Wo der Frieden wohnt
Gedicht zum Thema Krieg/Krieger
von Saira
Kommentare zu diesem Text
Kinder sollten in Frieden leben und lernen, Frieden zu halten, Saira.
Wenn ich an die hungernden Kinder in Gaza denke, dann dreh sich mir der Magen um.
Warum holen wir die nicht nach Deutschland ? Politisches Kalkül.
lG von M.
Wenn ich an die hungernden Kinder in Gaza denke, dann dreh sich mir der Magen um.
Warum holen wir die nicht nach Deutschland ? Politisches Kalkül.
lG von M.
Dein Kommentar wirkt auf mich, als würdest du das Gedicht als Sprungbrett für eine politische Diskussion nutzen, ohne dich wirklich auf die poetische Ebene einzulassen, Moppel. Ich würde mir wünschen, dass du dich mehr auf die Bilder und Gefühle einlässt, die das Gedicht transportiert, statt es nur als Anlass für Kritik an politischen Entscheidungen zu nehmen.
LG
Saira
LG
Saira
ups. ookaaay....möchtest du mir demnächst die Kommentare zuschicken, Saira, die ich dir schreiben soll?
Moppel, indem du mir vorwirfst, ich wolle dir vorschreiben, was du sagen bzw. schreiben darfst, lenkst du von der eigentlichen Kritik ab: Dass dein erster Kommentar das Gedicht instrumentalisiert hat.
Teo (73)
(01.09.25, 13:19)
(01.09.25, 13:19)
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Moin Teo,
mich interessiert, was für dich besonders stimmig war … die Atmosphäre, die Bilder, die Botschaft?
Manchmal ist ein kurzes „Stimmt alles“ auch ein Zeichen dafür, dass man sich nicht tiefer mit dem Text auseinandergesetzt hat.
Liebe Grüße
Sigi
mich interessiert, was für dich besonders stimmig war … die Atmosphäre, die Bilder, die Botschaft?
Manchmal ist ein kurzes „Stimmt alles“ auch ein Zeichen dafür, dass man sich nicht tiefer mit dem Text auseinandergesetzt hat.
Liebe Grüße
Sigi
Teo (73) ergänzte dazu am 01.09.25 um 20:11:
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Teo, deine Antwort enthält nicht nur persönliche Spitzen, sondern auch eine abwertende Bemerkung über Menschen mit Migrationshintergrund. Deine Bemerkung zum „rettet den Migranten Tripp“ ist nicht nur unsachlich, sondern auch verletzend und pauschalisierend.
Du betonst, wie viele User sich über meinen Kommentar bei deinem Dialog amüsiert hätten. Doch Humor ist kein Freifahrtschein für Grenzüberschreitungen. Wenn Lachen auf Kosten anderer geht oder Vorurteile bedient, wird aus Ironie schnell Diskriminierung. Vielleicht magst du noch einmal reflektieren, ob das wirklich die Art von Resonanz ist, die du dir für den Geist dieses Forums wünscht.
Du betonst, wie viele User sich über meinen Kommentar bei deinem Dialog amüsiert hätten. Doch Humor ist kein Freifahrtschein für Grenzüberschreitungen. Wenn Lachen auf Kosten anderer geht oder Vorurteile bedient, wird aus Ironie schnell Diskriminierung. Vielleicht magst du noch einmal reflektieren, ob das wirklich die Art von Resonanz ist, die du dir für den Geist dieses Forums wünscht.
Teo (73) meinte dazu am 02.09.25 um 13:30:
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Moin Teo,
danke für deine Rückmeldung. Ich möchte noch einmal klarstellen, worum es mir geht: Es ist nicht der Begriff „Migrant“ an sich, sondern die Art und Weise, wie du ihn im Zusammenhang mit „rettet den Migranten Tripp“ benutzt hast. Damit wird eine ganze Gruppe von Menschen pauschal abgewertet und als Problem dargestellt. Das ist für mich nicht akzeptabel, unabhängig davon, wie du es gemeint hast.
Ich verstehe, dass persönliche Erfahrungen, wie der von dir geschilderte Vorfall, prägen und Emotionen auslösen können. Dennoch rechtfertigt das keine Verallgemeinerungen oder abwertenden Bemerkungen gegenüber allen Menschen mit Migrationshintergrund. Genau das ist der Punkt, den ich kritisiere.
Mir geht es nicht darum, dich persönlich anzugreifen, sondern um einen respektvollen Umgang miteinander, auch und gerade bei schwierigen Themen. Humor und Ironie sind wichtig, aber sie sollten nicht auf Kosten anderer gehen oder Vorurteile verstärken.
Ich wünsche mir, dass wir im Forum weiterhin offen diskutieren können, ohne dass einzelne Gruppen pauschal abgewertet werden. Das ist für mich der Geist eines respektvollen Miteinanders.
Liebe Grüße
Sigi
danke für deine Rückmeldung. Ich möchte noch einmal klarstellen, worum es mir geht: Es ist nicht der Begriff „Migrant“ an sich, sondern die Art und Weise, wie du ihn im Zusammenhang mit „rettet den Migranten Tripp“ benutzt hast. Damit wird eine ganze Gruppe von Menschen pauschal abgewertet und als Problem dargestellt. Das ist für mich nicht akzeptabel, unabhängig davon, wie du es gemeint hast.
Ich verstehe, dass persönliche Erfahrungen, wie der von dir geschilderte Vorfall, prägen und Emotionen auslösen können. Dennoch rechtfertigt das keine Verallgemeinerungen oder abwertenden Bemerkungen gegenüber allen Menschen mit Migrationshintergrund. Genau das ist der Punkt, den ich kritisiere.
Mir geht es nicht darum, dich persönlich anzugreifen, sondern um einen respektvollen Umgang miteinander, auch und gerade bei schwierigen Themen. Humor und Ironie sind wichtig, aber sie sollten nicht auf Kosten anderer gehen oder Vorurteile verstärken.
Ich wünsche mir, dass wir im Forum weiterhin offen diskutieren können, ohne dass einzelne Gruppen pauschal abgewertet werden. Das ist für mich der Geist eines respektvollen Miteinanders.
Liebe Grüße
Sigi
Teo (73) meinte dazu am 02.09.25 um 17:46:
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Graeculus (76) meinte dazu am 03.09.25 um 01:08:
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Teo (73) meinte dazu am 03.09.25 um 06:28:
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Liebe Sigi,
beeindruckende Worte, in die Du die Grauen des Krieges gefasst hast! Gerade die Gegenüberstellung der zarten Zerbrechlichkeit macht es so eindrucksvoll.
Liebe Grüße
Stefan
beeindruckende Worte, in die Du die Grauen des Krieges gefasst hast! Gerade die Gegenüberstellung der zarten Zerbrechlichkeit macht es so eindrucksvoll.
Liebe Grüße
Stefan
Danke, Stefan, für deine einfühlsamen Worte. Es freut mich, dass du die Zerbrechlichkeit und die Kontraste im Gedicht wahrgenommen hast.
Herzliche Grüße
Sigi
Herzliche Grüße
Sigi
Heute, am 1. September 2025, ist der "Antikriegstag".
Ich war nicht vorbereitet, deshalb schaute ich auf KV nach einem Fremdtext, der den Tag würdigt ... und fand Dein sensibles Gedicht, das die Sehnsucht aller Kinder nach Frieden beschreibt.
Egal wie alt wir sind, haben wir doch alle schonmal Berührungspunkte mit Krieg und seinen Folgen aus der Nähe oder geringer Entfernung erlebt.
Ich als Kriegswaise (Jg. 1942) wurde stark geprägt und bin sozusagen Pazifistin von Geburt an. Ich kenne viel gute literarische Worte und Statements von bekannten und unbekannten, überwiegend männlichen, Dichtern. Das Buch "Die Waffen nieder" von Bertha von Suttner zeigt eindringlich die weibliche Sicht und ist für mich "der" Anti-Kriegs-Roman. Es sollte Pflichtlektüre in den Schulen sein.
Aus dem lyrischen Bereich beeindruckt mich am meisten Arthur Rimbauds "Der Schläfer im Tal" und musikalisch die Zeile von Charles Aznavour "... und macht ihr wieder Krieg, den Frieden zu behüten – einmal war ich dabei, und nun will ich nicht mehr."
... Und nun kommst Du mit Deinen leisen, traurig schönen Versen, die mich tief berühren...
Danke für diese zarte Lyrik!
Liebe Grüße
Inge
Ich war nicht vorbereitet, deshalb schaute ich auf KV nach einem Fremdtext, der den Tag würdigt ... und fand Dein sensibles Gedicht, das die Sehnsucht aller Kinder nach Frieden beschreibt.
Egal wie alt wir sind, haben wir doch alle schonmal Berührungspunkte mit Krieg und seinen Folgen aus der Nähe oder geringer Entfernung erlebt.
Ich als Kriegswaise (Jg. 1942) wurde stark geprägt und bin sozusagen Pazifistin von Geburt an. Ich kenne viel gute literarische Worte und Statements von bekannten und unbekannten, überwiegend männlichen, Dichtern. Das Buch "Die Waffen nieder" von Bertha von Suttner zeigt eindringlich die weibliche Sicht und ist für mich "der" Anti-Kriegs-Roman. Es sollte Pflichtlektüre in den Schulen sein.
Aus dem lyrischen Bereich beeindruckt mich am meisten Arthur Rimbauds "Der Schläfer im Tal" und musikalisch die Zeile von Charles Aznavour "... und macht ihr wieder Krieg, den Frieden zu behüten – einmal war ich dabei, und nun will ich nicht mehr."
... Und nun kommst Du mit Deinen leisen, traurig schönen Versen, die mich tief berühren...
Danke für diese zarte Lyrik!
Liebe Grüße
Inge
Liebe Inge,
dass du als Kriegswaise und Pazifistin meine Zeilen als „leise, traurig schön“ empfindest, ist für mich ein großes Geschenk.
Ich stimme dir zu: Bücher wie „Die Waffen nieder“ sollten Pflichtlektüre sein. Sie öffnen die Augen für das, was auf dem Spiel steht, und geben besonders Frauen eine Stimme, die in der Kriegsliteratur oft zu kurz kommt.
Deine Verbindung von Literatur und Musik, von Rimbaud bis Aznavour, macht deutlich, wie universell die Sehnsucht nach Frieden ist.
Danke und herzliche Grüße
Saira
dass du als Kriegswaise und Pazifistin meine Zeilen als „leise, traurig schön“ empfindest, ist für mich ein großes Geschenk.
Ich stimme dir zu: Bücher wie „Die Waffen nieder“ sollten Pflichtlektüre sein. Sie öffnen die Augen für das, was auf dem Spiel steht, und geben besonders Frauen eine Stimme, die in der Kriegsliteratur oft zu kurz kommt.
Deine Verbindung von Literatur und Musik, von Rimbaud bis Aznavour, macht deutlich, wie universell die Sehnsucht nach Frieden ist.
Danke und herzliche Grüße
Saira
Dort, in der Trümmerlandschaft, dort, wo es kein Wasser und keine Nahrung gibt, die Kinder nach ihren toten Müttern rufen, reckt sich im Verborgenen die weiße Blume der Unschuld dem Staub entgegen. -
Schon beginnt sie zu verkümmern, weil es ihr an jedweder Hoffnung mangelt.
Nur im Tod liegt noch Verheißung:
Liebe Grüße
Heidrun
Schon beginnt sie zu verkümmern, weil es ihr an jedweder Hoffnung mangelt.
Nur im Tod liegt noch Verheißung:
Mama, nimm meine Hand,
lass uns gehen,
dorthin, wo der Frieden wohnt,
unter dem alten Feigenbaum,
wo wir jetzt ewig spielen.
lass uns gehen,
dorthin, wo der Frieden wohnt,
unter dem alten Feigenbaum,
wo wir jetzt ewig spielen.
Heidrun
Liebe Heidrun,
du hast die Symbolik der weißen Blume und des Feigenbaums weitergesponnen und damit die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit noch greifbarer gemacht. Es ist traurig, dass manchmal nur noch im Tod Verheißung liegt und doch ist es tröstlich, dass die Liebe zwischen Mutter und Kind selbst im Schmerz weiterlebt.
Danke für deine tiefgründigen Gedanken.
Herzliche Grüße
Sigi
du hast die Symbolik der weißen Blume und des Feigenbaums weitergesponnen und damit die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit noch greifbarer gemacht. Es ist traurig, dass manchmal nur noch im Tod Verheißung liegt und doch ist es tröstlich, dass die Liebe zwischen Mutter und Kind selbst im Schmerz weiterlebt.
Danke für deine tiefgründigen Gedanken.
Herzliche Grüße
Sigi
Liebe Sigi,
es gibt Geschehen, die sind nicht zu erklären.
Wenn Kinder sterben, gibt es keinen Sinn, gibt es kein Verstehen, gibt es nur Fragen aber keine Antworten.
Was man aber kann, ist, für das Unbeschreibliche die Worte finden, die Schmerz und Mitgefühl ausdrücken.
So lese ich dein Gedicht.
Herzliche Grüße
TT
es gibt Geschehen, die sind nicht zu erklären.
Wenn Kinder sterben, gibt es keinen Sinn, gibt es kein Verstehen, gibt es nur Fragen aber keine Antworten.
Was man aber kann, ist, für das Unbeschreibliche die Worte finden, die Schmerz und Mitgefühl ausdrücken.
So lese ich dein Gedicht.
Herzliche Grüße
TT
Danke, lieber Tasso, für deine Gedanken. Ich glaube, dass Poesie manchmal die einzige Sprache ist, die wir für das Unbegreifliche haben.
Herzliche Grüße
Sigi
Herzliche Grüße
Sigi
dubdidu (47)
(03.09.25, 13:07)
(03.09.25, 13:07)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Moin Dubdidu,
herzlichen Dank für deine intensive und einfühlsame Auseinandersetzung mit meinem Gedicht. Deine Deutung des Baumes als Symbol für Geborgenheit und Sehnsucht entspricht genau meiner Intention. Auch deine Gedanken zur Phantasie als Kraftquelle inmitten von Zerstörung sprechen mir aus dem Herzen … gerade das wollte ich vermitteln. Besonders berührt hat mich deine Lesart des Staubs als Überreste der Toten; sie eröffnet mir selbst eine neue, tiefere Ebene.
Das „Wir“ im Gedicht habe ich bewusst offengehalten, damit sich jede*r darin wiederfinden kann, sei es als Gemeinschaft, als Mutter und Kind oder als Ausdruck kollektiver Sehnsucht. Deine Überlegungen zur Sorglosigkeit gegenüber dem „Menschenerbe“ und zur Verantwortung finde ich sehr anregend.
Es hat mich besonders gefreut, wie aufmerksam du die Wechsel zwischen „Wir“ und „Ich“ wahrgenommen hast. Die plötzliche Trennung und der Verlust von Geborgenheit sind zentrale Motive meines Textes. Auch deine Deutung der Puppe als Symbol für Vergänglichkeit und Fürsorge sowie des Mädchens im weißen Kleid als Hoffnungsträgerin treffen meine Absicht sehr genau.
Dein Hinweis auf die Formulierung „so nah und doch so fern“ ist sehr wertvoll. Du hast recht, dass diese Wendung recht geläufig ist. Ich werde darüber nachdenken, wie ich diesen Moment in einer künftigen Fassung noch konkreter oder origineller gestalten kann, um die Ambivalenz zwischen Nähe und Unerreichbarkeit stärker herauszuarbeiten.
Auch deine Überlegungen zum „Lied der Taube“ und zum Refrain treffen einen zentralen Punkt: Die Taube steht für Frieden, aber auch für die universelle Sehnsucht nach Geborgenheit und Überwindung von Trennung. Es war mir wichtig, das Lied offen zu lassen – es kann sowohl das Lied der Taube als auch das innere Lied des lyrischen Ichs sein. Vielleicht verschmelzen beide Stimmen im Moment der Hoffnung und des Wunsches nach Frieden.
Deine Gedanken zur Mutterfigur und zum Feigenbaum sprechen mir ebenfalls aus dem Herzen. Die Mutter steht für Leben, Schutz und Verbundenheit, der Feigenbaum für Fruchtbarkeit, aber - wie du richtig anmerkst - auch für Ambivalenz, Tod und Endlichkeit. Diese Mehrdeutigkeit war mir wichtig, um die Komplexität von Frieden und Verlust zu zeigen.
Besonders spannend finde ich deine Interpretation des vom Wind verschluckten Namens. Die Vorstellung, dass damit die Individualität verloren geht und nur noch der Ruf bleibt, eröffnet eine neue, berührende Perspektive. Es ist tatsächlich ein Moment der Auflösung, in dem das Persönliche ins Allgemeine übergeht, vielleicht ein Sinnbild für all die namenlosen Opfer von Krieg und Gewalt, deren Stimmen dennoch weiterklingen.
Deine einfühlsame und vielschichtige Auseinandersetzung mit meinem Gedicht beeindruckt mich sehr. Es ist selten, dass sich jemand so intensiv auf die verschiedenen Ebenen eines Textes einlässt und dabei nicht nur meine Intentionen erkennt, sondern sie auch um neue, bereichernde Perspektiven erweitert. Deine Gedanken haben mir selbst neue Zugänge zu meinem eigenen Werk eröffnet und mir gezeigt, wie lebendig und vieldeutig Poesie im Dialog werden kann.
Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit und große Wertschätzung, die in jedem deiner Worte spürbar ist.
Liebe Grüße
Saira
herzlichen Dank für deine intensive und einfühlsame Auseinandersetzung mit meinem Gedicht. Deine Deutung des Baumes als Symbol für Geborgenheit und Sehnsucht entspricht genau meiner Intention. Auch deine Gedanken zur Phantasie als Kraftquelle inmitten von Zerstörung sprechen mir aus dem Herzen … gerade das wollte ich vermitteln. Besonders berührt hat mich deine Lesart des Staubs als Überreste der Toten; sie eröffnet mir selbst eine neue, tiefere Ebene.
Das „Wir“ im Gedicht habe ich bewusst offengehalten, damit sich jede*r darin wiederfinden kann, sei es als Gemeinschaft, als Mutter und Kind oder als Ausdruck kollektiver Sehnsucht. Deine Überlegungen zur Sorglosigkeit gegenüber dem „Menschenerbe“ und zur Verantwortung finde ich sehr anregend.
Es hat mich besonders gefreut, wie aufmerksam du die Wechsel zwischen „Wir“ und „Ich“ wahrgenommen hast. Die plötzliche Trennung und der Verlust von Geborgenheit sind zentrale Motive meines Textes. Auch deine Deutung der Puppe als Symbol für Vergänglichkeit und Fürsorge sowie des Mädchens im weißen Kleid als Hoffnungsträgerin treffen meine Absicht sehr genau.
Dein Hinweis auf die Formulierung „so nah und doch so fern“ ist sehr wertvoll. Du hast recht, dass diese Wendung recht geläufig ist. Ich werde darüber nachdenken, wie ich diesen Moment in einer künftigen Fassung noch konkreter oder origineller gestalten kann, um die Ambivalenz zwischen Nähe und Unerreichbarkeit stärker herauszuarbeiten.
Auch deine Überlegungen zum „Lied der Taube“ und zum Refrain treffen einen zentralen Punkt: Die Taube steht für Frieden, aber auch für die universelle Sehnsucht nach Geborgenheit und Überwindung von Trennung. Es war mir wichtig, das Lied offen zu lassen – es kann sowohl das Lied der Taube als auch das innere Lied des lyrischen Ichs sein. Vielleicht verschmelzen beide Stimmen im Moment der Hoffnung und des Wunsches nach Frieden.
Deine Gedanken zur Mutterfigur und zum Feigenbaum sprechen mir ebenfalls aus dem Herzen. Die Mutter steht für Leben, Schutz und Verbundenheit, der Feigenbaum für Fruchtbarkeit, aber - wie du richtig anmerkst - auch für Ambivalenz, Tod und Endlichkeit. Diese Mehrdeutigkeit war mir wichtig, um die Komplexität von Frieden und Verlust zu zeigen.
Besonders spannend finde ich deine Interpretation des vom Wind verschluckten Namens. Die Vorstellung, dass damit die Individualität verloren geht und nur noch der Ruf bleibt, eröffnet eine neue, berührende Perspektive. Es ist tatsächlich ein Moment der Auflösung, in dem das Persönliche ins Allgemeine übergeht, vielleicht ein Sinnbild für all die namenlosen Opfer von Krieg und Gewalt, deren Stimmen dennoch weiterklingen.
Deine einfühlsame und vielschichtige Auseinandersetzung mit meinem Gedicht beeindruckt mich sehr. Es ist selten, dass sich jemand so intensiv auf die verschiedenen Ebenen eines Textes einlässt und dabei nicht nur meine Intentionen erkennt, sondern sie auch um neue, bereichernde Perspektiven erweitert. Deine Gedanken haben mir selbst neue Zugänge zu meinem eigenen Werk eröffnet und mir gezeigt, wie lebendig und vieldeutig Poesie im Dialog werden kann.
Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit und große Wertschätzung, die in jedem deiner Worte spürbar ist.
Liebe Grüße
Saira
dubdidu (47) meinte dazu am 03.09.25 um 22:58:
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Arapaima (41)
(04.09.25, 07:35)
(04.09.25, 07:35)
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Danke, Arapaima, für dein schönes Feedback!
Liebe Grüße
Saira
Liebe Grüße
Saira
Drita (60)
(13.09.25, 18:15)
(13.09.25, 18:15)
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Herzlichen Dank, liebe Drita.
Liebe Grüße
Sigi
Liebe Grüße
Sigi