& dann

Kurzprosa zum Thema Eigene Welt

von  DanceWith1Life

Der Entschluss aufzustehen und nach Hause zu gehen, geschieht unmündig, wie eine Pflicht, oder ein zu oft wiederholter Gedankengang, der einem nicht mehr zu erkennendem Signal folgt, also befürchte ich Rückenschmerzen beim Aufstehen, weiß ich doch gar nicht mehr wie lange ich hier gesessen.
Die Schmerzen bleiben aus.
Der Abend schweigt verdrossen schlurfend den tausendmal gegangenem Weg ins blinde Gesicht entlang.
Ein Fahrradfahrer erschreckt es, aus einer Seitenstrasse mit unerwarteter Geschwindigkeit abbiegend, und nimmt ihn mit, meinen schlafenden  Abend, er lässt etwas zurück, das ich zuerst kaum wieder finden kann.
Ich drehe mich noch mal um, zuerst nach dem Fahrrad, dann nach der Bank und sehe jemanden auf meinem Platz sitzen.
Er sieht mir sehr ähnlich.
Verwundert gehe ich nach Hause, noch immer glaubend, denkend hoffend, ich wäre bei mir, vorsichtig entschließe ich die Haustür.
Das Schloss klickt nicht.
Die Tür geht nach innen auf.
Ich sollte jetzt Zuhause sein.
Nichts passiert.
Niemand da.
Ich irre seltsam desorientiert durch die Wohnung, auf der Suche nach Dingen, die ich beim Betreten eines anderen Zimmers schon wieder vergessen habe,
Erneut irritiert, gehe ich den selben Weg zurück, den ich gekommen bin. Zuerst in der Wohnung, dann nach etlichen Anläufen etwas vernünftiges anzufangen, sogar bis zur Bank.
Als diese in Sichtweite kommt, sehe ich immer noch die Gestalt dort sitzen, die mir so ähnlich sieht.
Unmerklich beschleunige ich meine Schritte, in seltsamer Erwartung etwas nicht ganz alltägliches zu erleben.

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