Trump Paroli bieten

Satire zum Thema Ermutigung

von  eiskimo

In einer konzertierten Aktion – Codewort „Bésame mucho“ - haben Spanien, England und Frankreich jetzt auch militärisch ihrem NATO-Partner Dänemark ihren Beistand zugesichert.

Nachdem alle diplomatischen Versuche, Donald Trumps die Annexion Grönlands auszureden, gescheitert waren, entsandten sie den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle in den Pazifik, damit er dort, unterstützt von vier englischen Zerstörern und einer spanischen Armada, vor der amerikanischen Westküste kreuze. Unmissverständlich, so hat Emanuel Macron es über seine Pressesprecherin verlauten lassen, soll damit aller Welt klar gemacht werden, dass es diese drei so großartigen EU-Staaten vitale hegemoniale Ansprüche in der Neuen Welt durchzusetzen hätten – zur Not auch mit Bodentruppen, die sich schon im französischsprachigen Québec bereithielten.

Wenn ein Monsieur Trump beim Griff nach Grönland auf die Monroe-Doktrin (1823) verwies, so argumentierte Macron weiter, könne er auf die Geschichte Louisianas verweisen, das vom 16. bis 19. Jahrhundert vraiment französisch war. Und hatte nicht New Orleans bei seiner Gründung noch La Nouvelle Orléans gehießen?

In die gleiche Kerbe haut auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Nicht nur dass der Süden der USA weitgehend spanisch war – San Francisco, Los Angeles, Sacramento, Rio Grande, allein die Namen beurkunden dies – nein, bis 1857 war der spanische Silberdollar (Peso) sogar offiziell anerkannte Zweitwährung in der Neuen Welt.

Von England als Haupt-Impulsgeber dieser abtrünnigen USA ganz zu schweigen.

Nein, da ist sich diese neugebildete Entente cordiale völlig einig: Donald Trump möge die Finger von dänischen Besitzungen lassen. Andernfalls würden sie, die zu allem entschlossenen Unterstützer Dänemarks, die Weltkarte einmal geraderücken. Millionen von geknechteten Latinos in den USA, dazu die fiese Légion étrangère plus die eh mit Trump im Clinch liegenden Kanadier – ha, da bekäme Mister Trump in seinem Land der unbegrenzten Ungeheuerlichkeiten aber gehörig das Fracksausen. Reconquista hieße dann das Motto. Céline Dion, Queen de la chanson,  soll auch schon gepostet haben, dass sie die neue Entente Cordiale voll unterstütze – und Bésame mucho sei eines ihrer Lieblingslieder.




Anmerkung von eiskimo:

Macron traue ich das zu - Napoléon ist sein Idol

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Kommentare zu diesem Text


 Regina (07.01.26, 17:10)
Krieg gegen USA und gegen Russland - war das nicht einst Adolfs Idee?

 eiskimo meinte dazu am 07.01.26 um 17:23:
Verstehe nicht ganz den Bezug zu meinem Text, sorry...

 Jack antwortete darauf am 07.01.26 um 22:41:
Verblendung wohin man schaut…

 Regina schrieb daraufhin am 07.01.26 um 23:42:
Eiskimo, du denkst zu kompliziert.
Hier wettern gegen Trump, während Merz/Wadephul auf Putin losgehen.

 eiskimo äußerte darauf am 08.01.26 um 07:30:
Nochmals sorry, Regina. Kompliziert würde es, wenn in jedem Beitrag - egal, wie weit weg der Fokus liegt -  unbedingt das Narrativ der kriegstreibenden deutschen Außenpolitik bedient werden müsste.
Aber Du hast es ja oben sehr wortgewaltig eingefügt.

 Tula (07.01.26, 22:34)
Hallo eiskimo
Was so nervt, sind diese lächerlichen Lügen, die als Rechtfertigung stetig wiederholt werden. Jeder Trottel versteht, dass es bei Venezuela nicht um Drogen ging. Und jeder, der sich auch nur oberflächlich mit dem Thema Grönland beschäftigt, lernt schnell, dass die USA schon seit vielen Jahrzehnten dort militärische Stützpunkte und Überwachungsinfrastruktur haben. Momentan gibt es bloß deshalb nur einen einzigen Standort, weil die Amerikaner freiwillig den Rest aufgegeben haben. Technisch überaltete Radarsysteme und anderes. Es wäre ein leichtes, diese wieder zu modernisieren oder gar neue in Betrieb zu nehmen. Dazu reichten ein paar spezielle Abkommen, die niemand verweigern würde.
Es geht um weit anderes als Sicherheit, von Bodenschätzen bis hin zum persönlichen Ego Trumps, der mit territorialer Erweiterung der USA in die Geschichte eingehen will.

LG Tula

LG Tula

 Jack ergänzte dazu am 07.01.26 um 22:40:
Maduros Machtbasis war ein Drogenkartell. Trump ging es um das Öl. Beides ist Tatsache. Da hilft kein Ockhamscher Rasiermesser.

Antwort geändert am 07.01.2026 um 22:40 Uhr

 Tula meinte dazu am 07.01.26 um 22:53:
Na ja, Jack
Venezuela ist eben NICHT das Land, aus welchem die meisten Drogen in die USA geschmuggelt werden.

Die in der Karibik zerstörten Boote waren auch nicht auf dem Weg zur amerikanischen Küste, sondern auf Routen innerhalb der Karibik. 

Obendrein kümmert sich der  US-Küstenschutz seit Ewigkeiten um den Schmuggel über See und bringt solche Boote auf, ohne sie aus der Luft zu "vaporisieren".

Und nochmal obendrein hat Trump erst vor kurzem einen hochkarätigen Verbrecher begnadigt, dem insgesamt 400kg Kokain Schmuggel bewiesen wurden. 

Es ging und geht Null Prozent um den Kampf gegen Drogenhandel. Wenn es so wäre, würde Trump nicht den Rest des Regimes im Amt belassen, denn logischerweise beendet die Festnahme Maduros in keinster Weise das Drogengeschäft.

LG Tula

Antwort geändert am 07.01.2026 um 22:53 Uhr

 Jack meinte dazu am 07.01.26 um 23:20:
400kg sind nichts, eine Stadt wie New York schnupft das in einer Nacht weg. Es geht Trump einzig um wirtschaftliche eigennützige Interessen, das hat er auch selbst zugegeben. Es war abzusehen, dass die USA von einem scheinheilig-pseudomoralischen zu einem amoralischen Akteur der Geopolitik werden. Es ist nur für viele schockierend, dass es so abrupt passiert ist.

 Jack (07.01.26, 22:47)
Warum in aller Welt hat Dänemark das ewige Recht auf Grönland, eine weit entfernte Insel, auf der keine Dänen leben? Es ist eine Quasikolonie Dänemarks. Und die EUdioten fangen deshalb einen Streit mit ihrem einzigen starken Verbündeten an. Das ist geisteskrank im exakten Sinne des Wortes (in keiner Weise gemütskrank bzw. persönlichkeitsgestört, wie sie Trump vorwerfen, zu sein; einfach und exakt geisteskrank).

 Tula meinte dazu am 07.01.26 um 22:59:
aus deiner Sicht ist die Einhaltung völkerrechtlicher Normen "geisteskrank"?

und eine Regierung, die offen zu Mafia-Praktiken als Instrument der Außenpolitik übergeht, ist unser bester Verbündeter?

 Jack meinte dazu am 07.01.26 um 23:17:
Objektiv strukturell betrachtet sind die USA die Schutzmacht der EU, die militärisch wehrlos ist. Ob man Putin gut oder schlecht findet, Russland ist derzeit eine akute geopolitische Bedrohung für die EU. Nur die USA können die EU vor Russland schützen. 

Geisteskrank bedeutet, völlig unfähig, rational klug zu urteilen. Ich meine das nicht normativ, mit krank meine ich wirklich krank.

Dass Grönland zu Dänemark gehört, ist ein Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit. Das Völkerrecht hat die Unabhängigkeit von Kosovo und Südsudan zugelassen. Die Grönlander haben das gleiche Recht. Natürlich werden sie wie die Isländer sich an die USA als Schutzmacht werden, und das ist ihr gutes Recht. Knut der Große ist seit 1000 Jahren tot, das müssen die Dänen endlich begreifen.

 Tula meinte dazu am 07.01.26 um 23:46:
Hallo Jack
Zum ersten Punkt: Vor den Wahlen haben viele vor Trump als Gefahr für die Demokratie gewarnt. Das wurde gern als maßlose propagandistische Übertreibung dargestellt. Sie hatten recht. Es ist keine wirkliche Überraschung was Trump macht, denn er weiß, dass er insgesamt nur zwei Jahre hat. Die Hälfte davon ist rum, also wird er folgerichtig auch immer unberechenbarer.

Zum zweiten Punkt: Wir leben in einer Welt, in der Kooperation und Bündnisse jeder Art nicht unwichtiger werden. Das genaue Gegenteil. Sich im Alleingang im Glauben an seine eigene Allmacht gegen bzw. über alles und jeden hinwegsetzen zu wollen, obendrein mittels ständiger Drohung und Erpressung, solch eine Politik muss zwangsläufig scheitern, weil es den "kollektiven Widerstand" anderer aktiviert. Schlimmer allerdings ist, wenn ein (ok, der führende) Partner eines Bündnisses den anderen mit "militärischen Optionen" droht. Daran zerbricht solch ein Bündnis.  Verständlich.  Im Vergleich würde ich also behaupten, dass die US- bzw. Trumps Haltung zu diesem Thema in hohem Grade unverantwortlich und gefährlich ist, ohne jeden Nutzen für die von ihm vorgegebenen Sicherheitsmotive. Leichtsinnig wäre es unsererseits, die roten Linien nicht klar zu machen. Diplomatisch vorsichtig, mitunter leider zaudernd. Nichts zu sagen wäre aber weitaus bedenklicher.

LG Tula

Antwort geändert am 07.01.2026 um 23:50 Uhr

 Tula meinte dazu am 07.01.26 um 23:56:
PS: es geht hier nicht um die angestrebte Unabhängigkeit der Grönländer, sondern um den Versuch territorialer Aneignung.
Gewiss könnte Trump jeden Grönländer zum Millionär machen, um das Problem mittels 'demokratischer Abstimmung' zu lösen. Wäre noch immer ein spottbilliger Erwerb.

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 00:03:
Trump ist kein Demokrat. Er ist ein Republikaner (Witz intendiert). Er ist wie ein Sulla, der zum Caesar werden könnte. Die USA sind an einem Wendepunkt, kein politisches System währt ewig. Ein Biden ist nicht mehr möglich, eher ein Vance und mittelfristig ein Fuentes. Da ist doch der gute alte Trump für den Rest der Welt beruhigender.

Putin ist skrupellos und hat den Kairos an seiner Seite. Er will die EU vielleicht gar nicht angreifen, aber er kann. Die EU hat jahrzehntelang nichts für ihre Verteidigung getan. Sie hat sich auf die USA verlassen. Jetzt muss sie den Preis zahlen, das ist Realpolitik. 

Die Kritik an Trump aus der EU ist nur möglich, weil ein großer Teil angloamerikanischer Machteliten gegen Trump ist und eine andere Geopolitik verfolgt. Die EU hat sich nicht mutig gegen die USA gestellt, sie unterstützt eine Seite der US-amerikanischen Eliten gegen die andere. Sie ist ein geopolitischer Zwerg, der hofft, das Zünglein an der Waage sein zu können. Aber sie könnte den gleichen Fehler machen wie schon mit Russland: sie könnte die Gegner Trumps und die unpolitischen US-Amerikaner Trump in die Arme treiben. Das wäre politisch unklug. Die größte realistische Hoffnung der EU ist, dass sie in den USA überhaupt nicht wahrgenommen wird. Dann hätten Trumps Gegner eine Chance, aber natürlich nicht mit den senilen Biden und abominablen Clintons, sie müssten sich bessere Führer aussuchen.

 Tula meinte dazu am 08.01.26 um 00:11:
Sulla oder Crassus, solcherlei Vergleiche treffen es wohl ziemlich gut
ich füge hinzu, dass er politisch gesehen seinen Brutus finden wird

Meine größte, hoffentlich nicht ganz unrealistische Hoffnung, ist der amerikanische Wähler selbst. Der gewiss die Stellungnahmen der EU nur aus der Ferne wahrnimmt und anderen Wahrnnehmungen den Vorrang gibt.

Am Ende des Jahres sind wir schlauer.

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 00:20:
Hoffentlich ist er „nur“ Sulla. Biden war ja im Frühjahr 2022 durchaus ein passabler, der Zeit entsprechender, Gaius Marius.

Ist Trump ein Caesar? Dann wäre Vance sein Brutus. Ein Crassus? Dann wäre Taiwan sein Carrhae. Beides „nicht gut, gar nicht gut“, wie Tommy Lee Jones sagen würde.

 Tula meinte dazu am 08.01.26 um 00:26:
hm ... den Sulla gönne ich ihm ehrlich gesagt nicht

vielleicht Rubio als Brutus, das könnte noch einigermaßen glimpflich enden

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 00:33:
Rubio wäre eher ein Cassius.

Caesar hat seinen Pompeius besiegt und eine Million Gallier geschlachtet. Trump soll lieber einen Bürgerkrieg in den USA gewinnen und dann Mexiko oder Kanada erobern? Vielleicht doch ein Sulla, als Schadensminimierung.

 Tula meinte dazu am 08.01.26 um 00:41:
Ich hab's: Heliogabal
nur etwas älter, passt aber besser zu den Epstein-files :D

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 01:07:
Elagabal, über den ich übrigens ein sehr sehr gutes, terrific, wonderful, großartiges satirisches Stück geschrieben habe, passt, so redlich sollte man schon sein, eher zu Bill Clinton.

 Tula meinte dazu am 08.01.26 um 01:10:
:D
Ok, mit diesem du hast gewonnen

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 01:18:
Schade, dass Graeculus nicht mitdiskutiert. Ich lese ja immer noch sein Buch über die Antike.

 eiskimo meinte dazu am 08.01.26 um 14:10:
Da sagst Du was! Kenntnisse, Augenmaß, Gesprächskultur, Finesse.... das fehlt diesem Forum sehr.

 Jack (08.01.26, 03:45)
Übrigens heißen zwei sondergeile oder so sein sollende US-amerikanische Kinofilme der letzten weniger als fünf Jahre „Greenland“. Da wird Grönland schon narrativ besetzt. «Совпадение? Не думаю.» Дмитрий Киселев.

 eiskimo meinte dazu am 08.01.26 um 06:43:
@Jack 
@Tula
Danke für Eure historisch spannende Debatte. Die Namen hatte ich jahrzehntelang nicht mehr gehört. Nur Brutus kam noch mal vor. Der soll zuletzt in Moskau gesehen worden sein

 Jack meinte dazu am 08.01.26 um 07:02:
Jetzt sieht man, wie Flavio Conceicao und Makelele fehlen. Zeihung, Graeculus und…

Die Parallelen zur Endzeit der Römischen Republik sind frappierend, das muss man ihnen lassen.

 AchterZwerg (08.01.26, 06:18)
Witzelnd-zynisch dargebracht.  :D
Ganz besonders die Stelle mit New Orleans, einer Stadt, von der ich mir wünschte, dass sie ihre herzergreifenden Beerdigungen nach Neu Isenburg verlegte!

 eiskimo meinte dazu am 08.01.26 um 06:38:
Du meinst La Nouvelle Isenbourg?  Da könnte man in der Tat beerdigungskulturell mal was Neues wagen.
Ich hoffe derweil weiter auf Celine Dion - die kennen auch die Amis, seitdem sie lange in Las Vegas tourte - die hätte 1000mal mehr Likes als unsere Uschi voll der Laie...
Cu
Eiskimo

 AchterZwerg meinte dazu am 08.01.26 um 06:43:
Zur Zeit online: