Die Zeche zahlt der Kranke
Satire zum Thema Politik
von Saira
Kommentare zu diesem Text
Oh Meio Mei, liebe Saira.
Dein Text fetzt! Das ist nicht nur gut in Szene gesetzt, da steckt soviel Wahrheit und Erkenntnis drin. Hoffentlich lesen die Großkopferten das!
Ärtze maßen sich zunehmend freies Unternehmertum an.
Ist doch kein Wunder, dass so viele Menschen "steil" gehen.
Als Denkzettel ist das geeignet, doch Vorsicht, drei Prozent mehr und bei den Bürgerlichen 3 Prozent weniger!Dann geht das gewaltig ins Auge .
Summa cum laude!
Lieber Gruß! Reli
..
Dein Text fetzt! Das ist nicht nur gut in Szene gesetzt, da steckt soviel Wahrheit und Erkenntnis drin. Hoffentlich lesen die Großkopferten das!
Ärtze maßen sich zunehmend freies Unternehmertum an.
Ist doch kein Wunder, dass so viele Menschen "steil" gehen.
Als Denkzettel ist das geeignet, doch Vorsicht, drei Prozent mehr und bei den Bürgerlichen 3 Prozent weniger!Dann geht das gewaltig ins Auge .
Summa cum laude!
Lieber Gruß! Reli
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Lieber Reli,
was für ein schöner Kommentar, ich danke dir! Über dein „Oh Meio Mei“ musste ich lachen, und beim „Summa cum laude“ bin ich dann gleich noch ein Stückchen gewachsen.
Die „Großkopferten“ gefällt mir übrigens. Ja, die dürften meine Zeilen ruhig lesen, gerne zweimal.
Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass bei all den Diskussionen über Beiträge, Kosten und Einsparungen derjenige fast zur Nebensache wird, um den es eigentlich gehen sollte: der kranke Mensch.
Wer über Kürzungen entscheidet, sieht Zahlen und Haushalte. Wer krank ist, erlebt dagegen ganz konkret, was eine Entscheidung bedeutet. Er wartet auf einen Termin, braucht ein Hilfsmittel, bekommt eine Ablehnung oder muss sich mit einem Widerspruch herumschlagen. Und das in einer Zeit, in der ihm für solche Kämpfe oft die Kraft fehlt. Wie viele verzweifeln und geben auf? Wie traurig ist nur alleine dieser Gedanke.
Genau deshalb ärgert mich diese große Entfernung zwischen dem politischen Schreibtisch und dem wirklichen Leben. Sparen lässt sich leicht fordern, solange ein anderer die Folgen trägt.
Die Großkopferten sollten nicht nur meine Satire lesen. Ein paar Tage auf der anderen Seite des Schreibtisches wären wesentlich lehrreicher.
Danke dir für deinen herrlichen Kommentar und natürlich ganz besonders für das „Summa cum laude“!
Lieben Gruß
Saira
was für ein schöner Kommentar, ich danke dir! Über dein „Oh Meio Mei“ musste ich lachen, und beim „Summa cum laude“ bin ich dann gleich noch ein Stückchen gewachsen.
Die „Großkopferten“ gefällt mir übrigens. Ja, die dürften meine Zeilen ruhig lesen, gerne zweimal.
Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass bei all den Diskussionen über Beiträge, Kosten und Einsparungen derjenige fast zur Nebensache wird, um den es eigentlich gehen sollte: der kranke Mensch.
Wer über Kürzungen entscheidet, sieht Zahlen und Haushalte. Wer krank ist, erlebt dagegen ganz konkret, was eine Entscheidung bedeutet. Er wartet auf einen Termin, braucht ein Hilfsmittel, bekommt eine Ablehnung oder muss sich mit einem Widerspruch herumschlagen. Und das in einer Zeit, in der ihm für solche Kämpfe oft die Kraft fehlt. Wie viele verzweifeln und geben auf? Wie traurig ist nur alleine dieser Gedanke.
Genau deshalb ärgert mich diese große Entfernung zwischen dem politischen Schreibtisch und dem wirklichen Leben. Sparen lässt sich leicht fordern, solange ein anderer die Folgen trägt.
Die Großkopferten sollten nicht nur meine Satire lesen. Ein paar Tage auf der anderen Seite des Schreibtisches wären wesentlich lehrreicher.
Danke dir für deinen herrlichen Kommentar und natürlich ganz besonders für das „Summa cum laude“!
Lieben Gruß
Saira
Ich hab kürzlich im Internet eine Zahl gelesen: Das staatliche Rentensystem in Norwegen würde von 700 bis 800 Angestellten organisiert werden. In Deutschland seien es 150.000. Ok, Deutschland hat 10 Mal so viele Einwohner, aber 800 mal 10...
Im Gesundheitssystem könnte es ähnlich aussehen. Ein aufgeblähter Verwaltugsapparat verfrisst die Beiträge?
Ich persönlich hatte schon mal recherchiert, ob ich eine eigene Krankenversicherung gründen dürfte, qua Gesetz? Nein.
Als Arbeitsloser ohne Leistungsbezug, also vorläufiger Privatier, ziehen sie Dir monatlich automatisch ca. 650 Euro von Deinem Konto, also aus deinen theoretischen Rücklagen, ein. Mit Minijob, knapp über der Minijob-Bemessungsgrenze sinds dann wieder nur ca. 150 Euro, aber erstmal beides, also ca. 800 Euro, bis man es über den Arbeitgeber meldet...
Dass hier und da im deutschen Dienstleistungssektor keine deutschen Arbeitnehmer (oder wenigstens Arbeitnehmer aus dem Ausland mit ausreichenden Deutschkenntnissen) gefunden werden, passt ins Bild.
Standardabsage ans System meinerseits: "Pizzabote mit dem E-Bike" ist für schlechte Ärzte oder Juristen (usw., natürlich auch für überflüssige Verwaltungsangestellte) ein zumutbarer Folgeberuf.
Sry. fd politischen prosaischen Beitrag unter einem Gedicht. Ging in Teilen intern schon mal raus an eine Partei meines Vertrauens.
Im Gesundheitssystem könnte es ähnlich aussehen. Ein aufgeblähter Verwaltugsapparat verfrisst die Beiträge?
Ich persönlich hatte schon mal recherchiert, ob ich eine eigene Krankenversicherung gründen dürfte, qua Gesetz? Nein.
Als Arbeitsloser ohne Leistungsbezug, also vorläufiger Privatier, ziehen sie Dir monatlich automatisch ca. 650 Euro von Deinem Konto, also aus deinen theoretischen Rücklagen, ein. Mit Minijob, knapp über der Minijob-Bemessungsgrenze sinds dann wieder nur ca. 150 Euro, aber erstmal beides, also ca. 800 Euro, bis man es über den Arbeitgeber meldet...
Dass hier und da im deutschen Dienstleistungssektor keine deutschen Arbeitnehmer (oder wenigstens Arbeitnehmer aus dem Ausland mit ausreichenden Deutschkenntnissen) gefunden werden, passt ins Bild.
Standardabsage ans System meinerseits: "Pizzabote mit dem E-Bike" ist für schlechte Ärzte oder Juristen (usw., natürlich auch für überflüssige Verwaltungsangestellte) ein zumutbarer Folgeberuf.
Sry. fd politischen prosaischen Beitrag unter einem Gedicht. Ging in Teilen intern schon mal raus an eine Partei meines Vertrauens.
Hallo David,
dein Kommentar führt für mich zu einer weiteren Frage: Woran misst man eigentlich, ob ein Gesundheitssystem gut funktioniert? Daran, wie effizient es verwaltet wird oder daran, wie es mit einem Menschen umgeht, wenn er krank und auf Hilfe angewiesen ist?
Bei den konkreten Zahlen zu Norwegen bin ich vorsichtig, weil sich unterschiedlich aufgebaute Systeme nur schwer anhand der Zahl ihrer Beschäftigten vergleichen lassen.
Aber die Frage, die du damit aufwirfst, finde ich wichtig: Wie viel Kraft, Geld und Zeit verbraucht ein System inzwischen damit, sich selbst zu verwalten?
Bürokratie kostet ja nicht nur Geld. Sie schafft auch Distanz. Aus einem kranken Menschen wird irgendwann ein „Fall“, aus einer notwendigen Hilfe eine „Leistung“ und aus einer persönlichen Notlage ein Vorgang mit Aktenzeichen.
Ein großes Gesundheitssystem braucht zwar Regeln und Kontrolle, aber wenn der Mensch hinter all diesen Regeln kaum noch zu erkennen ist, stimmt etwas nicht mehr.
Solidarität zeigt sich nicht dort, wo alle stark sind, sondern dort, wo einer schwach wird und die anderen ihn mittragen. Krankheit kann schließlich jeden treffen. Niemand weiß, ob er morgen selbst auf genau die Hilfe angewiesen sein wird, die er heute vielleicht nur als Kostenstelle in irgendeiner Statistik wahrnimmt.
Deshalb finde ich die Frage, wo gespart werden soll, auch nicht nur wirtschaftlich. Sie ist immer zugleich eine gesellschaftliche Frage: Was wollen wir füreinander tragen, und welchen Wert geben wir einem Menschen in dem Moment, in dem er mehr braucht, als er selbst leisten kann?
Deine eigenen Erfahrungen mit den Beiträgen zeigen außerdem, wie schnell man sich in einem komplizierten System selbst nur noch als Zahl oder Zahlungspflichtiger vorkommen kann.
Und beim „Pizzaboten mit dem E-Bike“ musste ich trotz des ernsten Themas schmunzeln. Deine Reformpläne sind jedenfalls konsequent.
Ich danke dir für deinen ausführlichen und anregenden Kommentar.
Liebe Grüße
Saira
dein Kommentar führt für mich zu einer weiteren Frage: Woran misst man eigentlich, ob ein Gesundheitssystem gut funktioniert? Daran, wie effizient es verwaltet wird oder daran, wie es mit einem Menschen umgeht, wenn er krank und auf Hilfe angewiesen ist?
Bei den konkreten Zahlen zu Norwegen bin ich vorsichtig, weil sich unterschiedlich aufgebaute Systeme nur schwer anhand der Zahl ihrer Beschäftigten vergleichen lassen.
Aber die Frage, die du damit aufwirfst, finde ich wichtig: Wie viel Kraft, Geld und Zeit verbraucht ein System inzwischen damit, sich selbst zu verwalten?
Bürokratie kostet ja nicht nur Geld. Sie schafft auch Distanz. Aus einem kranken Menschen wird irgendwann ein „Fall“, aus einer notwendigen Hilfe eine „Leistung“ und aus einer persönlichen Notlage ein Vorgang mit Aktenzeichen.
Ein großes Gesundheitssystem braucht zwar Regeln und Kontrolle, aber wenn der Mensch hinter all diesen Regeln kaum noch zu erkennen ist, stimmt etwas nicht mehr.
Solidarität zeigt sich nicht dort, wo alle stark sind, sondern dort, wo einer schwach wird und die anderen ihn mittragen. Krankheit kann schließlich jeden treffen. Niemand weiß, ob er morgen selbst auf genau die Hilfe angewiesen sein wird, die er heute vielleicht nur als Kostenstelle in irgendeiner Statistik wahrnimmt.
Deshalb finde ich die Frage, wo gespart werden soll, auch nicht nur wirtschaftlich. Sie ist immer zugleich eine gesellschaftliche Frage: Was wollen wir füreinander tragen, und welchen Wert geben wir einem Menschen in dem Moment, in dem er mehr braucht, als er selbst leisten kann?
Deine eigenen Erfahrungen mit den Beiträgen zeigen außerdem, wie schnell man sich in einem komplizierten System selbst nur noch als Zahl oder Zahlungspflichtiger vorkommen kann.
Und beim „Pizzaboten mit dem E-Bike“ musste ich trotz des ernsten Themas schmunzeln. Deine Reformpläne sind jedenfalls konsequent.
Ich danke dir für deinen ausführlichen und anregenden Kommentar.
Liebe Grüße
Saira
Hallo Saira,
so ist es halt immer.
Dieses Arroganz hat sich für mich gezeigt, als Sehhilfen zur Eigenverantwortung wurden, aus den Leistungskatalog gestrichen wurden. Bildschirmarbeit in Berufen angekommen und hat keinen Einfluss auf die Augen. Es gibt Arbeitsschutzvorschriften ...
---
Den Bericht, zum staatliche Rentensystem in Norwegen, habe ich auch gesehen.
Ich sehe eher das Konstrukt aus, Patient, Arzt, Krankenkasse dazu Landesärztekammer und Kaasenärztlich Vereinigung als ein Problem, neben "Fallpauschale" und anderem.
Der Mensch
so ist es halt immer.
Dieses Arroganz hat sich für mich gezeigt, als Sehhilfen zur Eigenverantwortung wurden, aus den Leistungskatalog gestrichen wurden. Bildschirmarbeit in Berufen angekommen und hat keinen Einfluss auf die Augen. Es gibt Arbeitsschutzvorschriften ...
---
Den Bericht, zum staatliche Rentensystem in Norwegen, habe ich auch gesehen.
Ich sehe eher das Konstrukt aus, Patient, Arzt, Krankenkasse dazu Landesärztekammer und Kaasenärztlich Vereinigung als ein Problem, neben "Fallpauschale" und anderem.
Der Mensch
Kommentar geändert am 03.10.2026 um 17:18 Uhr
Hallo EVdR,
gerade dein Beispiel mit der Brille finde ich interessant. Eine Sehhilfe ist für jemanden, der ohne sie kaum lesen, arbeiten oder seinen Alltag bewältigen kann, schließlich etwas völlig anderes als irgendeine freiwillige Anschaffung. Und trotzdem fällt dann schnell das Wort „Eigenverantwortung“.
Mit diesem Begriff tue ich mich schwer. Natürlich kann kein Gesundheitssystem alles bezahlen. Aber „Eigenverantwortung“ darf auch nicht zum bequemen Wort dafür werden, dass immer mehr beim Einzelnen hängen bleibt.
Auch dein Hinweis auf das ganze Konstrukt aus Patient, Arzt, Krankenkasse und weiteren Stellen beschäftigt mich. Jede einzelne Institution mag ihre Berechtigung haben. In der Summe entsteht aber ein System, das für denjenigen, der Hilfe braucht, manchmal kaum noch durchschaubar ist.
Der kranke Mensch sollte eigentlich im Mittelpunkt stehen! Stattdessen muss er sich nicht selten durch Zuständigkeiten, Anträge und Vorschriften bewegen, als müsse er erst beweisen, dass er Hilfe verdient.
Ich danke dir für deinen ausführlichen Kommentar und den Denkanstoß.
Liebe Grüße
Saira
gerade dein Beispiel mit der Brille finde ich interessant. Eine Sehhilfe ist für jemanden, der ohne sie kaum lesen, arbeiten oder seinen Alltag bewältigen kann, schließlich etwas völlig anderes als irgendeine freiwillige Anschaffung. Und trotzdem fällt dann schnell das Wort „Eigenverantwortung“.
Mit diesem Begriff tue ich mich schwer. Natürlich kann kein Gesundheitssystem alles bezahlen. Aber „Eigenverantwortung“ darf auch nicht zum bequemen Wort dafür werden, dass immer mehr beim Einzelnen hängen bleibt.
Auch dein Hinweis auf das ganze Konstrukt aus Patient, Arzt, Krankenkasse und weiteren Stellen beschäftigt mich. Jede einzelne Institution mag ihre Berechtigung haben. In der Summe entsteht aber ein System, das für denjenigen, der Hilfe braucht, manchmal kaum noch durchschaubar ist.
Der kranke Mensch sollte eigentlich im Mittelpunkt stehen! Stattdessen muss er sich nicht selten durch Zuständigkeiten, Anträge und Vorschriften bewegen, als müsse er erst beweisen, dass er Hilfe verdient.
Ich danke dir für deinen ausführlichen Kommentar und den Denkanstoß.
Liebe Grüße
Saira
Genau!
Hatte gerade nach 3 1/2 Monaten einen Termin beim Orthopäden.
Das Gespräch incl. Untersuchung dauerten max. 4 Minuten.
Als Empfehlung kam eine Igel-Leistung heraus (geschätzte 400 Euronen), die im Netz als unbrauchbar geschildert wird. Tja.
Resignierte Grüße
"Hilf dir selbst, so hilft dir Gott"
Hatte gerade nach 3 1/2 Monaten einen Termin beim Orthopäden.
Das Gespräch incl. Untersuchung dauerten max. 4 Minuten.
Als Empfehlung kam eine Igel-Leistung heraus (geschätzte 400 Euronen), die im Netz als unbrauchbar geschildert wird. Tja.
Resignierte Grüße
"Hilf dir selbst, so hilft dir Gott"
Deine Erfahrung kommt mir nur allzu bekannt vor, ich habe Ähnliches erlebt.
Da bleibt tatsächlich nur: „Hilf dir selbst …“
Liebe Grüße
Saira
Da bleibt tatsächlich nur: „Hilf dir selbst …“
Liebe Grüße
Saira