Das Archiv der Glücksschlächter
Verserzählung zum Thema Sprache/ Sprachen
von Saira
Kommentare zu diesem Text
Liebe Saira,
dieser Text ist sehr mutig. Wir sprachen darüber, welchen Einfluss kann Literatur auf diese Ebene irrer Erscheinungen haben, und weshalb schreiben die sehenden Autoren/Innen, die Schriftsteller/Innen und gestaltenden Bildenden Kunstschaffenden weiter, wenn doch die schnelllebende Wirklichkeit alles Liebenswerte auszulöschen droht?
Macht weiter, noch sind wir!
Es grüßt und winkt!
Hartmut
dieser Text ist sehr mutig. Wir sprachen darüber, welchen Einfluss kann Literatur auf diese Ebene irrer Erscheinungen haben, und weshalb schreiben die sehenden Autoren/Innen, die Schriftsteller/Innen und gestaltenden Bildenden Kunstschaffenden weiter, wenn doch die schnelllebende Wirklichkeit alles Liebenswerte auszulöschen droht?
Macht weiter, noch sind wir!
Es grüßt und winkt!
Hartmut
Lieber Hartmut,
du fragst nach dem Einfluss von Literatur auf diesen Ebenen der Verrohung.
Ich fürchte, sie verhindert sie nicht. Aber sie widerspricht.
Jeder geschriebene Satz, der sich nicht beugt, ist ein kleiner Akt der Unverfügbarkeit.
Vielleicht ist das ihre eigentliche Kraft:
nicht zu siegen, sondern sich nicht vereinnahmen zu lassen.
„Noch sind wir“ klingt für mich deshalb weniger wie Hoffnung, mehr wie Widerstand auf leiser Frequenz.
Herzliche Grüße
Saira
du fragst nach dem Einfluss von Literatur auf diesen Ebenen der Verrohung.
Ich fürchte, sie verhindert sie nicht. Aber sie widerspricht.
Jeder geschriebene Satz, der sich nicht beugt, ist ein kleiner Akt der Unverfügbarkeit.
Vielleicht ist das ihre eigentliche Kraft:
nicht zu siegen, sondern sich nicht vereinnahmen zu lassen.
„Noch sind wir“ klingt für mich deshalb weniger wie Hoffnung, mehr wie Widerstand auf leiser Frequenz.
Herzliche Grüße
Saira
Hallo Sigi,
solche Leute gibt es im Miniaturformat sogar bei kV. Du hast sie grandios beschrieben.
Liebe Grüße,
Dirk
solche Leute gibt es im Miniaturformat sogar bei kV. Du hast sie grandios beschrieben.
Liebe Grüße,
Dirk
:D
Moin Dirk,
ja, sie existieren auch im Kleinformat – sozusagen
als Reiseausgabe.
Wenn der Text etwas „grandios“ getroffen hat, lag das vermutlich weniger an Übertreibung als an Wiedererkennung.
Liebe Grüße
Saira
@Tula
ja, sie existieren auch im Kleinformat – sozusagen
als Reiseausgabe.
Wenn der Text etwas „grandios“ getroffen hat, lag das vermutlich weniger an Übertreibung als an Wiedererkennung.
Liebe Grüße
Saira
@Tula

Antwort geändert am 25.02.2026 um 09:56 Uhr
Den Grundgedanken von einer sich gegen Meinungsdiktatur wehrenden und behauptenden Minderheit kennen wir alle aus Ray Bradburys "Fahrenheit 451". Ob es erneut zu Bücherverbrennungen kommen wird? Und wer sind die Verbrenner, die woken Cancel-Culture Fans oder die Anhänger einer White Supremacy?
Hallo Quoth,
dein Verweis auf Fahrenheit 451 hat mich sofort angesprochen. Diese Idee, dass eine Minderheit Sprache und Gedanken bewahrt, während um sie herum Vereinheitlichung greift, berührt auch für mich einen zentralen Punkt meines Textes.
Ich merke nur, dass ich die Parallele nicht ganz offen in alle Richtungen lese. Für mich liegt sie stärker dort, wo Ideologien beginnen, Vielfalt als Bedrohung zu empfinden, wo Ausschluss, Überlegenheitsdenken oder der Wunsch nach „Reinheit“ ins Spiel kommen.
Bradburys Welt entsteht ja aus der Angst vor Differenz und aus dem Drang, alles Komplexe zu glätten. In diesem Sinne sehe ich die „Verbrenner“ gedanklich näher bei autoritären, ausgrenzenden Strömungen.
Mein Text wollte genau diese Mechanik sichtbar machen:
was passiert, wenn Sprache eingehegt oder normiert wird, weil Abweichung nicht mehr ausgehalten wird.
Deinen Vergleich finde ich deshalb sehr klug.
Liebe Grüße
Saira
dein Verweis auf Fahrenheit 451 hat mich sofort angesprochen. Diese Idee, dass eine Minderheit Sprache und Gedanken bewahrt, während um sie herum Vereinheitlichung greift, berührt auch für mich einen zentralen Punkt meines Textes.
Ich merke nur, dass ich die Parallele nicht ganz offen in alle Richtungen lese. Für mich liegt sie stärker dort, wo Ideologien beginnen, Vielfalt als Bedrohung zu empfinden, wo Ausschluss, Überlegenheitsdenken oder der Wunsch nach „Reinheit“ ins Spiel kommen.
Bradburys Welt entsteht ja aus der Angst vor Differenz und aus dem Drang, alles Komplexe zu glätten. In diesem Sinne sehe ich die „Verbrenner“ gedanklich näher bei autoritären, ausgrenzenden Strömungen.
Mein Text wollte genau diese Mechanik sichtbar machen:
was passiert, wenn Sprache eingehegt oder normiert wird, weil Abweichung nicht mehr ausgehalten wird.
Deinen Vergleich finde ich deshalb sehr klug.
Liebe Grüße
Saira
Schreibfreude trifft Tintenkiller ... ist meine erste, sehr verkürzende Assoziation, wobei der Tintenkiller nicht nur schlachtet, er schwärzt und er ertränkt... Oh, je!
Aber, liebe Saira, die Ironie Deiner so facettenreichen Verserzählung ist: Die Schreibfreude (besser: Schreibkunst!) feiert mit Dir Auferstehung, aber wie!!
LG
Eiskimo
Aber, liebe Saira, die Ironie Deiner so facettenreichen Verserzählung ist: Die Schreibfreude (besser: Schreibkunst!) feiert mit Dir Auferstehung, aber wie!!
LG
Eiskimo
Lieber eiskimo,
„Tintenkiller“ ist ein herrlich treffendes Wort, fast schon eine eigene Figur aus der Bibliothek.
Und vielleicht stimmt es:
Je mehr geschwärzt wird, desto hartnäckiger sucht sich die Tinte neue Wege.
Sie scheint ein ausgeprägtes Auferstehungstalent zu haben. :)
Herzliche Grüße
Saira
„Tintenkiller“ ist ein herrlich treffendes Wort, fast schon eine eigene Figur aus der Bibliothek.
Und vielleicht stimmt es:
Je mehr geschwärzt wird, desto hartnäckiger sucht sich die Tinte neue Wege.
Sie scheint ein ausgeprägtes Auferstehungstalent zu haben. :)
Herzliche Grüße
Saira