Vier kleine Fernen
Kurzgedicht zum Thema Ferne
von Saira
Kommentare zu diesem Text
Ich versuche es einmal
1. Ferne: Norden Süden Westen Osten
2. Ferne: ein geliebter Verstorbener oder Verreister oder.... nimmt telephatisch Kontakt auf
3. Eine Beobachtung die mein Herz wärmt
4. Ein früheres Erlebnis wird in Gedanken wach , eine liebevolle Erinnerung.
LG Nuna
1. Ferne: Norden Süden Westen Osten
2. Ferne: ein geliebter Verstorbener oder Verreister oder.... nimmt telephatisch Kontakt auf
3. Eine Beobachtung die mein Herz wärmt
4. Ein früheres Erlebnis wird in Gedanken wach , eine liebevolle Erinnerung.
LG Nuna
Liebe Nuna,
ich mag sehr, wie du die vier Strophen als vier verschiedene Arten von Ferne liest. Besonders dein Gedanke, dass Ferne nicht nur räumlich, sondern auch seelisch ist, berührt mich, als ob sich die Richtungen nach innen fortsetzen.
Danke!
Herzliche Grüße
Saira
ich mag sehr, wie du die vier Strophen als vier verschiedene Arten von Ferne liest. Besonders dein Gedanke, dass Ferne nicht nur räumlich, sondern auch seelisch ist, berührt mich, als ob sich die Richtungen nach innen fortsetzen.
Danke!
Herzliche Grüße
Saira
Das Gedicht spricht "französisch", liebe Saira. "Les quatre vents", "les quatre coins du ciel" - das sind geflügelte Worte, und an die hast Du mich sofort erinnert. Auch an Victor Hugo, der seine wichtigsten Gedichte zusammengefasst hat unter "Les quatre vents de l´esprit" - die vier Winde, die uns inspirieren...
Mich haben die "Vier kleinen Fernen" sehr inspiriert, still, ein bisschen suchend, aber auch versöhnt mit dem "Draußen".
C´est si bon
Eiskimo
Mich haben die "Vier kleinen Fernen" sehr inspiriert, still, ein bisschen suchend, aber auch versöhnt mit dem "Draußen".
C´est si bon
Eiskimo
Lieber Eiskimo,
du ahnst kaum, wie sehr mich deine französischen Bilder freuen.
:)
„Les quatre vents“, „les quatre coins du ciel“ – das öffnet den Raum meines Gedichts noch einmal weiter, als hätte es selbst plötzlich Flügel bekommen. Dass du Victor Hugos „Les quatre vents de l’esprit“ darin hörst, ist für mich ein großes Geschenk: als würde eine leise Linie mein kleines Gedicht mit einer langen literarischen Weite verbinden.
Es kann sein, dass diese „kleinen Fernen“ genau das sind: nicht Flucht, sondern ein inneres Unterwegssein, ein Lauschen nach dem, was von draußen nach innen weht. Dein Wort vom „versöhnt sein mit dem Draußen“ trifft es sehr genau.
Mein Französisch ist leider nicht mehr sehr gut, deshalb füge ich die Übersetzung vorsichtshalber bei:
Et peut-être que nos poèmes sont comme des fenêtres ouvertes:
ils laissent entrer le vent, mais aussi la lumière.
(Und vielleicht sind unsere Gedichte wie offene Fenster:
Sie lassen den Wind herein – und zugleich das Licht.)
Herzliche Grüße
Saira
du ahnst kaum, wie sehr mich deine französischen Bilder freuen.
:)
„Les quatre vents“, „les quatre coins du ciel“ – das öffnet den Raum meines Gedichts noch einmal weiter, als hätte es selbst plötzlich Flügel bekommen. Dass du Victor Hugos „Les quatre vents de l’esprit“ darin hörst, ist für mich ein großes Geschenk: als würde eine leise Linie mein kleines Gedicht mit einer langen literarischen Weite verbinden.
Es kann sein, dass diese „kleinen Fernen“ genau das sind: nicht Flucht, sondern ein inneres Unterwegssein, ein Lauschen nach dem, was von draußen nach innen weht. Dein Wort vom „versöhnt sein mit dem Draußen“ trifft es sehr genau.
Mein Französisch ist leider nicht mehr sehr gut, deshalb füge ich die Übersetzung vorsichtshalber bei:
Et peut-être que nos poèmes sont comme des fenêtres ouvertes:
ils laissent entrer le vent, mais aussi la lumière.
(Und vielleicht sind unsere Gedichte wie offene Fenster:
Sie lassen den Wind herein – und zugleich das Licht.)
Herzliche Grüße
Saira
Ja, da machst Du wirklich die Fenster auf, weitest den Blick und befreit einen von mancher Trübsal.
Merci!
Merci!
et je te remercie
Die unendliche Weite des Poesie-Himmels ist voller Lichter.
Oft sind es die kleinen Sterne die besonders hell strahlen.
Herzliche Grüße
TT
Oft sind es die kleinen Sterne die besonders hell strahlen.
Herzliche Grüße
TT
Lieber Tasso,
wenn meine „kleinen Fernen“ für dich ein solches Licht sind, erfüllt mich das mit Freude und Dankbarkeit.
Herzliche Grüße
Sigi
wenn meine „kleinen Fernen“ für dich ein solches Licht sind, erfüllt mich das mit Freude und Dankbarkeit.
Herzliche Grüße
Sigi
oh - liebe Freundin - man kann und mag in deinen Worten so viel suchen und sehen, finden und fühlen ...
Ein Blickwinken erlaubt mir die darin etwas zu entdecken, was man selbst entweder lange gesucht hat oder von dem man lange getrennt war (jemand, der sich entfernt hat oder den man verloren hat, oder das "Ich" z.B. oder Bruchstücke davon) ... Am Anfang war "es" oder waren die "Teile" (?) noch in alle Himmelsrichtungen verstreut, reduzieren sich dann auf einen Begriff und kommen somit ein Stück näher an einen heran - als "Einheit" und somit greifbarer, gegenständiger. So dass "es" (stellvertretend für alle Beispiele) zumindest so an Substanz gewinnt, dass es wieder - wenn auch leise - hörbar wird, und damit noch ein Stück näher kommt, die Distanz weiter reduziert wird. Dass sich vielleicht "etwas", was man bisher auf Abstand halten wollte oder musste, sich langsam vertraut sichtbar, spürbar, vertrauter macht, bis "es" das Innerste erreicht, man wieder eins wird mit sich selbst z. B. - auch wenns schwer fällt, schmerzt, aber man wieder "ganz/vollständig" ist, oder Frieden in einem Verlust findet, einem Schmerz - nachdem man müde geworden ist, was sehr viel Kraft gekostet hat und Zeit... und man selbst ist hinter den Mauern, hinter dem Erlebten oder hinter dem Verlust und Schmerz noch da - aber eben so zart und sensibel - das z.B. der anfängliche Abstand, die Entfernung als "Überlebenstaktik" verstanden werden kann - oder bei einem Verlust (sehr viel) Substanz von einem selbst verloren ging durch eine entsprechende Verbindung.
Das ist nur ein kurzer Ausschnitt aus meiner eigenen Deutungsebene, welche Gedanken deine Zeilen auslösen. Zu sagen gäbe es noch mehr. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viel in kurzen Gedichten verwoben, verbunden und verborgen sein kann. Jeder mag etwas anderes darin sehen - und jeder dieser Blickwinkel ist berechtigt. Ein "kleines" Gedicht - so "große" Wirkung.
Liebe Grüße
Ava
Ein Blickwinken erlaubt mir die darin etwas zu entdecken, was man selbst entweder lange gesucht hat oder von dem man lange getrennt war (jemand, der sich entfernt hat oder den man verloren hat, oder das "Ich" z.B. oder Bruchstücke davon) ... Am Anfang war "es" oder waren die "Teile" (?) noch in alle Himmelsrichtungen verstreut, reduzieren sich dann auf einen Begriff und kommen somit ein Stück näher an einen heran - als "Einheit" und somit greifbarer, gegenständiger. So dass "es" (stellvertretend für alle Beispiele) zumindest so an Substanz gewinnt, dass es wieder - wenn auch leise - hörbar wird, und damit noch ein Stück näher kommt, die Distanz weiter reduziert wird. Dass sich vielleicht "etwas", was man bisher auf Abstand halten wollte oder musste, sich langsam vertraut sichtbar, spürbar, vertrauter macht, bis "es" das Innerste erreicht, man wieder eins wird mit sich selbst z. B. - auch wenns schwer fällt, schmerzt, aber man wieder "ganz/vollständig" ist, oder Frieden in einem Verlust findet, einem Schmerz - nachdem man müde geworden ist, was sehr viel Kraft gekostet hat und Zeit... und man selbst ist hinter den Mauern, hinter dem Erlebten oder hinter dem Verlust und Schmerz noch da - aber eben so zart und sensibel - das z.B. der anfängliche Abstand, die Entfernung als "Überlebenstaktik" verstanden werden kann - oder bei einem Verlust (sehr viel) Substanz von einem selbst verloren ging durch eine entsprechende Verbindung.
Das ist nur ein kurzer Ausschnitt aus meiner eigenen Deutungsebene, welche Gedanken deine Zeilen auslösen. Zu sagen gäbe es noch mehr. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viel in kurzen Gedichten verwoben, verbunden und verborgen sein kann. Jeder mag etwas anderes darin sehen - und jeder dieser Blickwinkel ist berechtigt. Ein "kleines" Gedicht - so "große" Wirkung.
Liebe Grüße
Ava
Liebe Ava,
dein Kommentar berührt mich tief im Innern – nicht nur, weil du so aufmerksam liest, sondern weil du dich mit deiner eigenen Erfahrung so behutsam in das Gedicht hineinlehnst. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du nicht über die „Vier kleinen Fernen“ sprichst, sondern dich mit ihnen gemeinsam bewegst.
Dein Gedanke der verstreuten Teile, die sich allmählich sammeln, verdichten, von allen Himmelsrichtungen her zu etwas Greifbarerem werden, trifft einen Kern, den ich selbst beim Schreiben eher gespürt als bewusst gedacht habe. Dieses langsame Näherkommen – nicht als Eroberung, sondern als Erlaubnis. Dass etwas, das man aus Schutz, aus Schmerz oder aus Überlebensnotwendigkeit auf Abstand gehalten hat, leise wieder hörbar wird. Vielleicht nicht laut, nicht fordernd, sondern „leiser als ein Wort“.
Besonders berührt mich, wie du das Müde-Werden beschreibst: nicht als Schwäche, sondern als einen Zustand, in dem Frieden überhaupt erst möglich wird. Dieses Müdesein nach langem Tragen, nach Abwehr, nach Verlust – und darin dennoch ein Weiter-Da-Sein, zart, empfindlich, aber existent. Ja, genau das meinte ich mit dem „müden Lied“ am Ende: nichts Triumphales, eher ein leises Weiterklingen dessen, was noch da ist.
Dass du die anfängliche Ferne auch als Schutzraum, als Überlebenstaktik liest, empfinde ich als sehr stimmig. Nicht jede Distanz ist Kälte – manchmal ist sie das Einzige, was Nähe später wieder möglich macht. Und dass Substanz verloren gehen kann durch Verbindung, durch Liebe, durch Abschied, durch Schmerz – auch das hast du sehr klar und zugleich sehr sanft benannt.
Ich mag sehr, dass du betonst, wie viele Ebenen in kurzen Gedichten verborgen sein können, ohne dass sie sich gegenseitig ausschließen. Deine Deutung nimmt nichts weg, sie fügt etwas hinzu – und genau das liebe ich an solchen Gesprächen über Texte. Dass jedes Lesen ein neues Licht anzündet, ein anderes Fenster öffnet.
Danke dir für diese große, offene, mitdenkenden Worte. Sie sind mir nah gegangen.
Herzliche Grüße
Sigi
dein Kommentar berührt mich tief im Innern – nicht nur, weil du so aufmerksam liest, sondern weil du dich mit deiner eigenen Erfahrung so behutsam in das Gedicht hineinlehnst. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass du nicht über die „Vier kleinen Fernen“ sprichst, sondern dich mit ihnen gemeinsam bewegst.
Dein Gedanke der verstreuten Teile, die sich allmählich sammeln, verdichten, von allen Himmelsrichtungen her zu etwas Greifbarerem werden, trifft einen Kern, den ich selbst beim Schreiben eher gespürt als bewusst gedacht habe. Dieses langsame Näherkommen – nicht als Eroberung, sondern als Erlaubnis. Dass etwas, das man aus Schutz, aus Schmerz oder aus Überlebensnotwendigkeit auf Abstand gehalten hat, leise wieder hörbar wird. Vielleicht nicht laut, nicht fordernd, sondern „leiser als ein Wort“.
Besonders berührt mich, wie du das Müde-Werden beschreibst: nicht als Schwäche, sondern als einen Zustand, in dem Frieden überhaupt erst möglich wird. Dieses Müdesein nach langem Tragen, nach Abwehr, nach Verlust – und darin dennoch ein Weiter-Da-Sein, zart, empfindlich, aber existent. Ja, genau das meinte ich mit dem „müden Lied“ am Ende: nichts Triumphales, eher ein leises Weiterklingen dessen, was noch da ist.
Dass du die anfängliche Ferne auch als Schutzraum, als Überlebenstaktik liest, empfinde ich als sehr stimmig. Nicht jede Distanz ist Kälte – manchmal ist sie das Einzige, was Nähe später wieder möglich macht. Und dass Substanz verloren gehen kann durch Verbindung, durch Liebe, durch Abschied, durch Schmerz – auch das hast du sehr klar und zugleich sehr sanft benannt.
Ich mag sehr, dass du betonst, wie viele Ebenen in kurzen Gedichten verborgen sein können, ohne dass sie sich gegenseitig ausschließen. Deine Deutung nimmt nichts weg, sie fügt etwas hinzu – und genau das liebe ich an solchen Gesprächen über Texte. Dass jedes Lesen ein neues Licht anzündet, ein anderes Fenster öffnet.
Danke dir für diese große, offene, mitdenkenden Worte. Sie sind mir nah gegangen.
Herzliche Grüße
Sigi