Schattenwege

Gedicht zum Thema Lebensweg

von  Saira

Der Weg aus abgewetzten Steinen,
schwarzweiß zum Mosaik gelegt,
mag dir als gut und sicher scheinen,
da er doch deine Schritte trägt.

Die Spur der immer gleichen Gänge,
auf der dein Dasein Runden dreht,
es gibt kein Stoßen und Gedränge,
weil jeder gleich getaktet geht.

Die Ränder bröckeln und zerfallen,
was vorwärtsblickend dunkel bleibt,
du siehst nicht, wenn in Intervallen,
manch Felsen in den Abgrund treibt.

Du folgst dem Trott, dem faden Gehen,
die Schulternähe macht fast blind,
du weißt, du hast es selbst gesehen,
dass andre Pfade möglich sind.

Ein Schritt aus jenem starren Fluss,
zerrt an den Wurzeln deiner Seele,
da blüht die Freiheit, im Genuss,
auf Wegen, die das Licht erwähle.

So lass die Schatten hinter dir,
die Angst, die dich in Ketten hält.
Und finde deinen Weg im Hier,
wo Sehnsucht neue Pfade wählt.

 

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2025



Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von niemand, Citronella, Moppel, Verlo und Otto.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Moppel (15.08.25, 19:56)
zm Ausbrechen aus dem Trott, dem vermeintlich Sicheren, braucht es Mut. Ein gutes Gedicht, Saira, das du auch gut auf der Lesung lesen könntest in Hattingen. lG von M.

 Saira meinte dazu am 16.08.25 um 09:24:
Moin Moppel,
 
du hast recht – das vermeintlich Sichere ist oft nur eine Illusion, die uns vor der Unsicherheit des Unbekannten bewahren soll.
 
Eine Lesung in Hattingen wäre bestimmt ein wunderbarer Rahmen, um solche Gedanken zu teilen. Ich wünsche allen, die dabei sind, eine inspirierende Zeit!
 
Danke dir und liebe Grüße
Saira

 AchterZwerg (15.08.25, 19:58)
Liebe Sigi,

"Der Weg ist das Ziel" gewinnt hier eine zusätzliche Bedeutung.

Es kommt (auch) darauf an, mit welchen Steinen der gepflastert ist - sind es solche mit Patina oder brandneue? Liegen sie gerade oder im Bogen? Lösen sich welche und bringen dich zum Stolpern?

Angst ist ein schwieriger Begleiter. Und die vor einem kompletten Neubeginn ganz besonders. Gerade mit zunehmendem Alter.

Das hast du gut erfassst, finde ich.

Liebe Grüße
Heidrun

 Saira antwortete darauf am 16.08.25 um 09:26:
Moin liebe Heidrun,
 
ein sehr tiefsinniger Kommentar!
 
Der Weg ist nicht nur das Ziel, sondern auch der Spiegel unserer inneren Entwicklung. Die Steine unseres Weges erzählen Geschichten von unseren Erfahrungen. Besonders dein Gedanke an die Patina gefällt mir sehr, denn sie kann uns sowohl Halt geben als auch zur Vorsicht mahnen.
 
Danke und liebe Grüße
Sigi
Teo (73)
(15.08.25, 19:58)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Saira schrieb daraufhin am 16.08.25 um 09:27:
Moin Teo,
 
ich finde, Standhaftigkeit und Beweglichkeit schließen sich nicht aus. Je sicherer unsere Schritte werden, desto größer ist meiner Meinung nach auch die Gefahr, unbeweglich zu werden und zu erstarren.
 
Danke und liebe Grüße
Sigi

 Didi.Costaire (15.08.25, 23:28)
Ein Gedicht gegen Abstumpfung. Gut gelungen, Sigi!

Liebe Grüße,
Dirk

 Saira äußerte darauf am 16.08.25 um 09:28:
Hallo Dirk,
 
jeder Versuch, gegen das Abstumpfen anzuschreiten, ist ein kleiner Sieg gegen die Gleichgültigkeit.
 
Danke und liebe Grüße
Sigi

 plotzn (16.08.25, 10:31)
Servus Sigi,

es gehört Mut dazu, neue Wege zu beschreiten und den alten Troott hinter sich zu lassen, aber es lohnt sich (meistens).

Schönes Gedicht!

Liebe Grüße
Stefan

 Saira ergänzte dazu am 17.08.25 um 08:34:
Servus Stefan,
 
ich denke, dass es manchmal auch ein schleichender Prozess ist, bis man bereit ist, neue Wege zu gehen.
 
Danke für dein Lob zu meinem Gedicht!
 
Liebe Grüße
Sigi

 TassoTuwas (16.08.25, 14:02)
Liebe Sigi,

wir leben in einer Zeit, die täglich neue Fragen aufwirft, während die alten Probleme ungelöst sind. 
Für Verunsicherung sorgt ein Heer von Experten der unterschiedlichsten Meinungen, Gerüchtemachern und Heilsbringern. Die geringste Gefahr scheint da der Marsch in der Masse.
Ist leider so, dass nicht einmal ein eindringliches Gedicht Wirkung zeigt.

Herzliche Grüße
TT

 Saira meinte dazu am 17.08.25 um 08:36:
Lieber Tasso,
 
die Unsicherheit unserer Zeit hat eine lähmende Wirkung. Der „Marsch in der Masse“ ist manchmal der bequemere Weg, aber auf Dauer bleibt dabei, denke ich, das Gefühl auf der Strecke, wirklich zu leben.
 
Danke für deine Gedanken!
 
Herzliche Grüße
Sigi
Zur Zeit online: