Ein Nichts im Anzug

Gedicht zum Thema Reflexion

von  Saira

Niemand sitzt auf keinem Stuhl,
schaut ins Nada, fühlt sich cool.
Nada winkt dem Nichts ganz sacht,
das im leeren Spiegel lacht.

 

Keiner hört, was Niemand spricht,
jedes Wort hat kein Gewicht.
Und das Nichts, geschniegelt, fein,
nickt dazu und bleibt allein.

 

Ein Nichts im Anzug, blank und glatt,
Niemand trägt, was keiner hat.
Sie verhandeln groß die Zeit,
doch ihr Maß ist Eitelkeit.

 

Leise kreisen sie im Hohn,
ohne Stimme, ohne Ton.
Schritt für Schritt im leeren Lauf,
stelln sie sich als Maßstab auf.


Welt und Stunden zieh’n vorbei,
nichts bleibt haften – einerlei.
Wer sie sucht, greift nur nach Geisterhand,
wo nada wohnt – im Niemandsland.

 

Und wer still dahinter sieht,
was sich dort im Schatten zieht,
findet weder Herz noch Licht –
nur nada … und ein leer Gesicht.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




Anmerkung von Saira:

Kein Bezug zu realen Personen oder Namensähnlichkeiten beabsichtigt.

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (02.04.26, 11:11)
Hallo Sigi,
ein Nichts im Anzug soll dich blenden,
ein kurzer Blick, schon wird es enden.
Heitere Grüße
Ekki

 Saira meinte dazu am 02.04.26 um 12:39:


Hallo Ekki,

wie so oft genügt ein flüchtiger Blick – und doch verrät gerade er, wie wenig dahinter bleibt.

Heitere Grüße zurück
Saira

 Reliwette antwortete darauf am 02.04.26 um 12:49:
O, ein surrealistische Werk! Ich glaube, dass er Whisky in sich hineinschüttet. Aber ich sehe keinen Aufnehmer. Das Zeug läuft doch aus dem Hemd wieder hinaus? Aber das ist kein Hohllkopf, sondern ein Hohlhemd!
Icke lach mir schief!
Grüße vom Reli

 Reliwette (02.04.26, 12:43)
Liebe Saira,
 du dichtest wie ein/e Weltmeiste/In. Das allein ist schon bemerkenswert. Nun hat es auch noch Inhalte . Dennoch mahne ich zur Ruhe, denn der Inhalt kostet Nerven, welche die Menschheit für ihre Sicherheit braucht. KV ist nur ein kleiner Teil davon. Solange da Menschen in der Redaktion sitzen, die den Blick über den Tellerrand erheben, ist alles gut!
Eine Dichterseele ist nicht angreifbar, man kann sie kritisieren, aber wozu ?  Hier sind schon mehrere beleidigende Äußerungen versucht worden, alles vergebene "Liebesmüh".Kunst gehört zu einer ganz anderen Kathegrie. Das ganze Gewusel drum herum hält nur auf.
Ich zitiere mal den alten Haudegen von der SPD: Herbert  Wehner. Der reagierte einmal auf einen Zwischenruf im Plenarsaal mit den Worten: "Lassen Sie diese Zwischenrufe, Sie Knaddel-Daddel - oder wie Sie sonst auch heißen!" Gut, Wehner ist durch die russische Kommunistenschule gewandert, aber er hat sich schnell der "Merkanti-Demokratie"angepasst.
Lieber Gruß!
Dein Reli

 Saira schrieb daraufhin am 02.04.26 um 13:01:
Lieber Reli,

du hast recht: Kunst steht oft ein wenig abseits vom Lärm und das ist auch gut so.

Und doch – manchmal klopft das Nichts im Anzug erstaunlich hartnäckig an die Tür, als hätte es etwas Dringendes mitzuteilen. Sollte man da wirklich nicht öffnen?

Es könnte ja sein, dass es weniger um Inhalt geht
als um den Wunsch, überhaupt bemerkt zu werden.
Und wie sollte ich einer solchen Bitte widerstehen –
wenn sie schon geschniegelt vor mir steht?

Herzliche Grüße
Saira


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