Selbstgespräch auf Stereo

Aphorismus zum Thema Beobachtungen

von  Saira

- Wer unter zwei Namen spricht, sollte sich nicht wundern, wenn ihm eines Tages beide widersprechen.

 

 

- Manche legen sich einen zweiten Nick zu, um Zustimmung zu bekommen und ernten plötzlich Widerspruch aus beiden Richtungen.




 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (10.06.26, 12:17)
Hallo Saira,
 
                            ich muss lachen,
                            doppelte Identität?
                            nee. dreiFach!
                          
                             Duzt man sich
                             inzwischen?
                             Wer weiß
                             was der /die andere 
                              zu meiner Verfassung
                              sagen wird?

                              Künstlernamen?
                              Pseudonyme gegen
                               Unsicherheit?                                                                              

                               Du weißt schon
                               was du sagen wirst?
                               Was antwortet dir
                               dein Gesprächspartner?
                               Oder hat er die
                               Kontrolle Übernommen?

                                Was sagt der Psychologe
                                 dazu?
                                 Verlorenes Spiel?


Mit fdl. Gruß!
Reli
Kommentar geändert am 10.06.2026 um 12:18 Uhr

Kommentar geändert am 10.06.2026 um 12:19 Uhr

Kommentar geändert am 10.06.2026 um 12:20 Uhr

Kommentar geändert am 10.06.2026 um 12:21 Uhr

Kommentar geändert am 10.06.2026 um 12:22 Uhr

 Saira meinte dazu am 10.06.26 um 13:08:
Lieber Reli,

spätestens ab dem dritten Nick wird aus einem Dialog eine Eigentümerversammlung  

Herzliche Grüße
Saira


Der Psychologe würde wahrscheinlich fragen: „Handelt es sich noch um Pseudonyme oder schon um eine Wohngemeinschaft?"

 Reliwette antwortete darauf am 10.06.26 um 14:28:
Hallo, Saira,
Ein Geburts- oder Familienname plus zwei nicknames sind bereits drei. Da steht das Abstimmungsergebnis noch lange nicht fest. In der Fachsprache heißt das: "ausgeprägte Identizitätskrise". "Wo ein "Ich" zugange ist, geht es meistens schief, aber "WIR" können nicht überall zur gleichen Zeit sein. Mist!"
Mit liebem Gruß
Reli

Antwort geändert am 11.06.2026 um 07:15 Uhr

 Saira schrieb daraufhin am 10.06.26 um 18:50:
Hallo Reli,

drei Identitäten ... das ist keine Krise, das ist Philosophie in Bewegung. 

Wenn du zugange bist, geht vieles schief? Perfekt: das Chaos erzeugt Kreativität. Die Fachwelt nennt es „Identitätskrise“, ich nenne es „künstlerische Streuung“.

Und sollte ein vierter Nick erscheinen, eröffnen wir einfach einen eigenen Kongress über Ordnung und Unsinn.

Lächelnd
Saira

Antwort geändert am 10.06.2026 um 18:51 Uhr

 Reliwette äußerte darauf am 11.06.26 um 07:11:
Jallo Saira,
 ich meinte nicht mich, sondern eine von den drei Identitäten, von denen eine in der ICH -Form spricht, hingegen die beiden nicks von einem "WIR" . Das kann zu spannenden Verwirrungen führen, vor allem beim Leser, lach!
Reli grüßt

Antwort geändert am 11.06.2026 um 07:17 Uhr

Antwort geändert am 11.06.2026 um 07:18 Uhr

 Saira ergänzte dazu am 11.06.26 um 09:56:
Lieber Reli,

ich glaube, die Verwirrung beginnt genau dann, wenn das „ICH“ behauptet, es spreche für das „WIR“, und das „WIR“ davon zum ersten Mal hört.

Herzlich lachend
Saira


P.S.: Dass du nicht dich meintest, war mir bewusst

 Vaga (10.06.26, 20:21)
Hallo, Saira, zu deinen beiden Aphorismen zum Thema Beobachtungen möchte ich ein paar Gedanken anfügen. 

Sie behandeln technisch-/stilistisch auf verschiedene Weise das Phänomen der digitalen Idenität bzw. die frei wählbare namentliche Selbstbezeichnung zum Zwecke der Kommunikation im digitalen Raum. Es mag sein, dass du dich auf konkret persönlich erfahrene (negative?) Vorkommnisse beziehst und deine Aphorismen demzufolge ausschließlich an 'Insider' und ihr Wissen darüber richtest. 
Da ich die Aphorismen 'neutral' (und ohne dieses 'Vorwissen') betrachten kann, fühle ich mich auch dementsprechend frei, zu beschreiben, wie sie auf mich wirken:

Der erste (Ab-)Satz
Wer unter zwei Namen spricht, sollte sich nicht wundern, wenn ihm eines Tages beide widersprechen.
funktioniert m. E. als pointierter Aphorismus sehr gut. Zudem beinhaltet er eine feine Ironie mit Blick auf das von dir als Motiv angedeutete 'zwiegespaltene Ich'. 
Der zweite, darauf folgende jedoch,
- Manche legen sich einen zweiten Nick zu, um Zustimmung zu bekommen und ernten plötzlich Widerspruch aus beiden Richtungen.
wirkt m. E. eher wie eine erklärende Fußnote zum ersten, die mir - als Leserin - die Denkarbeit abnimmt, die m. E. ein gut funktionierender Apho ja gerade in Gang setzen soll. So schilderst du hier eine konkrete 'Alltagsbeobachtung', bzw. gibst (mir) sogar eine direkte Verhaltensbeschreibung mit auf den Weg. 

Aus literarischer Sicht würde also der o.g. Aphorismus meiner Meinung nach stärker wirken, wenn er ganz allein für sich dort stünde (oder heißt's stände?

Bei der Gelegenheit möchte ich als interessanten Aspekt anmerken, dass in der Literatur Pseudonyme aus verschiedenen Gründen gang und gäbe waren und sind. Um aus der endlosen Liste ein paar hervorzuheben: Die Brontë-Schwestern bspw. nutzten zeitweise männliche Pseudonyme, um ihre Texte überhaupt publizieren zu können. Oder Kurt Tucholsky hatte gelegentlich mehrere Pseudonyme gleichzeitig, und George Sand behielt ihr Leben lang, soviel ich weiß, und aus ihr lebenswichtigen Gründen diesen 'androgynen' Namen bei. 


Die digitalen Medien, respektive das 'Tummeln' in ihnen, wie wir das hier in diesem Literaturforum ja auch tun, fordern manche Leute geradezu auf, sich Nicknamen zuzulegen, die dann - ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen - auch genutzt werden zur Kommunikation. 
Mehrere Nicknamen gleichzeitig zu haben und damit zu 'fungieren', z. B. hier bei KV, ist in gewisser Weise eben auch legitim. 
Den Grund zu erfahren, warum eine Person sich bewusst 'aufspaltet' in mehrere Identitäten, wäre m. E. von Wichtigkeit, um einem möglicherweise falschen 'Werturteil' vorzubeugen.

Beste Grüße - in der Hoffnung, mich mit meinen Gedanken jetzt nicht doch unberechtigterweise irgendwie 'eingemischt' zu haben in eine Insiderwissensgemeinschaft.

 Saira meinte dazu am 11.06.26 um 08:57:
Hallo Vaga,

vielen Dank für deine so feinsinnige und sorgfältige Betrachtung. Ich schätze es sehr, wie genau du zwischen den Ebenen des Aphorismus unterscheidest und dabei auch die Wirkung auf die Leser und Leserinnen reflektierst.

Du hast völlig recht: Der erste Aphorismus lebt von seiner kompakten Ironie - das „zwiegespaltene Ich“ spricht für sich, lässt Raum für Nachdenken und Schmunzeln zugleich. Der zweite Satz soll den Bogen tatsächlich zur Alltagsrealität schlagen, und ich verstehe deinen Hinweis, dass er dabei die Eigeninterpretation etwas einengt. 

Gerade das ist wohl auch das Wesen digitaler Räume: klare Botschaften, die zugleich den Spielraum für persönliche Interpretation begrenzen – eine spannende Spannung zwischen Ausdruck und Lesart.

Besonders wertvoll finde ich deine historischen Beispiele. Sie zeigen, dass Pseudonyme und Mehrfachidentitäten kein modernes Phänomen sind, sondern immer schon Mittel, um Identität zu navigieren – sei es aus Schutz, aus kreativer Freiheit oder aus gesellschaftlicher Notwendigkeit.

Insofern ist das Spiel mit Nicks nur eine zeitgemäße Fortsetzung dieser uralten Praxis: ein Tanz zwischen Verbergen, Spielen und Sichtbarwerden. Deine Gedanken öffnen den Blick darauf, wie tief verwurzelt dieses Phänomen in Literatur und Leben ist, und ich danke dir dafür sehr.

Herzliche Grüße
Saira
Alabanda (41)
(11.06.26, 07:28)
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 Saira meinte dazu am 11.06.26 um 08:50:
@Alabanda

netter Versuch
Alabanda (41) meinte dazu am 11.06.26 um 09:28:
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 EVdR (11.06.26, 08:51)
Nicks, verschiedene Identitäten, Marke, Pseudonym, sind für mich, als Mensch, verschiedene Begriffe.

Es gibt Communitys die eine doppelte Anmeldung zulassen. Man sollte also die Hausordnung (Nutzungsbedingungen) lesen. Bei KV ist dies nicht zulässig.

Hinter den eingangs genannten Begriffen stehen diverse Motive und Verwendungen.

George Sand, Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil, hätte als Frau kaum die Wirkung in Ihrer Zeit gehabt, glaube ich.


Den Kunstbetrieb kenne ich seit 45 Jahren. Früher habe ich unter Klarnamen gearbeitet. Es war eine andere Kunst, die heute keinerlei Verbindung mehr herstellen kann. Es gab Projekte unter Pseudonym, da die Kunst ans das Licht des Tages drängte.

Heute arbeite ich, der Mensch, unter einer Marke (Pseudonym), da die Kunst in zwei Linien arbeitet. Vor einem Jahr, wurde mir, dem Menschen bewusst, die Kunst hat sich von mir, dem Menschen entfernt und ein Eigenleben entwickelt. Es ergab sich für, mich die Fragestellung der Verifizierung, um darzulegen, hinter der Kunst steht ein realer Mensch. Meine?, die Kunst, kann sich kaum selbst veröffentlichen und bedarf der Hilfe eines Menschen.

 Saira meinte dazu am 11.06.26 um 09:07:
Hallo EVdR,

ich danke dir sehr für deinen ausführlichen und persönlichen Beitrag.

Du sprichst einen wichtigen Punkt an: Begriffe wie Nickname, Pseudonym, Marke oder Identität werden oft in einen Topf geworfen, obwohl sie sehr unterschiedliche Bedeutungen und Hintergründe haben. Gerade deine Schilderung macht deutlich, dass hinter einem Pseudonym nicht zwangsläufig der Wunsch steht, etwas zu verbergen, sondern oft der Wunsch, einer bestimmten künstlerischen Arbeit einen eigenen Raum zu geben.

Interessant finde ich deinen Gedanken, dass sich die Kunst im Laufe der Zeit vom Menschen löst und gewissermaßen ein Eigenleben entwickelt. Das ist ein Bild, das mir gefällt, nein, mehr noch, es beeindruckt mich. Viele Kreative erleben vermutlich irgendwann den Moment, in dem ein Werk oder eine künstlerische Richtung größer wird als die Person, die sie ursprünglich hervorgebracht hat.

Deshalb möchte ich auch betonen, dass sich meine Aphorismen nicht gegen Pseudonyme, Künstlernamen oder unterschiedliche kreative Ausdrucksformen richten. Die Literatur- und Kunstgeschichte wäre ohne sie um vieles ärmer. Mir ging es vielmehr um jene Fälle, in denen mehrere Identitäten bewusst eingesetzt werden, um andere zu täuschen, zu denunzieren, Zustimmung zu inszenieren oder Diskussionen zu beeinflussen.

Dein Beitrag erinnert daran, dass hinter einem Namen oft eine Geschichte steht. Dafür danke ich dir.

Herzliche Grüße
Saira

 AnneSeltmann (13.06.26, 10:11)
Herrlich, liebe Sigrun!

Zu besagter Person fällt mir ein:

"Manchmal wird aus einer gespaltenen Persönlichkeit eine komplette Diskussionsrunde."    :D

oder...


"Wenn ein Zweitaccount einen Drittaccount lobt, der einen Viertaccount verteidigt, wird es langsam familiär."



Ich hoffe, du verstehst meinen Sarkasmus  :D


Aufmunternde Grüße an dich

Anne

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 22.06.26 um 17:50:
@Sigi und Anne:
Wir hatten hier mal eine gespaltene Perönlichkeit, die tatsächlich mit Mehrfachaccounts eine komplette Diskussionsrunde veranstaltete.
Sie flog auf und kehrte nicht mehr zurück.
Gruß
Ekki

 Saira meinte dazu am 23.06.26 um 15:35:
Liebe Anne,

ja, ich verstehe deinen Sarkasmus bestens. 

Danke dir für deinen Humor und die aufmunternden Grüße.

Herzliche Grüße
Sigrun


 
Lieber Ekki,

auch mir ist unsere ehemalige Mitautorin unvergessen geblieben. Sie war mit mehr als 30 Accounts im KV angemeldet. Unser Webmaster hörte irgendwann auf zu zählen, aber da sie leider auch hetzerisch unterwegs war und sich selbst mit Sternchen versorgte, handelte unser Webmaster und ließ sie auffliegen.

Liebe Güße
Sigi

 DanceWith1Life (23.06.26, 15:58)
Ich sag nur Panter, Tiger & Co.
so sehr ich das hier angestrebte „ Klarheitschaffen“ auch begrüße, muss ich doch auf eine der ursprünglichen, oft in Vergessenheit geratenen künstlerischen Ambitionen hinweisen, wie schon Vaga und der Mensch hinter EVdR, und hinzufügen, dass man ja einfach den Namen von seinen Eltern bekommt und im Laufe der eigenen Entwicklung alle möglichen Prozesse durchläuft, sich davon zu lösen.

Obwohl Panzer , Tiger & Co einige psychologisch interessante Aspekte hatte.

Kommentar geändert am 23.06.2026 um 16:01 Uhr
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