„Ich habe dem nichts hinzuzufügen. Es besteht derzeit überhaupt kein Handlungsbedarf. Er kann gehen! Ach, Er will nicht? Na dann stehle Er mir mal ruhig meine Zeit, Er braucht sie ja nicht zu bezahlen. Ich weiß überhaupt nicht, was Er von mir will! Er spricht immer noch mit seinem Vorgesetzten. Ich meine, es kann ja sein, dass Er eines Tages mein Vorgesetzter ist, ha ha ha ha ha, aber das ist derzeit nicht der Fall! Also bitte!
Habe ich nicht - habe ich nicht, nun rede ich aber auch mal, wenn es genehm ist, habe ich nicht immer meine Hand schützend über Ihn gehalten? Und nun das! Das kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Ich frage mich nur, weshalb ich studiert habe, und nun kommt Er daher und sagt mir, wie ich meine Arbeit zu machen habe! Da hört sich doch alles auf!
Bereits 1984 habe ich verfügt, dass der Sachstand überprüft wurde – und? Der Sachstand wurde überprüft! Was soll ich denn noch alles unternehmen? Versetze Er sich doch einmal in meine Lage!
Ihr kommt immer und meckert und tut. Meckern kann ich auch! Ja, was muss ich mir denn noch alles gefallen lassen in dieser schönen Demokratie?
Sehe Er sich doch einmal um. Ist nicht alles zum Besten geregelt? Natürlich könnte es besser sein, aber habe ich die Vorschriften gemacht? Wenn ich jetzt bei Ihm nachgebe, dann kommen all die anderen und wollen das auch. Versetze Er sich doch nur einmal in meine Lage!
Sei Er froh, dass Er nicht auf meinem Stuhl sitzt. Er würde das keine Woche durchhalten mit Seinem schwachen Nervenkostüm.
Lass Er doch einmal Fünfe gerade sein, aber nein, da wird gebohrt und gebohrt bis Erdöl kommt.
Vorgang? Welcher Vorgang? Ich habe den Vermerk auf Frist setzen lassen. Nun komme Er mir aber nicht so, lieber Freund!
Wo waren wir denn am 12.8.1994? Wer war denn da eine Stunde zu spät zum Dienst erschienen? Habe ich da ein Trara gemacht?“
„An dem Tag hatte ich einen Sterbefall in der Familie!“
„Und habe ich da kondoliert? Ich habe kondoliert! Sie machen ein Trara und zwar um nichts, das ist doch des Pudels Kern!
Was für ein Vergleich? Ich vergleiche nichts. Also bitte, unterlasse Er diese Unterstellung. Ich kann auch anders! Langsam kommt mir der Verdacht, dass Er auf seinem Posten übermütig wird. Er kennt doch das Sprichwort: Wenn es dem Esel zu gut geht, will er aufs Glatteis. Es gibt auch noch andere Abteilungen bei uns, mit vielen Botengängen.
Jetzt werde Er aber nicht frech! Wenn sich einer etwas zu verbieten hat, dann doch ich! Das wird ja immer schöner! Er sollte beizeiten lernen sich anzupassen. Aber das konnte Er ja noch nie, der Herr Revoluzzer! Mit ihm hat die Behörde ja einen schönen Fang gemacht!
Er glaubt wohl, weil er jetzt Beamter auf Lebenszeit geworden ist, könne er aufmucken wann immer es ihm beliebt! Denke Er doch an Seine Familie. Er hat doch Kinder! Anstatt hier so einen Affentanz aufzuziehen, sollte Er lieber an Seine Familie denken. Er kann doch nichts ändern, das haben schon ganz andere versucht.
Was soll ich gesagt haben? Das ist doch ein ganz großes Missverständnis. Das habe ich zwar gesagt, aber nicht so gemeint! Nun lege Er doch nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Wenn ich jedes Wort auf die Goldwaage legen würde, könnte ich diese Behörde hier zumachen. Das bringt uns doch nicht weiter. Also denke Er in Ruhe noch einmal darüber nach.
Wenn Er dann meint, immer noch in dieser Angelegenheit vorstellig werden zu müssen, dann bin ich selbstverständlich für Ihn da! Ich reiße doch niemandem den Kopf ab. Er will doch bestimmt noch in diesem Jahr befördert werden? Na also! Er tut ja gerade so, als fräße ich kleine Kinder zu Frühstück!
Ts ts, ist ja nicht zu fassen!
Ist noch was?“