Leise Räume

Gedicht zum Thema Weihnachten

von  Saira

Die Nacht liegt da wie ein verschlossener Brief,
der Antwort kennt, doch keinen Laut gewinnt.
Ein Stern steht tief, ein wenig schräg und schief,
als prüfe er, wer hofft und wer noch sinnt.


Die Straßen tragen Lichter wie Verbände,
nicht um zu heilen, nur um zu verdecken.
Darunter pocht das Alte bis ans Ende,
doch lernt es kurz, den Schmerz zu überdecken.

In Küchen zählt die Uhr mit kaltem Klang,
sie misst, was fehlt, seit etwas von uns ging.
Ein leerer Stuhl verharrt dort stundenlang,
als wöge Schweigen mehr als jedes Ding.

Wer nichts erwartet, hört das leise Gehen
von Schritten, die man warm im Dunkel hält.
Kein Engel kommt, nur stilles Weiterstehen
im Jetzt, in das kein großes Wort mehr fällt.

Vielleicht ist das genug in diesen Tagen:
Dass jemand fällt und dennoch nicht zerbricht.
Dass selbst im Dunkel leise Räume sagen:
Auch Nacht, sie trägt ihr eignes sanftes Licht.

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2025




Anmerkung von Saira:

Für diese Tage wünsche ich Ruhe, die trägt,
und ein Licht, das bleibt ... auch ohne großes Wort.


🎄 🎅  🕯️ ✨ ⭐

🕊️ ❄️ 🌟

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Didi.Costaire (22.12.25, 15:49)
Ein schönes Gedicht, Sigi!

Im Dunkeln ist der Stern der Strahler.
Er steht am Himmel wie ein Chief
und zwar ein relativ vitaler.
Die Erde wirkt kontemplativ. 

Liebe Grüße, 
Dirk

 Saira meinte dazu am 23.12.25 um 11:01:
Moin Dirk,

deine Verse haben einen eigenen Himmel aufgeschlagen. Der Stern darin schaut nicht nur. er bleibt. Danke für diesen leisen Blick von oben.
 
Liebe Grüße
Sigi


Antwort geändert am 23.12.2025 um 11:01 Uhr

 Tula (22.12.25, 21:10)
Liebe Sigi
Ein sehr nachdenklich stimmendes Weihnachtsgedicht. Wohl dem, der zum Fest nicht ganz alleine ist und noch etwas erwarten darf.

LG Tula

 Saira antwortete darauf am 23.12.25 um 11:02:
Lieber Tula,

Weihnachten macht vieles sichtbar:  Nähe, Mangel, Hoffnung.

 
Danke und liebe Grüße
Sigi

 willemswelt (22.12.25, 22:03)
besinnliche schöne Zeilen ,liebe Saira-auch dir wohltuende Weihnachten,Willem

 Saira schrieb daraufhin am 23.12.25 um 11:04:
Lieber Willem,

schön, dass dich die Zeilen erreicht haben. Ich wünsche dir ebenfalls wohltuende, stille Tage.


Liebe Grüße
Saira

 DanceWith1Life (22.12.25, 22:29)
Hier bin ich nun mit Milliarden andrer Lebensformen und keines ist mir wirklich fremd 
und doch befällt mich unter Menschen das Gefühl
Dass keiner je mich wirklich kennt

 Saira äußerte darauf am 23.12.25 um 11:07:
Man kann unter Menschen stehen und dennoch allein sein.  

Deine Zeilen sagen das ohne Bitterkeit. Das ist selten. Ich danke dir.

Liebe Grüße
Saira

 plotzn (23.12.25, 09:56)
Wenn Raum und Licht und Worte schwächeln,
dann wünsch ich mir ein leises Lächeln.

Schöne Feiertage, liebe Sigi!
Stefan

 Saira ergänzte dazu am 23.12.25 um 11:09:
Lieber Stefan,

das Leise hat oft die größte Kraft. 


Friedliche Weihnachten wünscht dir und deinen Liebsten,
Sigi

 TassoTuwas (23.12.25, 18:52)
Liebe Sigi,

ein schönes Gedicht, das dem Leser mitnimmt, auf den Weg durch Lärm und Hektik der Zeit, zu einer besinnlichen Stille.

Herzliche Grüße
TT

 Saira meinte dazu am 24.12.25 um 07:46:
Lieber Tasso,

wenn die Zeilen ein wenig Stille schenken konnten, dann hat sich ihr Weg gelohnt.

Frohe Weihnachten 🕯️ ✨ 🤍
Sigi

 AvaLiam (31.01.26, 00:43)
... nichts kann so laut sein wie Stille ...

und je leiser wir sie werden lassen wollen, um so lauter wird sie

... und doch braucht es manchmal einen leisen Raum, um das Schweigen zu hören, was wir so sehr vermissen ...

... und wenn es leise in uns wird und wir dem Schweigen Raum geben, werden Erinnerungen laut ...


möge meine gedankliche Umarmung nicht zu laut werden und unsere Verbindung nicht zu leise geworden sein

Deine Ava

 Saira meinte dazu am 31.01.26 um 08:56:
Liebe Ava,

beim Lesen deiner Worte wurde es in mir ganz still und zugleich weit, wie ein Raum, der sich öffnet, ohne etwas zu fordern.

Ja, in der Stille wird oft hörbar, was wir tagsüber schützen, indem wir es übertönen. Und es braucht Mut, diesem Schweigen Raum zu lassen, ohne davonzulaufen.

Deine Umarmung hat mich genau in diesem stillen Raum erreicht. Und unser Faden … er ist da. Unaufdringlich, tragend, spürbar wie immer.

Von <3 en
Deine Sigi
Zur Zeit online: