Jenseits der Mauern

Gedicht zum Thema Menschenliebe/ Menschenhass

von  Saira

Flieg, du Liebe,
in Gedanken,
trag die Küsse mit dem Wind.
Leise Rufe
sind Begleiter,
bis sie angekommen sind.

 

Leg dich leise
dort zur Seite,
hauch den Kuss auf einen Mund,
lass die Nähe
Herzen finden,
mach ihr stilles Sehnen kund.

 

Flieg, du Sehnsucht,
in Gedanken,
trag die Träume still herbei,
dass sich füge,
was von Herzen
tief ersehnt und ewig sei.

 

Künde sacht
von jenen Wehen,
die das tiefe Sehnen schafft,
doch verschweige
all die Zweifel,
schenke Zuversicht und Kraft.

 

Flieg, du Hoffnung,
auf den Wegen,
trag den Wunsch behutsam fort,
dass nichts scheide,
was sich bindet,
führ ihn an den rechten Ort.

 

Manche Unbill
scheint vergessen,
Gutes hat sich festgefügt,
doch Vergangnes
hat geschrieben,
dass ein grader Weg oft trügt.

 

Hör das Rufen
in der Stille,
in der Tiefe dieser Nacht,
öffne Fenster,
öffne Sinne,
spür, was Liebe mitgebracht.

 

All die Träume,
all die Wünsche
mögen still auf Reisen sein,
durch das Dunkel
in den Morgen,
über Mauern, Stein um Stein.

 

Flieg, du Liebe,
durch die Herzen,
wo Entzweiung Wunden schlägt,
lass Verstehen
Brücken bauen,
die ein Mensch zum andern trägt.

 

Frag nicht Namen,
frag nicht Grenzen,
wem dein stilles Leuchten scheint.
Flieg von Menschen
hin zu Menschen,
bis die Liebe sie vereint.

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



8La0QaWAFWstEAAAAASUVORK5CYII=

Bild mit Hilfe von AI kreiert



Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von niemand, Citronella, Moppel, Verlo und Otto.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (24.08.26, 15:58)
Hallo Saira,
         ein wunderschöner Brückenbau, den Du
         gereimt hast. Du wirst viele Herzen damit
         erreichen, leider nicht alle.Die erste Strophe besteht             aus Jamben und Trochäen, die sich wundersam      z               zusammenfügen, wodurch sie einen aufrufenden                   Charakter bewirken. Auch die Trochäen der             a             sich anschließenden Zeilen verstärken eine Aktion                 mit aufrufendem Charakter
         F. Schiller müsste sich geehrte fühlen!

         Tolles Gedicht! nochmals summa cum laude, auch 
         wenn dieses Lob allmählich einen inflationären
         Charakter bekommt.
          Lieber Gruß! Reli
PS. Leider ist durch Korrekturen ein Zeilensalat entstanden, den ich nicht mehr korrigieren kan  ;-(

Kommentar geändert am 24.08.2026 um 16:10 Uhr

Kommentar geändert am 24.08.2026 um 16:11 Uhr

Kommentar geändert am 24.08.2026 um 16:14 Uhr

 Saira meinte dazu am 25.08.26 um 09:51:
Lieber Reli,

nun weiß ich dank dir, dass in meinen Versen Jamben und Trochäen offenbar einträchtiger miteinander umgehen als so manche Menschen. :)  Bei diesem Thema möchte ich das sogar als gutes Zeichen verstehen.

Dass du den aufrufenden Charakter darin wahrnimmst, freut mich sehr. Mir war wichtig, dass die Liebe in diesem Gedicht nicht nur ein schönes Gefühl bleibt, sondern sich gewissermaßen auf den Weg macht ... über Grenzen und Mauern hinweg.

Bei Schiller werde ich allerdings sehr kleinlaut. Lass ihn lieber dort oben auf seinem Dichterolymp sitzen, mir genügt ein bescheidenes Plätzchen weit darunter vollkommen.

Danke dir für deine Gedanken und dein großes Lob – inflationär hin oder her, gefreut hat es mich sehr.

Herzliche Grüße
Saira

 EkkehartMittelberg (24.08.26, 17:55)
Hallo Sigi,

Wünsche dürfen alle Grenzen überwinden und wenn die Liebe sie lenkt, fallen alle Mauern, die Lieblosigkeit errichtet.

Herzliche Grüße
Ekki

 Saira antwortete darauf am 25.08.26 um 09:52:
Hallo Ekki,

ob Liebe tatsächlich alle Mauern zum Einsturz bringen kann, weiß ich nicht, aber ich möchte daran glauben, dass sie wenigstens Türen öffnen, Risse entstehen lassen und Menschen einander wieder näherbringen kann.

Danke dir für deine schönen Gedanken zu meinem Gedicht.

Herzliche Grüße
Sigi
Zur Zeit online: