Weihnachten, drei Stimmen

Gedicht zum Thema Andere Welten

von  Saira

Halima

Halima zählt Nächte
wie reißende Fäden.
Wind streicht über Lehm
und über ihre Hände:
beide Schalen
ohne Inhalt.
Ein Stern blüht kurz auf –
ein Brot aus Fernlicht,
zu hoch für jeden Hunger.


Dawud

Dawud im Treppenhaus
der verstummten Stadt.
Mauern: Brandnarben.
Ein Foto –
ein Fenster ohne Rückkehr.
Donner ohne Himmel.
Doch eine Kerze hebt sich,
ein Flackern gegen die Furcht.

Maja

Maja vor Glas:
Dinge ohne Not.
Neon dröhnt.
Überfluss zieht an ihren Armen.
Unter der Brücke
senkt sie sich in seinen Schatten,
legt Handschuhe in fremde Finger.
Das Neon hält den Atem an.

 


Eine Nacht,
ein Tuch.
Risse.
Funken.


 

©Sigrun Al-Badri/ 2025



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (05.12.25, 18:23)
Hallo Sigi,
es tut gut, neben dem üblichen Weihnachtskitsch gewagte Metaphern zu lesen, die in eine andere Welt führen, in der auch zu Weihnachten Risse nicht ausgespart werden.
Liebe Grüße
Ekki

 Tula meinte dazu am 05.12.25 um 20:57:
Hallo
Dem kann man nur zustimmen
LG Tula

 Saira antwortete darauf am 06.12.25 um 10:17:
Lieber Ekki, lieber Tula,

es sind keine festlichen Töne, das stimmt. Aber vielleicht bleibt ein kleiner Raum, in dem solche Stimmen noch existieren dürfen. 


Danke fürs Mitlesen.

Liebe Grüße
Sigi

 Didi.Costaire (05.12.25, 19:37)
Hallo Sigi,

frohe Weihnachten sind das nicht. Ich hoffe, dass die Stimmen gehört werden.

Liebe Grüße,
Dirk

 Saira schrieb daraufhin am 06.12.25 um 10:18:
Lieber Dirk,

ja, fröhlich ist anders. Danke fürs Hinsehen!


Liebe Grüße
Sigi

 TassoTuwas (07.12.25, 01:07)
Hallo Sigi,

es gibt viele Stimmen, aber nur wenig Ohren.

Liebe Grüße
TT

 Saira äußerte darauf am 07.12.25 um 10:07:
Lieber Tasso,

es stimmt: Es gibt wenige Ohren. Aber jedes offene zählt und macht den Unterschied.

Danke, dass deines eines davon ist.

Liebe Grüße
Sigi
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