hausgemeinschaften, deren Bewohner sich nur zu den Haussitzungen treffen, um einen Vorschlag abzuarbeiten, ob die Balkone neue FLIESEN BEKOMMEN SOLLEN, oder einen neuen Fassadenanstrich.
Diese Situationen finden wir hauptsächlich in mehrstöckigen Etagen mit Eigentumswohnungen. Da gibt es Pensionäre, die nichts anderes im Sinn haben, als neue Renovierungsideen zu entwerfen und andere Nachbarn in hohe Kosten zu stürzen, haben ihre Freude daran.
Wo Menschen in unmittelbarer Nachbarschschft wohnen, kann aber genau das passieren, was du aufgeschlüsselt hast.
Ich rate nur jedem:"Augen auf beim Kauen!"
Lieber Gruß! Reli
Lieber Reli,
vielen Dank für deinen Kommentar.
Eigentlich steckt in meinem Text auch ein wenig Gesellschaftskritik. Während viele Menschen finanziell unter Druck stehen und die Nachrichten voller Krisen sind, wird die Aufmerksamkeit oft auf den Nachbarn, die Nachbarin, ein Paket oder einen schiefen Fahrradsattel gelenkt.
Mich interessiert dieser Widerspruch.
Liebe Grüße
Saira
vielen Dank für deinen Kommentar.
Eigentlich steckt in meinem Text auch ein wenig Gesellschaftskritik. Während viele Menschen finanziell unter Druck stehen und die Nachrichten voller Krisen sind, wird die Aufmerksamkeit oft auf den Nachbarn, die Nachbarin, ein Paket oder einen schiefen Fahrradsattel gelenkt.
Mich interessiert dieser Widerspruch.
Liebe Grüße
Saira
Während viele Menschen finanziell unter Druck stehen und die Nachrichten voller Krisen sind, wird die Aufmerksamkeit oft auf den Nachbarn, die Nachbarin, ein Paket oder einen schiefen Fahrradsattel gelenkt.
Ist es nicht einfach ein entsetzlicher, aber momentan bei uns auf allen Ebenen gültiger, ja geradezu propagierter "lifestyle"?
Ja, lieber Fridolin,
du hast das sehr gut erkannt und definiert. Das sind regelrechte gruppendynomische Prozesse. Die Einzelnen gesellen sich zur Gruppe der Mehrheit. So schützen sie sich vor Angriffen durch die Gruppe und wer durch den "Türspalt" "schießt" bleibt weitgehend unsichtbar - denkt er/sie, dabei wissen alle, wer was gesagt hat
Lieber Gruß! Hartmut.
du hast das sehr gut erkannt und definiert. Das sind regelrechte gruppendynomische Prozesse. Die Einzelnen gesellen sich zur Gruppe der Mehrheit. So schützen sie sich vor Angriffen durch die Gruppe und wer durch den "Türspalt" "schießt" bleibt weitgehend unsichtbar - denkt er/sie, dabei wissen alle, wer was gesagt hat
Lieber Gruß! Hartmut.
Lieber Fridolin, lieber Reli,
ich danke euch.
Mir geht es dabei auch nicht um die einzelnen Personen, sondern um das, was zwischen ihnen passiert. Wie schnell Urteile entstehen, nur weil man einen Ausschnitt sieht: ein Paket, einen schiefen Fahrradsattel oder ein Geräusch im Hausflur. Aus einer kleinen Beobachtung wird dann schnell eine ganze Geschichte.
Wirkliches Verstehen braucht Zeit. Es setzt voraus, dass man zuhört und bereit ist, die eigene Sicht auch einmal zurückzustellen. Deshalb wollte ich in der Szene zeigen, wie diese Dynamik funktioniert, wie Aufmerksamkeit gegen jemanden gerichtet wird, obwohl eigentlich alle mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind.
Für mich liegt darin die Ironie: Jeder kämpft für sich, und trotzdem richtet sich der Blick immer auf die anderen. Genau das wollte ich im kleinen Maßstab einer Hausgemeinschaft zeigen.
Danke euch für eure Gedanken. Sie haben noch einmal eine Seite des Textes aufgegriffen, die mir beim Schreiben wichtig war.
Liebe Grüße
Saira
ich danke euch.
Mir geht es dabei auch nicht um die einzelnen Personen, sondern um das, was zwischen ihnen passiert. Wie schnell Urteile entstehen, nur weil man einen Ausschnitt sieht: ein Paket, einen schiefen Fahrradsattel oder ein Geräusch im Hausflur. Aus einer kleinen Beobachtung wird dann schnell eine ganze Geschichte.
Wirkliches Verstehen braucht Zeit. Es setzt voraus, dass man zuhört und bereit ist, die eigene Sicht auch einmal zurückzustellen. Deshalb wollte ich in der Szene zeigen, wie diese Dynamik funktioniert, wie Aufmerksamkeit gegen jemanden gerichtet wird, obwohl eigentlich alle mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind.
Für mich liegt darin die Ironie: Jeder kämpft für sich, und trotzdem richtet sich der Blick immer auf die anderen. Genau das wollte ich im kleinen Maßstab einer Hausgemeinschaft zeigen.
Danke euch für eure Gedanken. Sie haben noch einmal eine Seite des Textes aufgegriffen, die mir beim Schreiben wichtig war.
Liebe Grüße
Saira
Diese Kommunikation im Hausflur hätte durchaus auch im Internet stattfinden können. Die Menschen ändern sich nicht. Missgunst, Neid und den Drang, irgendwo dazuzugehören, gab es, gibt es und wird es weiterhin geben.
Mir gefällt die realistische Szene. Ich war beim Lesen sofort mittendrinn.
Liebe Grüße
Kerstin
Mir gefällt die realistische Szene. Ich war beim Lesen sofort mittendrinn.
Liebe Grüße
Kerstin
Danke, Kerstin! Ja, die Szene sollte diese alltägliche Mischung aus Missgunst, Neugier und dem Wunsch, dazuzugehören, einfangen.
Es freut mich sehr, dass du dich beim Lesen direkt mittendrinn gefühlt hast. Genau dieses unmittelbare Gefühl wollte ich vermitteln.
Liebe Grüße
Sigi
Es freut mich sehr, dass du dich beim Lesen direkt mittendrinn gefühlt hast. Genau dieses unmittelbare Gefühl wollte ich vermitteln.
Liebe Grüße
Sigi
Liebe Sigi,
diesen Text kann man lesen und hat sofort eine Vorstellung von den Hausbewohnern und was sie so umtreibt. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, dann hat man davon gehört. Man weiß, das gibt es, schmunzelt oder schüttelt den Kopf, in diesem Fall ist es ein unterhaltsamer Spaß.
Oder man wird nachdenklich und fragt sich, was ist los mit diesen Menschen, sie reden zwar miteinander aber hauptsächlich über einander. Eigentlich sind sie alle, jeder auf seine Art unzufrieden mit dem Leben, aber offensichtlich nicht bereit etwas zu ändern.
Vergnügen oder Betroffenheit, das entscheidet jeder für sich.
Dieser Text ist ein, ich vermute, gewollter, und gelungener Fingerzeig auf die Ambivalenz der Gesellschaft.
Gemeint sind die geschilderten Personen in der Geschichte, als auch die Leser.
Herzliche Grüße
TT
diesen Text kann man lesen und hat sofort eine Vorstellung von den Hausbewohnern und was sie so umtreibt. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, dann hat man davon gehört. Man weiß, das gibt es, schmunzelt oder schüttelt den Kopf, in diesem Fall ist es ein unterhaltsamer Spaß.
Oder man wird nachdenklich und fragt sich, was ist los mit diesen Menschen, sie reden zwar miteinander aber hauptsächlich über einander. Eigentlich sind sie alle, jeder auf seine Art unzufrieden mit dem Leben, aber offensichtlich nicht bereit etwas zu ändern.
Vergnügen oder Betroffenheit, das entscheidet jeder für sich.
Dieser Text ist ein, ich vermute, gewollter, und gelungener Fingerzeig auf die Ambivalenz der Gesellschaft.
Gemeint sind die geschilderten Personen in der Geschichte, als auch die Leser.
Herzliche Grüße
TT
Lieber Tasso,
hab vielen Dank für deine aufmerksamen Gedanken zu meinem Text.
Ich freue mich, dass du beide Ebenen wahrgenommen hast. Man kann, wie du richtig schreibst, die Szene mit einem Schmunzeln lesen, als eine Sammlung alltäglicher Beobachtungen aus einem ganz gewöhnlichen Haus. Gleichzeitig steckt hinter den Gesprächen aber auch etwas Nachdenkliches: Einsamkeit, Unsicherheit, finanzielle Sorgen und die Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.
Für mich wurde das Haus beim Schreiben zu einem kleinen Spiegel unserer Zeit, in dem sich vieles verdichtet, was wir auch außerhalb seiner Wände beobachten können: kleine Dramen, flüchtige Begegnungen und die ständige Aufmerksamkeit füreinander.
Nochmals danke, dass du die Gedanken hinter der Geschichte so treffend aufgegriffen hast.
Herzliche Grüße
Sigi
hab vielen Dank für deine aufmerksamen Gedanken zu meinem Text.
Ich freue mich, dass du beide Ebenen wahrgenommen hast. Man kann, wie du richtig schreibst, die Szene mit einem Schmunzeln lesen, als eine Sammlung alltäglicher Beobachtungen aus einem ganz gewöhnlichen Haus. Gleichzeitig steckt hinter den Gesprächen aber auch etwas Nachdenkliches: Einsamkeit, Unsicherheit, finanzielle Sorgen und die Sehnsucht, irgendwo dazuzugehören.
Für mich wurde das Haus beim Schreiben zu einem kleinen Spiegel unserer Zeit, in dem sich vieles verdichtet, was wir auch außerhalb seiner Wände beobachten können: kleine Dramen, flüchtige Begegnungen und die ständige Aufmerksamkeit füreinander.
Nochmals danke, dass du die Gedanken hinter der Geschichte so treffend aufgegriffen hast.
Herzliche Grüße
Sigi