Zwischen Bomben und Erinnerungen

Gedicht zum Thema Abschied

von  Saira

Deine Stimme. In Gedanken
hör ich sie, so warm und klar.
Lachend, flüsternd, voller Leben,
niemals fordernd, immer nah.

 

Deine Augen. In Erinnerung
leuchten sie, so tief und weit.
Sprachen Bände, schenkten Hoffnung,
waren Trost in dunkler Zeit.

 

Deine Hände, stark und zärtlich,
hielten mich in Angst und Not.
Jetzt sind sie so fern und leblos,
kalt und stumm im Morgenrot.

 

Deine Liebe, unvergessen,
brannte hell und war so rein.
Gab mir Halt in allen Stürmen,
wird für immer bei mir sein.

 

Sanft berühr ich deine Wange,
doch mein Griff fasst nur noch Stein.
Wo einst Wärme, Herz und Leben,
ist nun Leere, Schmerz und Pein.

 

Leg mein Ohr auf deine Brust,
suche deinen Herzschlag sacht.
Doch der Lärm der letzten Bombe
hat das Leben fortgebracht.

 

Lege Blumen dir zur Seite,
schließe dir die Augen zu.
Küsse dich und flüst’re leise:
Schlaf in Frieden, Liebster, ruh.

 

 

 

 

 

© Sigrun Al-Badri/ 2025




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Kommentare zu diesem Text

Drita (60)
(13.09.25, 18:18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Saira meinte dazu am 13.09.25 um 18:47:
Ja, es ist traurig, liebe Drita. Danke für dein Feedback!

Liebe Grüße
Saira

 Eigenlicht (14.09.25, 00:44)
Klassisch. Reim, Rhythmus und Atmosphäre. Davon gibt es mittlerweile viel zu wenig. Gefällt mir.

 Saira antwortete darauf am 14.09.25 um 08:32:
Moin Eigenlicht,

ich freue mich über dein Feedback!

LG
Saira

 TassoTuwas (15.09.25, 09:43)
Guten Morgen Sigi,

der Zynismus einer Handvoll Kriegsverursacher verschlägt der Menschheit die Sprache. 
Die Trauer und Schmerzen von hunderttausend Hinterbliebenen 
findet im Stillen statt.
Wer anders als die Schriftstellen müssen solche Worte finden.
 
Diese Welt ist kein guter Ort
Liebe Grüße
TT

 Saira schrieb daraufhin am 15.09.25 um 10:25:
Lieber Tasso,
 
wenn die Waffen schweigen, beginnt der wahre Kampf - gegen die Narben, die niemand sieht.
 
Was bleibt, ist die Ohnmacht.
 
Traurige Grüße
Sigi

 plotzn (16.09.25, 15:12)
Sehr traurig, liebe Sigi!

die Menschheit scheint es immer noch nicht über die Macht des Stärkeren hinaus gebracht zu haben. Alle anderen "Regeln" des Zusammenlebens sind zu fragil, als dass sie nicht durch einzelne Mächtige torpediert werden können. Das resultierende Leid hast Du beklemmend gut beschrieben.

Liebe Grüße
Stefan

 Saira äußerte darauf am 17.09.25 um 08:54:
Lieber Stefan,
 
die Macht des Stärkeren zerstört so viel, nicht nur Leben, sondern auch Erinnerungen und Hoffnung.
 
Es ist furchtbar, wie zerbrechlich Frieden und Menschlichkeit sind.
 
Herzliche Grüße
Sigi
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