Um Wilma

Gedicht zum Thema Zärtlichkeit

von  Saira

Shaady und Sharif – in dunklem Gold
ruht sanfte Glut in ihren Flanken,
als hätte Nacht sich weich gerollt
und würde still in ihnen ranken.

 

Die Streifen ziehn in stiller Spur,
wie Schatten, die sich selbst noch kennen,
ein ferner Hauch von wilder Flur,
den sie nicht halten – nur noch nennen.

 

Und zwischen ihnen trat sie ein,
ein kleines, kaum gefasstes Leben,
zwei Augen groß, als sei allein
ihr Blick der Welt schon vorgegeben.

 

Sie fragte nicht. Sie blieb nur da.
Und alles ordnete sich leise.
Was eben noch getrennt geschah,
fand sich in ihrer sanften Weise.

 

Die Kater, still und ohne Zwang,
sie neigten sich, denn sie erkannten,
und lehnten sich dem Herz entlang
wie offne Bücher, die sie banden.

 

Sie hüten sie mit zarter Pflicht,
die längst von reiner Nähe spricht,
als hielten sie ein Gleichgewicht,
das ohne sie im Leeren bricht.

 

Sie lecken ihr die feinen Ohren
mit Sorgfalt, sanft und zugewandt,
als sei in ihr etwas geboren,
das zart in ihrem Schutze stand.

 

Und Wilma – klein und doch so ganz,
noch immer dieses erste Staunen,
als trüge sie den Weltenkranz
in ihrem stillen, warmen Raunen.

 

Und lehnt sie sich, ganz ohne Halt,
in diese Nähe, die sie kennt,
so wird die Zeit selbst müd und alt
und weiß nicht mehr, wohin sie rennt.

 

Sie ist das Zentrum, still und klar,
um das sich alle Wege neigen –
nicht aus Gehorsam, nicht Gefahr,
nur weil sie sich ihr selbst verschreiben.

 

Und kehrt sie heim von ihrem Gang,
durch Gras und Düfte, die sie umwehen,
steht Shaady da – kein Wort, kein Klang,
nur dieses stille Wiedersehen.

 

So sind sie drei – vereint im Kreis,
ein Gleichgewicht in sanften Bahnen,
das trägt, was groß, was klein und leis,
und lässt uns all die Freude ahnen.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (08.04.26, 17:45)
Wilma scheint ein wundervoller Hund zu sein, Saira. Ja, so etwas gibt es. Ich hatte das mit meinem Dckel Janosch und den Kaninchen.
Tiere leben uns vor, wie es gehen könnte, das ganz große Glük zwischen Wesen...lG von M.

 Saira meinte dazu am 08.04.26 um 22:26:
Stimmt, Moppel, Wilma ist tatsächlich ein kleiner Sonnenschein und kann Mensch und Tier verzaubern. Wie schön, dass du ähnliches mit deinem Janosch und den Kaninchen erleben konntest. Jetzt hast du deinen lieben Mops und er wird sicherlich mit großer Zärtlichkeit an dir hängen.
 
Vielen Dank für deine Gedanken zum Gedicht!
 
LG
Saira

 Reliwette (08.04.26, 19:53)
Liebe Saira
  von Natur aus Todfeinde, Hunde und Katzen. Aber wenn sie Welpen sind und in einem harmonischen Umfeld leben, können sie freundlich mit einander umgehen. Es kommt tatsächlich darauf an, wie die gesamte Familie,wie "Herrchen" oder "Frauchen" das gemeinsame Leben unter einem Dach vorgeben. Wenn du es geschafft hast, diese Harmonie zwischeh den Katzen und der Wilma  einzustellen, dann bist du ein Vorbild, dem sich die Tierseelen anvertrauen. Du gibst ihnen Liebe und Sicherheit. Und das hast du wunderbar lyrisch beschrieben.

Ach, wenn die Menschenwelt so miteinder umgehen würde, das wäre befreiend.
Lieber Gruß!
Reli

 Saira antwortete darauf am 08.04.26 um 22:40:
Lieber Reli,

du hast recht, Hunde und Katzen sind von Natur aus Gegensätze, und ich bin dankbar, dass es bei uns zwischen Wilma und den Katern so harmonisch funktioniert. Shaady und Sharif sind sehr friedvolle, zärtliche Brüder. Sie waren ein Jahr alt, als wir Wilma zu uns holten. Von Anfang an zog sie alle Register, um die Jungs zu becircen und sie konnten ihr einfach nicht widerstehen. Wilma lernte schnell, wie sie die Couch im Flug erreicht, am Kratzbaum kratzt, und die Kater ließen sich spielerisch auf sie ein. Manchmal zieht sie die beiden am Fell, um zum Spielen aufzufordern und sie lassen es geschehen.

Menschen könnten so viel von diesen kleinen Tiermomente lernen. 

Danke für deinen schönen Kommentar!

Herzliche Grüße
Saira

 Didi.Costaire (08.04.26, 22:35)
Sehr schön Sigi,

in Wilma, um Wilma und um Wilma herum
herrscht Frieden und niemand nimmt irgendwas krumm.

Liebe Grüße,
Dirk

 Saira schrieb daraufhin am 09.04.26 um 09:37:
Moin Dirk,

so ist es: ein kleiner Kreis voller Freude und Vertrauen, der die Welt um uns herum etwas leichter macht.

 
Danke und liebe Grüße
Sigi

 plotzn (09.04.26, 08:36)
Servus Sigi,

das ist das stille Glück, das man braucht, um inmitten all der Krisen und Katastrophen zur Ruhe zu kommen.

Weiterhin viel Freude mit den dreien wünscht Dir
Stefan

 Saira äußerte darauf am 09.04.26 um 09:40:
Servus Stefan,

unsere kleinen Vierbeiner sind für uns kleine Inseln des Glücks.

 
Zum Dank für deine lieben Wünsche ein kleines Hunde-Katzenkonzert, only for you:
 
Shaady schnurrt, Sharif singt leise,
Wilma bellt auf ihre Weise.
Durch das Zimmer klingt ihr Chor,
jede Pfote tanzt empor. 

♪ ♪ ♪ ♪ ♪ ♪ ♪ ♪
 
Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg (09.04.26, 12:24)
Hallo Sigi,
dieses zärtliche Gedicht hätte das Zeug, die wenigen Tiergedichte in den großen Lyrik-Anthologien zu ergänzen.

Herzliche Grüße
Ekki

 Saira ergänzte dazu am 09.04.26 um 17:26:
Hallo Ekki,

ich danke dir, das ehrt mich sehr. Gerade bei Tiergedichten freut mich das besonders.


Herzliche Grüße
Sigi
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