Flügelschläge im Innern

Ode zum Thema Literatur

von  Saira

Manchmal steigt mein Herz auf
wie Dunst über unausgesprochenen Sätzen,
zieht Fäden aus Morgenlicht
durch die dünne Haut der Stille.

 

Ich sammle euch,
ihr Zungenlichter –
nicht wie Besitz,
sondern wie Berührung.

 

Federreste unsichtbarer Vögel
legen sich in mein Inneres,
und jeder Laut
wird ein tastender Flügelschlag.

 

Ihr seid mein Atem
jenseits der Lunge,
mein Kompass aus Tinte,
der mich durch unbetretene Gärten führt,
in denen nichts blüht
und doch alles möglich ist.

 

Die Fantasie
ist kein Ort,
sondern ein offenes Fenster,
an dem eure Stimmen wachsen,
leise, unaufhaltsam,
wie Efeu aus Zeit.

 

Ich liebe euch
nicht laut,
nicht greifbar,
sondern wie Wärme,
die im Dunkeln bleibt
und doch führt.

 

Manchmal werde ich selbst zu Papier,
zu einer Fläche aus Lauschen,
auf der ihr euch niederlasst
wie Staub aus Sternen.

 

Bleibt.

 

Nicht als Worte.
Als Puls.
Als Öffnung.
Als heimliche Bewegung
unter meiner Haut.

 

Denn ohne euch
wäre ich eine verschlossene Strophe,
ein Garten ohne Regen,
ein Himmel ohne Flug.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2025



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (28.11.25, 08:13)
Liebe Sigi,

das ist mir jetzt entchieden zu heftig!
All dieses schmückende Beiwerk, all diese Adjektive, all diese Übertreibungen überladen aus meiner Sicht das Gedicht und versperren die Sicht auf einen erkennbaren Sinn.

Sorry  :ermm:

 Saira meinte dazu am 28.11.25 um 08:24:
Liebe Heidrun,

danke für deine Offenheit. Für mich lebt dieses Gedicht gerade von der Fülle und dem Fließenden ... es ist weniger Erklärung, mehr Atembewegung. Ich verstehe aber gut, dass diese Art von Bildsprache nicht jeder gern liest. Danke, dass du trotzdem so ehrlich reagiert hast.

Liebe Grüße
Sigi
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