Blindheit

Aphorismus zum Thema Ignoranz

von  Saira

Kritik ist der Spiegel, der uns zeigt, wo wir uns noch entwickeln können – wer ihn zerbricht, bleibt blind.


 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2024



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Kommentare zu diesem Text

Graeculus (76)
(15.12.24, 14:03)
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 Saira meinte dazu am 15.12.24 um 15:59:
Ich freue mich über deine Zustimmung, Wolfgang!

Liebe Grüße
Saira
Klemm (64)
(15.12.24, 14:09)
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 Saira antwortete darauf am 15.12.24 um 16:01:
Absolut, nur so macht Kritik Sinn!

Danke und liebe Grüße
Saira

 Teo (15.12.24, 14:10)
Hi Sigi,
Passt.
hab schon überlegt, hier einen Spiegelspendenaufruf zu starten.
Es grüßt 
Teo

 Saira schrieb daraufhin am 15.12.24 um 16:02:
Moin Teo,

es reicht vielleicht auch einer. Er wird halt weitergereicht :)

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 15.12.24 um 22:09:
Hallo Sigi,

manchmal ist der Spiegel blind und manchmal die, die hineinschauen. Es gilt, an beidem zu arbeiten.

Liebe Grüße
Ekki

 Saira ergänzte dazu am 17.12.24 um 08:43:
Moin Ekki,

da kann ich dir nur beipflichten.

Liebe Grüße
Sigi

 plotzn (16.12.24, 09:50)
Servus Sigi,

und ich dachte, Scherben bringen Glück...

Nee, passt schon. Nichtgewölbte Spiegel zeigen uns schonungslos die Wahrheit, ehrliche Kritik auch.

Liebe Grüße
Stefan

 Saira meinte dazu am 17.12.24 um 08:50:
Servus Stefan,

Scherben sollen zwar Glück bringen, aber nur, wenn sie nicht aus Glas bestehen :ermm:

Ehrliche und konstruktive Kritik lässt uns vielleicht auch mal schwer schlucken, aber letztendlich kann sie sehr hilfreich sein.

Liebe Grüße
Sigi

 Pensionstarifklempner (17.12.24, 03:48)
Guten Tag! 
Ich kann alles ertragen, außer Kritik! Auch weiha, wenn erst der Weltspiegel zerbricht - wer sieht dann noch den Scherbenhaufen ???
Wünsche noch viel Vergnügungen. Wer mich ernst nimmt, der ist selber.....uld.

 Saira meinte dazu am 17.12.24 um 08:53:
Moin Pensionstarifklempner,

ich nehme dich immer ernst  :O Oh man, mein Fehler :(  :P

LG
Saira

 TassoTuwas (17.12.24, 09:32)
Moin Sigi,

Blindheit, ein Leiden das nicht nur die Augen befällt!

Liebe Grüße
TT

 Saira meinte dazu am 17.12.24 um 10:32:
Moin Tasso,

nachdem ich meine Brille ertastet habe und nun auch deinen Kommentar lesen kann, nicke ich zustimmend 8-) 

Liebe Grüße
Sigi

 Reliwette (14.02.26, 14:20)
Ein Mensch vor seinem Spiegelbild, das er sich selbst erschaffen, er wird, von Selbstgefälligkeit umhüllt, zum Schaukelspiel der Affen.

                                 II
Als er sich ein letztes Mal umwamdte, erblickte er die unendliche Menschenreihe auf  der glutroten Ebene. Ihre Körper schienen kaum in Bewegung und zerflossen mit den Abendwolken am Horizont.

ein surrealer Gruß, Saira!

 Saira meinte dazu am 15.02.26 um 10:33:
Ein starkes, fast traumartiges Bild, das du da entwirfst.

Die Selbsterschaffung des Spiegelbildes — und das Gefangensein darin — beschreibt Blindheit vielleicht noch radikaler als mein Aphorismus. Kritik würde hier nicht nur den Spiegel klären, sondern überhaupt erst wieder Wirklichkeit hineinlassen.

Surreal zurückgegrüßt

Saira

 Reliwette meinte dazu am 15.02.26 um 16:49:
Hallo Saira, zu diesem surrealen Text gibt es ein Gemälde, auf dem die Menschenreihe frontal zu sehen ist. Die Köpfe haben kein Gesicht, nur eine weiße Maske. Wenn es Dich interessiert .kannst Du es auf Reliwette.de unter der Rubrik "Werke" anschauen. Leider ist das Bild nicht mehr in meinem Besitz. Ich meine, dass es stärker wirkt als der Text.
Poetischer Gruß an eine Kollegin!
Hartmut

 Saira meinte dazu am 16.02.26 um 12:41:
Lieber Hartmut,

ich habe mich auf deiner Webseite – besonders in der Rubrik „Werke“ – nach dem Bild umgesehen, das du beschrieben hast: die frontal aufgereihte Menschenmenge mit den weißen Masken. Leider konnte ich es dort nicht entdecken.

Beim Suchen hatte ich stellenweise ein fast vertrautes Gefühl, denn ich erinnere mich, dass ich schon vor einigen Jahren einmal länger auf deinen Seiten gestöbert habe. Damals blieb ich eher intuitiv an einzelnen Arbeiten hängen; diesmal habe ich vieles mit wachsender Aufmerksamkeit gelesen – auch deine Vita – und dabei manches tiefer verstanden.

Je aufmerksamer ich sie lese, desto beeindruckender erscheint mir dieser Lebens- und Schaffensweg: die Vielgestaltigkeit deiner künstlerischen Rollen als Maler, Bildhauer, Autor und Performancer … vor allem aber die biografische Spannweite, aus der heraus deine Werke gewachsen sind.

Dass dein künstlerischer Ausdruck aus so unterschiedlichen Erfahrungsräumen gespeist wird – von der Arbeit im Justizvollzug über sozialtherapeutische Kontexte bis hin zu Performances im öffentlichen Raum – verleiht ihnen für mein Empfinden eine besondere Erdung. Sie wirken nicht wie Kunst aus Distanz, sondern wie Kunst aus unmittelbarer Begegnung mit Menschen, Brüchen und Wirklichkeiten.

Auch Projekte wie das Museum, das Forum im Labyrinth oder die vielen Aktionen und Festivals tragen diese Handschrift: Kunst nicht nur als Objekt, sondern als Raum, als Prozess, als Kommunikation.

Vielleicht berührt mich deshalb auch die Vorstellung des von dir beschriebenen Gemäldes so stark: diese frontal aufgereihte Menschenreihe, die ausgelöschten Gesichter hinter weißen Masken … Während dein Text noch Bewegung und Auflösung kennt, scheint das Bild den Moment endgültiger Erstarrung festzuhalten, als wäre dort die Blindheit selbst sichtbar geworden. 

Schade, dass es nicht mehr in deinem Besitz ist. Ich hätte es gern im Zusammenhang mit den anderen Arbeiten gesehen. Erinnerst du noch Titel oder Entstehungszeit? Mich würde interessieren, in welcher Phase dieses vielschichtigen Lebens- und Schaffensweges es entstanden ist.

Poetische Grüße
Saira

 Reliwette meinte dazu am 16.02.26 um 13:33:
Moin, liebe Saira,
danke für Deinen Kommentar. Ja, zu viele Blumen für ein Sankorn im Planetengetriebe.
Ich werde versuchen, Dir den Weg
zu dem bewussten Gemälde zu öffnen. Wenn Du schon auf die Seite gelangt bist, auf der meine "magic lnatern", (geöffnete Fotolinsen mit Blick vor das Objektiv)"gezeigt sind, dann entdeckst Du eine sehr kleine Reihe mit "Frühwerken". Zu sehen sind nur vier Bilder. Aber wenn Du die hochscrollst, erscheinen noch vier Bilder. Das bewusste Gemälde heißt; "Mein kleines Echo". Wenn man darauf klickt, wird es etwas vergößert. Es stammt aus 1972 . wie ich meine, so wie die ganze Serie. Daneben gibt es ein Bild "Blick nach draußen" oder "Begegnung mit Salomon", zwei Frauen mit Telefonhörern an der Hüfte, weng bekleidet und vor einer Pyramide. Der Hintergrund ist  surrealistisch dargestellt mit vielen Grüntönen, Ich habe eine alte Kunstrichtung, den Symbolismus, weitergeführt und  diese Richtung "Neosymbolismus" genannt. Nur wenige Kritike kamen damit klar, weil sie die graphischen Elemente störten, ein konstruktivistisches Element als Symbol für unsere Computerwelt, die sich seinerzeit rüstete, um unsere beschränkten Gehirne auf neue Pfade zu verführen. Das Smartphon hat unsere Gesellschaft auf kommunikativem Hintergrund ad absurdum geführt. Ich las auf Kommentaren zu Deinen Texten einen ähnlichen Inhalt.
Alles Liebe, alles Gute. Ich werde auch in Deiner Website stöbern. Ich war sehr lange weg vom kV.
Graeculus und einige andere "Macher" sind mir noch in Erinnerung.
  
Harmonie in der Dichtung ist doch etwas sehr Schönes. Mein Herz lächelt!
Hartmut

Antwort geändert am 16.02.2026 um 13:40 Uhr

 Saira meinte dazu am 17.02.26 um 09:21:
Lieber Hartmut,

ich danke dir für deine ausführliche Antwort und die Möglichkeit, tiefer in deine Werke einzutauchen. Deine Kunst, die immer wieder soziale Brüche und die Bedingungen des Menschlichen thematisiert, hat etwas Unaufhaltsames … wie ein Spiegel, der uns ohne Rücksicht auf unsere Wünsche die Wahrheit zeigt. 

Dabei ist es faszinierend, wie du mit verschiedenen Medien und Ausdrucksformen agierst. Deine „Frühwerke“ auf der Seite, besonders das Gemälde „Mein kleines Echo“, strahlen eine Tiefe aus, die den surrealen und symbolistischen Ansatz lebendig hält. Der Dialog zwischen den klaren, fast analytischen Formen und der offenen, emotionalen Schwingung erzeugt eine Spannung, die mich nachdenklich stimmt.

Du sprichst von der Herausforderung, dass viele Kritiker den konstruktivistischen Ansatz des „Neosymbolismus“ nicht verstanden haben, als er sich an die neue digitale Welt anpasste. Das ist eine klare Parallele zu dem, was du selbst in deinem Kommentar zur „Blindheit“ beschreibst: das Bedürfnis, die Dinge anders zu sehen, den eingeschliffenen Blick zu hinterfragen. Es erinnert mich an die Frage, ob wir in der heutigen Welt nicht auch in einer Art „Symbolismus der Maske“ leben … gesichtslos und in den Zahlen und Bildern einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft gefangen.

Und während du in „Mein kleines Echo“ mit einer fast apokalyptischen Intensität die Masken entwirfst, die uns vor unserem eigenen Spiegelbild schützen oder vielmehr entstellen, denke ich an die Worte, die du dem Gemälde von 1972 zuschreibst: „Blick nach draußen“ und „Begegnung mit Salomon“ – zwei Frauen vor der Pyramide, die wie ein Fragment aus einer untergegangenen Welt wirken, eingefroren in einem Moment, der die Kommunikation der Zukunft vorwegnimmt.

Was mich an diesen Werken und auch an deinem Text berührt, ist der Gedanke, dass wir vielleicht in einem ständigen Prozess der Selbstverleugnung leben oder besser gesagt, in einer Gesellschaft, die aus einem verzerrten Spiegelbild lebt, ohne sich wirklich mit der Realität zu verbinden. Das Bild der Menschenreihe ohne Gesichter in deiner Beschreibung ist ein Symbol für diese abwesende, bleiche Menschlichkeit, eine Menschlichkeit, die in einer stillen, nahezu ausdruckslosen Bewegung in eine Zukunft schreitet, die sie nicht mehr erkennt.

Deine Werke und Gedanken regen dazu an, in diesem Spiegel nicht nur zu sehen, sondern sich auch mit dem zu konfrontieren, was uns widersteht: das Bild zu hinterfragen und den Blick auf das zu richten, was uns aus dem Inneren heraus zu verstehen gibt, was sich jenseits der Glanzoberflächen verbirgt. 

Ich freue mich darauf, noch mehr von deinen Arbeiten zu entdecken, und danke dir erneut für diesen tiefen Einblick in deine künstlerische Reise.

Herzliche Grüße
Sigrun
 
P.S.
Es freut mich, dass du auch in meiner Website stöbern möchtest! Der Gedanke an die Zeit im KV und an die Begegnungen mit „Macher“-Persönlichkeiten wie Graeculus und anderen, die die Szene mitgestaltet haben, sind Erinnerungen wie Scherben eines längst zerbrochenen Spiegels, der uns heute noch neue Perspektiven gewährt. Es ist schön, dass du diese Verbindung mitträgst und dabei auch auf den Weg blicken kannst, den du selbst gegangen bist. Alles Liebe und Gute auch für dich.

 Reliwette meinte dazu am 17.02.26 um 13:13:
Liebe Saira, liebe Sigrun, ich habe mich entschlossen, Deinen Familiennamen zu verwenden, obschon ich es für ganz natürlich halte, dass ein/e Schriftsteller/In/ ,ein/e Autor/In sich selbst einen Namen nimmt, der seine Authentizität zum Ausdruck bringt und ihn als Urheber für seine Arbeiten und Aktivitäten ausweist.

Ich bin von Deinen Erkenntnissen, die Du aus meinen Bildern
ableitest, sehr beeindruckt. Du bist eine außergewühnliche Kunstschaffende. Ich fühle eine seelische Verwandtschaft mit /zu Dir, die sich mit jedem Kommentar verdichtet.
Ich habe bisher nur zwei Personen erkannt - aus allen Menschen, die mir auf meinem langen Lebensweg begegneten (fast 83 Jahre inzwischen), mit denen ich nicht nur die Weltanschauung teile. Ich mag die Sensibilität, mit der Du an einen Text, an ein Bild herangehst. Du lässt diese Sensibilität jene spüren, die Dich Lesen, und das ist wunderbar.. Das geht über alle Landesgrenzen hinweg und auf diese Weise kommt eine wunderbare Verbindung zustande. Das können unsere Berufspolitiker nur in einzelnen Fällen erreichen. weil sie sich fast ausschließlich mit formalen Entscheidungsprozessen beschäftigen.
Und Du bist eine selten intelligente Person, die auch optisch gut "rüberkommt". Das ist ganz selten. Ich glaube, dass ich das als Maler u. Bildhauer gut einschätzen kann. Das schreibe ich als öffntlichen Kommentar hier rein, denn wir sind öffentliche Personen, die sich das herausnehmen dürfen!

Ich danke Dir, dass Du Dir Zeit für mich und Deine Leser genommen hast!
Lieber poetischer Gruß!
Hartmut

 Saira meinte dazu am 18.02.26 um 08:53:
Lieber Hartmut,

hab Dank für deine warmen, sehr großzügigen Worte.

Ich freue mich, wenn meine Annäherungen an deine Arbeiten etwas von dem berühren, was du einst hineingelegt hast. Mehr kann ein Austausch zwischen Kunstschaffenden ja kaum leisten: dass sich Wahrnehmungen kreuzen, Resonanzen entstehen, vielleicht sogar neue Blickwinkel.

Die von dir empfundene „seelische Verwandtschaft“ begreife ich weniger als Feststellung, sondern als etwas, das im gemeinsamen Austausch wächst und sich in der Begegnung immer wieder neu formt. Gerade diese Offenheit macht Begegnungen für mich wertvoll.

Lass uns also gern weiter über Bilder, Texte und Spiegelungen der Wirklichkeit sprechen … dort, wo unsere eigentliche gemeinsame Sprache liegt.

Herzliche Grüße
Sigrun
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