Nachhall

Gedicht zum Thema Zerstörung

von  Saira

Die Bretter stöhnten leise,
Stühle taumelten ins Gras,
zertreten, verstreut, vergessen.

 

Ein Pult brach zusammen,
Schweigen sank herab,
über die Blüte von Wort und Klang.

 

Hier, wo Torf und Erde einst den Takt führten,
wo Hände Sternenpulte formten,
türmte sich das Chaos,
nur das Nachhallen ferner Stimmen
entschwebte langsam.

 

Und doch –
Worte flossen weiter,
Bilder schimmerten zwischen Schatten,
Musik rann still durch den Raum,
verweilte in Händen,
in Herzen,
in den Erinnerungen derer,
die aufmerksam sahen und lauschten.

 

Jeder Ast, jeder Sonnenstrahl,
jede Stunde, die hier verging,
trug ein geheimes Licht,
das selbst Vandalen nicht zu löschen vermochten.

 

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©Sigrun Al-Badri/ 2026





Anmerkung von Saira:

gewidmet

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (07.04.26, 15:46)
Hallo Sigi,
es ermutigt Künstler, dass das Schöpferische oft Vandalismus überdauert.
Liebe Grüße
Ekki

Kommentar geändert am 07.04.2026 um 15:47 Uhr

 Saira meinte dazu am 07.04.26 um 22:57:
Hallo Elli, 

ich stelle es mir schwer vor, mitten  in einer mit Herzblut organisierten Veranstaltung, zu der Menschen aus aller Herren Länder zusammengekommen sind, um ihre Kunst vorzustellen, von Vandalen schwer beleidigt und in eine komplette Zerstörung gekommen sind, etwas wichtiges verloren haben.

Liebe Grüße 
Sigi

Antwort geändert am 07.04.2026 um 22:58 Uhr

 eiskimo (07.04.26, 16:45)
Die Blüte von Wort und Klang, das gefällt mir sehr, Saira. 
Wir müssen aufpassen, dass sie weiter blühen kann im Lande. 
Liebe Grüße
Eiskimo

 Saira antwortete darauf am 07.04.26 um 23:03:
Lieber Eskimo,

ja, das stimmt. Wir müssen uns gerade machen und wir dürfen uns nicht die Worte nehmen lassen. Durch die Lyrik sind wir in der Lage, auf Missstände aufmerksam zu machen.

Danke für dein Feedback.

Liebe Grüße,
Saira

 Reliwette (07.04.26, 20:14)
Liebe Saira, habe Dank für Deine lieben, fein gesponnenen Silben, die du den Menschen widmest, die ihre Texte, ihre Bilder und ihre Musik ins Idafehner Labyrinth trugen. Die Erinnerung wird bleiben, denn niemand kann Gedanken zerstören. Ich danke Dir vielmals für Dein Geschenk"
Ein stiller lieber Gruß!
Reli

 Saira schrieb daraufhin am 07.04.26 um 23:09:
Lieber Reli,

auch wenn ich nicht dabei war, so habe ich eine ungefähre Ahnung von dem Schmerz, der dir und den anderen widerfahren ist. 

Was für eine sinnlose Zerstörung! Was für eine Welt, in der Kunst nicht friedlich gelebt werden kann.

Mitfühlende Grüße 
Saira

Antwort geändert am 09.04.2026 um 10:11 Uhr

 TassoTuwas (09.04.26, 10:03)
Liebe Sigi,
jede Zerstörung hat ihren Ursprung, jedes Chaos seine Betreiber, jedes Fortschrittsgeschrei birgt ungeahnte Gefahren. 
Was Bestand hat ist die Erinnerung, die Blaupause fürs Bessermachen.
Und natürlich, in der Stille, s.o., ein gutes Gedicht!
Herzliche Grüße
TT

 Saira äußerte darauf am 09.04.26 um 10:21:
Lieber Tasso,

ich war beim Schreiben sehr bei dem, was bleibt: diese Stille nach der Zerstörung, aber auch das, was sich ihr entzieht.

Dein Gedanke, dass Erinnerung eine „Blaupause fürs Bessermachen“ sein kann, gefällt mir sehr.

Und trotzdem bleibt diese Fassungslosigkeit darüber, dass etwas so Gewachsenes einfach zerstört wird.

Danke dir für deinen Blick darauf und dein Lob zum Gedicht.

Herzliche Grüße
Sigi
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