Ein Exemplar, in voller Pracht,
lädt ein zum „Werk genießen“.
Man will es sacht, so wie gemacht,
als in den Raum sie schießen,
die Kenner der Materie und
Sezierer vieler Torten.
Das Ziel: Den Schund [laut Fachverbund]
recht kritisch zu verworten.
Man sticht ins Werk, bricht ab ein Stück,
schiebt dieses Richtung Gaumen,
zermalmt es, unterm Kennerblick,
spuckt aus, in der geraumen
Zeit, die man zur Verfügung hat,
rümpft leicht verschnupft sein Näschen
und hetzt zum vorgestanzten Blatt -
setzt dort sein Bluber-Bläschen.
Frau Geraldine Honigschnutt
[im Vorstand aller Kenner]
weiß immer alles super gut.
Berichte sind der Renner,
in welchen sie, das was sie sah,
beschreibt wie sie es sähe,
wenns anders wäre, als es war -
welch eine Koryphäe!
Polonius Anton Schnickelfort
ist einer von den Guten,
mit dem Bestreben hier und dort
nur Bestes zu vermuten.
Mit Geraldine Honigschnutt
[rein freundschaftlich] verbandelt,
wird alles, was ihm super gut
erscheint, ins Nichts verwandelt.
Karbonius Persebeck sprüht Gift,
kommt ihm was in die Hände,
das nicht nach seiner Hausluft mieft.
Dabei entstehen Bände,
in denen, wie ein Donnergott,
er andre gern belehre.
Gewöhnliches kommt aufs Schafott -
auf seinen Thron das Hehre!
Paul-Ludwig-Karl von Müffelbrand
ist Sau bequem, ja fast schon
desintressiert. Er hebt die Hand
zu allem hoch mit : Passt schon!
Mit ihm kommt jeder gut zurecht.
Er nimmt Kritik recht lose -
Ob mittelmäßig, gut, ob schlecht,
ist Jacke ihm wie Hose.
Als letzter kommt Franz Dünnerwitz
ins Spiel. Er dünkt sich Bester.
Sein Studium: Ein geölter Blitz -
fast Hundert zwei Semester!
Bald will er sich von dem Begriff
„Nur Kritikaster“ trennen.
Ab dann läg sicher niemand schief,
sollt er ihn „Guru“ nennen.
Und die Verkostung? Scheint vorbei -
rundum erlöstes Schnaufen!
Das Backwerk, nicht mehr einwandfrei,
wird sich wohl schwer verkaufen.
Der Inhalt flach, die Form lädiert
[dem Vorgang angemessen].
Fühlt sich noch jemand animiert,
solch Trümmerwerk zu essen?