Der Frost als Waffe
Protokoll zum Thema Seelenkälte
von eiskimo
Anmerkung von eiskimo:
Wie kalt lässt uns das, was da gerade passiert?
Kommentare zu diesem Text
Eien steinernes Herz lässt sich nur schwer schmelzen.
Vielleicht nur, wenn man es in seltene Erden bettet ...
Vielleicht nur, wenn man es in seltene Erden bettet ...
Poetisch und gleichzeitig sehr politisch, Deine Entgegnung. Klingt aber eher nach einem Deal, der den Menschen akut nicht hilft.
Es ist schon schlimm.
LG
Es ist schon schlimm.
LG
Jack (43)
(08.02.26, 08:04)
(08.02.26, 08:04)
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Nur: Bei den Daten, die Du nennst, war Russland der Überfallene...
Jack (43) schrieb daraufhin am 08.02.26 um 09:11:
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Salut Eiskimo,
„Minus Zwanzig.“
Mehr braucht es eigentlich nicht. Man friert beim Lesen schon mit, nicht wegen der Zahl allein, sondern weil sofort klar ist: Das ist keine Wetterlage, das ist gemacht.
Der Gedanke vom „Frost als Waffe“ lässt mich keinen Tag los. Dieses Wissen um die Menschen, die frieren, leiden – manche auch sterben – weil Putin es so will, tut weh. Es ist eine Kälte, die nicht vom Himmel fällt, sondern aus Entscheidungen entsteht, aus Strategie, aus Kalkül.
Früher sprach man vom „General Winter“, als wäre die Kälte ein unberechenbarer Mitspieler der Geschichte. Etwas, das Feldzüge stoppte, weil niemand stärker war als die Natur. Heute hat sich dieses Bild verschoben. Kälte entsteht nicht mehr nur draußen … sie wird in Häuser getragen, wenn Strom fehlt, wenn Heizungen verstummen, wenn Infrastruktur gezielt zerstört wird.
Sie trifft nicht Armeen, sondern Küchen, Kinderzimmer, alte Menschen in Wohnungen.
Beim Lesen spüre ich deshalb auch diese leise Mahnung zwischen deinen Zeilen:
Dass nicht nur Städte auskühlen können, sondern auch unsere Reaktion darauf. Dass Gewöhnung ein zweiter Frost ist, der sich langsam ausbreitet, wenn Meldungen zu Zahlen werden.
Und dann ist da diese Ohnmacht, die sich kaum abschütteln lässt. Dieses Gefühl, so weit weg zu sein und doch hinzusehen. Man fragt sich unweigerlich: Was kann man überhaupt tun? Was ist richtig, was wäre falsch? Soll sich die Ukraine ergeben, um das Leiden zu beenden oder weiterkämpfen, um nicht alles preiszugeben?
Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Aber eines scheint mir klar: Wer Kälte zur Waffe macht, zielt nicht nur auf Infrastruktur, sondern auf Menschenwürde. Und gerade deshalb darf unsere Reaktion darauf weder kühl noch gleichgültig werden.
Dein kurzes Protokoll hält dagegen. Es benennt, was geschieht und zwingt dazu, hinzusehen, wo Wegsehen bequemer wäre.
LG
Saira
„Minus Zwanzig.“
Mehr braucht es eigentlich nicht. Man friert beim Lesen schon mit, nicht wegen der Zahl allein, sondern weil sofort klar ist: Das ist keine Wetterlage, das ist gemacht.
Der Gedanke vom „Frost als Waffe“ lässt mich keinen Tag los. Dieses Wissen um die Menschen, die frieren, leiden – manche auch sterben – weil Putin es so will, tut weh. Es ist eine Kälte, die nicht vom Himmel fällt, sondern aus Entscheidungen entsteht, aus Strategie, aus Kalkül.
Früher sprach man vom „General Winter“, als wäre die Kälte ein unberechenbarer Mitspieler der Geschichte. Etwas, das Feldzüge stoppte, weil niemand stärker war als die Natur. Heute hat sich dieses Bild verschoben. Kälte entsteht nicht mehr nur draußen … sie wird in Häuser getragen, wenn Strom fehlt, wenn Heizungen verstummen, wenn Infrastruktur gezielt zerstört wird.
Sie trifft nicht Armeen, sondern Küchen, Kinderzimmer, alte Menschen in Wohnungen.
Beim Lesen spüre ich deshalb auch diese leise Mahnung zwischen deinen Zeilen:
Dass nicht nur Städte auskühlen können, sondern auch unsere Reaktion darauf. Dass Gewöhnung ein zweiter Frost ist, der sich langsam ausbreitet, wenn Meldungen zu Zahlen werden.
Und dann ist da diese Ohnmacht, die sich kaum abschütteln lässt. Dieses Gefühl, so weit weg zu sein und doch hinzusehen. Man fragt sich unweigerlich: Was kann man überhaupt tun? Was ist richtig, was wäre falsch? Soll sich die Ukraine ergeben, um das Leiden zu beenden oder weiterkämpfen, um nicht alles preiszugeben?
Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Aber eines scheint mir klar: Wer Kälte zur Waffe macht, zielt nicht nur auf Infrastruktur, sondern auf Menschenwürde. Und gerade deshalb darf unsere Reaktion darauf weder kühl noch gleichgültig werden.
Dein kurzes Protokoll hält dagegen. Es benennt, was geschieht und zwingt dazu, hinzusehen, wo Wegsehen bequemer wäre.
LG
Saira
Du triffst ziemlich genau meine Gefühlslage, liebe Saira. Wir sind ja Augenzeuge, weil wir TV-Bilder bekommen aus den Ubahn-Höfen Kiews, wo Familien campieren, unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Und Du sprichst es auch an: Unsere Reaktionen aus der Distanz, die bestenfalls lau sind, wo wir doch Wärme spenden müssten.
Eine teuflische Situation. Menschengemacht.
sehr nachdenklich, mein Gruß
Eiskimo
Und Du sprichst es auch an: Unsere Reaktionen aus der Distanz, die bestenfalls lau sind, wo wir doch Wärme spenden müssten.
Eine teuflische Situation. Menschengemacht.
sehr nachdenklich, mein Gruß
Eiskimo
:) :)
...dem würde gefrier'n in den adern das blut
bei taurus und tomahawks was es nicht tut
denn die halten wir und der ami zurück
des täters wohl mehr als des opfers im blick.
...dem würde gefrier'n in den adern das blut
bei taurus und tomahawks was es nicht tut
denn die halten wir und der ami zurück
des täters wohl mehr als des opfers im blick.
Da sagst Du was.
Und es wird weiter gefroren in den ungheizten Wohnungen und Ubahn-Stationen..
Und es wird weiter gefroren in den ungheizten Wohnungen und Ubahn-Stationen..