Novemberregen

Gedicht zum Thema Ansichtssache

von  Tula

Das Farborchester hat sich ausposaunt.
Im letzten Satz seufzt nur noch ein Fagott
in Moll. Der Dirigent scheint schlecht gelaunt
und zieht den Nebelvorhang zu. Im Trott

der Tage dunkelt alles Leben ein.
Allein der Miesepeter strotzt vor Kraft,
beschwört die Galle, zieht als Schmerz ins Bein ...
Ein Geist, der stets das Böse will und schafft.

Vor meinem Fenster trieft es grau in grau.
Der Gartentisch trägt eine Pfütze und
in dieser ... Halt mal. Doch! Ich seh's genau,
den Spatz, der sich dort tummelt wie ein Hund!

Wie ein verrückter, wohlbemerkt. Ein Faun
von Sperling, übermütig, glücklich. Kess
springt er mir ins Gemüt, der kleine Clown.
Auch diese Zeit ist schön. Ich ahnte es.

Kommentare zu diesem Text


 franky (13.11.21)
Hi Tula

Ein Gedicht, das mir gute Laune ins Gemüt zaubert.

Herzliche Morgengrüße von Franky

 Tula meinte dazu am 13.11.21:
Moin Franky
Da freuen sich Spatz und Dichter :)
Mit besten Wünschen für ein gut gelauntes Novemberwochenende
LG
Tula

 Teichhüpfer (13.11.21)
Da ist A vom U ein wesentlicher Unterschied, auf den ich Kategorisch bestehe.

 Tula antwortete darauf am 13.11.21:
Moin Teichhüpfer
So ist es. Lieber ein Schmatz als Schmutz :)
LG
Tula

 Lluviagata (13.11.21)
Herrlich, danke für dieses Frühstück: Sonnenstrahl an kaltem Novembermorgen!

Im Übrigen perfekt gereimt, mit wunderschönen Begrifflichkeiten gebacken und reichlich Mutterwitz garniert!

Liebe Grüße
Llu ♥

 Tula schrieb daraufhin am 13.11.21:
Moin Llu
Ja, auch ein trister Novembertag hat seine Sonnenseite. Muss er einfach gaben. Und sei es mehr Zeit auf dem Sofa für ein neues Gedicht :)
Dankend lieben Gruß
Tula

 Möllerkies (13.11.21)
Gut gemacht, besonders die erste Strophe und da wieder besonders den ersten Vers finde ich witzig. Es regnete den ganzen Tag – jetzt hat sich’s ausgeschüttet. Könnte ich mich auch, vor Lachen natürlich.

Martin

 Tula äußerte darauf am 13.11.21:
Hallo Martin
Wenn ich einen anerkannten Dichter-Witzbold erheitern konnte, ist das ein besonderes Lob. Auch dir Wünsche für ein sonniges Wochenende, mit oder ohne Regen, so wichtig ist das ja gar nicht.

LG
Tula

 AchterZwerg (13.11.21)
Ein wunderhübsches, tröstliches Gedicht wider den Novemberblues.
Nicht ohne eine leicht ironische Einfärbung im letzten Vers.

Liebe Grüße
der8.

 Tula ergänzte dazu am 13.11.21:
Moin mein lieber Zwerg
Du siehst, wieder ein gescheiterter Versuch, ein richtig trauriges Gedicht zu schreiben. Irgendetwas mache ich wohl immer falsch

LG
Tula

 indikatrix (13.11.21)
wunderbar
lg
Indikatrix

 Tula meinte dazu am 13.11.21:
Moin indikatrix
Vielen Dank auch dir.
LG
Tula

 niemand (13.11.21)
Das Gedicht spricht mich sehr an, weil ich erstens ein großer Regen-Freund [bewusst so gesagt, ohne zu gendern] bin und zweitens natürlich weil es sehr gut geschrieben wurde und drittens mag ich die Prise Ironie, welche solcher Thematik, die nicht selten zum Weinerlichen tendiert, das gewisse Etwas schenkt
Mit lieben Grüßen, niemand

 Tula meinte dazu am 13.11.21:
Hallo niemand
Danke dir für deine Zeilen. In der Tat ist es so, dass das Leben ohne Humor nicht zu ertragen wäre, den brauchen wir gerade an den weniger sonnigen Tagen, im engeren wie im weiteren Sinne.

In diesem Sinne, auch dir sonnige Grüße
Tula

 klausKuckuck meinte dazu am 13.11.21:
Da häng ich mich doch mit Vergnügen noch dran und hoffe auf ein Dezembergedicht von gleicher Güte!
Grüße

 Tula meinte dazu am 13.11.21:
Hallo Klaus
Da werde ich jetzt drüber nachgrübeln, der Weihnachtsmonat hat es in sich.
Dankend lieben Gruß
Tula

 Didi.Costaire (13.11.21)
Ein Faun von Sperling, sehr schön. Das Gedicht besticht durch die spezielle Wortwahl und die außergewöhnlichen Bilder. Nur die Gallle erscheint mir zu speziell.

Beste Grüße,
Dirk

 Tula meinte dazu am 13.11.21:
Hallo Dirk
Ich dachte noch kurz an die Leber, aber die könnte zu Missverständnissen führen :)

Dankend lieben Gruß
Dirk

 Tula meinte dazu am 14.11.21:
Und jetzt an alle mein herzliches Dankeschön in die Runde, hat mich sehr sehr gefreut
LG
Tula

 harzgebirgler (14.11.21)
"Wenn in die Ferne geht der Menschen wohnend Leben,
Wo in die Ferne sich erglänzt die Zeit der Reben,
Ist auch dabei des Sommers leer Gefilde,
Der Wald erscheint mit seinem dunklen Bilde.
Daß die Natur ergänzt das Bild der Zeiten,
Daß die verweilt, sie schnell vorübergleiten,
Ist aus Vollkommenheit, des Himmels Höhe glänzet
Den Menschen dann, wie Bäume Blüt umkränzet."
(Hölderlin, Die Aussicht)

LG
Harzgebirgler

 Saira (14.11.21)
In deinem Gedicht malt sogar der Regen schöne Bilder!

Liebe Grüße
Saira

 Tula meinte dazu am 14.11.21:
Hallo Saira
Danke Saira. Ist er ja auch auf seine Art (schön) und befreit frische Düfte hinterher.
LG
Tula

 Agnete (14.11.21)
ein sehr schönes klassisches Gedicht, Tula. Augenzwinkernd dazu. LG von Agnete

 Tula meinte dazu am 14.11.21:
Hallo Agnete
Danke auch dir
LG
Tula
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