Teufelskreis

Gedicht zum Thema Politik

von  harzgebirgler

Teufelskreis
Denk ich an Deutschlands Gegenwart,
Dann denke ich: Es wird erst hart,
Weil jeder, der auf Wahlsieg schielt,
Noch immer mit der Wahrheit spielt.

Periodisch stellt man sich zur Wahl
Und siegreich ist die größte Zahl
An Stimmen, die dann wer erringt,
Was ihn in Amt und Würden bringt.

Doch wer im Vorfeld dieser Kür
Auf Wahrheit setzt, hat zwar Gespür
Fürs Haltlose von blauem Dunst -
Fragt sich nur: Schafft das Wählergunst?!

Er muss stets fürchten: Reiner Wein
Hält seinen Stimmenanteil klein,
Rückt einen Sieg in weite Ferne -
Die Wähler haben Sprüche gerne.

Sie sagen zwar: Wir wollen wissen,
Was wir von dir erwarten müssen.
Nur wehe dem, der klar erklärt,
Welch harten Kurs er künftig fährt.

Wahrheit ist selten mehrheitsfähig -
Sehr viele haben eh schon wenig;
Wenn ihnen noch mehr Einschnitt droht,
Das Füllhorn wählen sie statt Not.

Wer aber nicht einmal glatt lügt,
Sondern die Wahrheit nur sanft biegt,
neblig verbrämt, was er längst weiß,
Gewinnt vermutlich, kriegt den Preis.

Ach Wahrheit hin, ach Wahrheit her -
Was zu versprechen ist nicht schwer;
Nur zahlt am Ende meist die Zeche
Der kleine Mann, für den heißts: Bleche!

Manch Sachzwänge erfordern Taten,
die oft nicht volksgerecht geraten,
allein der Druck tiefroter Zahlen...
und bald, verdammt, sind wieder Wahlen!

Ist so ein Sieg erst in der Scheuer,
Scheint guter Rat häufig sauteuer.
Er kostet nämlich - Hoffnung flieg! -
Leicht bei der nächsten Wahl den Sieg. 

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram