Das Konsumglück ist eine Geschenkverpackung – eine, die sich erst einmal auspacken lassen will. Der Inhalt soll überraschend sein und am besten auch bleiben und sich irgendwie als nützlich erweisen. Als etwas, auf das man lange gewartet hätte; als etwas, das zur rechten Zeit käme.
Um diesem zu begegnen, hat sich ein App-Entwickler nun ein Programm ausgedacht, mit dem besagte Überraschung ins Wasser fiele – eine Anti-Glücksfund-App sozusagen. Im besten Fall eine Klugscheißerei zum Preis des Schassens und Cancelns jener mehr oder weniger großen Sache, die man im Sinn hatte zu erwerben.
Denn die App spuckt auf Anfrage (oder Scan der Ware) detailliert aus, wie und warum es keine Sache sei, auf die man lange gewartet hätte, und erst recht nicht etwas, das zur rechten Zeit käme. Die Informationen diesbezüglich sind generisch und KI-like, treffen aber bisweilen mitten ins Schwarze. Informationen wie „Es gibt da bereits XYZ“ oder „In der Regel steht das Produkt laut einschlägigen Händlerseiten nach einer Woche in der Ecke“ gehören zum Standardrepertoire des Programms.
Und letztlich ist die Anti-Glücksfund-App nicht nur ein Madigmachen von Dingen per Programm, sondern in der Gewandung konsumkritischer Allüren auch ein echter Apostel für manche. Diese Ambiguität macht die App zu einem echten Scheusal von Erfindung.