Zwischen Stirn und Welt

Gedicht zum Thema Stimmung

von  Saira

Die Nacht
verlässt den Himmel
in Arbeitskleidung.

 

Licht
legt die Dinge frei.

 

Ein Vogel
beginnt.

 

Der Spiegel
kennt meinen Namen,
verzichtet auf Kommentare.

 

Ich nicke.

 

Großzügig.

 

Der Kaffee
löst die Knoten
zwischen Stirn und Welt.

 

Gedanken
rasten ein.

 

Nicht alle freiwillig.

 

Die Türklinke
fühlt Puls.

 

Der Tag
macht den ersten Zug.

 

Ich trete hinaus.

 

Der Gehweg
sammelt Schritte.

 

Jeder
eine Geschichte.

 

Die Straßen
räuspern sich.

 

Fenster blinzeln.

 

Fahrräder
finden ihren Takt.

 

Ich stecke
die Hände
in die Taschen.

 

Genug Zuversicht.

 

Für heute.



 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von niemand, Citronella, Moppel, Verlo und Otto.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (27.06.26, 11:01)
Liebe Saira, 
              die  Nacht verlässt den Himmel
               in Arbeitskleidung.
               Das   war mein Rythmus seit 60
               Jahren.
               Mein Spiegel hat sch nie
               für mich interessiert, aber 
               umgekehrt wars genauso.
               Mein Puls kam öfter in meinen
               Ohren zum Bewusstsein
               Die alte Karre springt nicht an,
               morgens um 5 Uhr.
                Ich schiebe sie an, springe
                hinein, lege den zweiten Gang  ein
                und lasse die Kupplung einrasten.
                 Hurra, sie läuft,
                 der Tag kann kommen!
                "A 2" ?       " Hiiiiieeer!" 

Mit liebem Augenzwinkern: Reli

 Saira meinte dazu am 27.06.26 um 13:18:
Lieber Reli,

du hast deinen Tag damals wohl jedes Mal neu starten müssen … wie einen alten Motor, der erst nach ein bisschen Überredung wieder in Gang kommt.

Ich stelle mir deinen Morgen von einst genau so vor: erst Widerstand, dann ein Ruck, dann Kupplung, Gang rein und plötzlich sagt der Morgen: „Na gut, dann los.“

Und genau dort berühren sich unsere Bilder: bei diesem Moment, in dem etwas noch nicht will, aber trotzdem weitergeht.

Ich nehme deinen Kommentar als ein leises Augenzwinkern auf meinen Text und als schöne Erinnerung daran, dass jeder Morgen seine eigene Zündreihenfolge hat.

Danke dir dafür.  :)

Liebe Grüße
Saira

 EkkehartMittelberg (27.06.26, 11:26)
Hallo Sigi,

Lyrik lebt von den großen Themen, aber auch von gelungenen Momentaufnahmen.

Liebe Grüße
Ekki

 Saira antwortete darauf am 27.06.26 um 13:20:
Hallo Ekki,

ich glaube, Lyrik funktioniert oft über Verdichtung: ein einzelner Moment trägt dann mehr Bedeutung, als er im Alltag je haben dürfte.

Liebe Grüße
Sigi

 Didi.Costaire (28.06.26, 10:58)
Ein spannendes und wortgewandtes Gedicht, Sigi, in dem immer wieder Überraschungen lauern. Gefällt mir.

Liebe Grüße, 
Dirk

 Saira schrieb daraufhin am 28.06.26 um 18:01:
Hallo Dirk,

vielen Dank für dein schönes Feedback.

Ich freue mich, dass die kleinen Irritationen im Text für dich eher Neugier als Verwirrung geweckt haben. 

Liebe Grüße
Sigi

 TassoTuwas (28.06.26, 15:16)
Moin Sigi,

bei so einen Tagesbeginn könnte man als Rentner fast neidisch werden.
Morgen vielleicht, jetzt dreh ich mich noch mal um  :D !

LG TT

 Saira äußerte darauf am 28.06.26 um 18:03:
Moin Tasso,

als Rentner darf man den Tag ruhig auch mal mit einer Extrarunde im Bett beginnen.  :)

Ich wünsche dir jedenfalls für jedes Aufwachen einen entspannten Start, ganz gleich, wann es beginnt.

Liebe Grüße
Sigi

Antwort geändert am 28.06.2026 um 18:03 Uhr
Zur Zeit online: