Johannas zielsichere Lenkung durch ihre Stimmen - ein konkretes Beispiel

Betrachtung zum Thema Biographisches/ Personen

von  Bluebird

Johanna wurde also ihrem eigenen Bekunden nach von „Stimmen“ geleitet, unter anderem vom heiligen Erzengel Michael und der heiligen Katherina. Diese Stimmen befahlen ihr 1428 sich nach Vaucouleurs zum dortigen Stadtkommandanten zu begeben und ihm zu sagen, dass sie von Gott geschickt sei, um Frankreich zu retten und eine wichtige Botschaft für den Dauphin (Königsanwärter) habe.

    Der Stadtkommandant war nicht wirklich überzeugt, gab aber am Ende doch nach und sandte sie zum Königsschloss. Frei nach dem Motto: „Versuch macht klug!“
    Und zudem gab es ja auch eine alte Prophezeihung im Volke, dass Frankreich, wenn es einmal in große Not geriete, die Rettung durch eine Jungfrau käme. 


Als Johanna mit ihrer Eskorte im März des Jahres 1429 in Chinon eintraf, war man sich im königlichen Schloss nicht sicher, ob man sie überhaupt empfangen sollte.
   Ein einfaches Mädchen vom Lande, dass sich als Botin Gottes ausgab und Frankreich retten wollte, hörte sich wohl auch für damalige Verhältnisse recht abenteuerlich an.

   Nach wochenlangen Befragungen durch den königlichen Rat und Kirchenmännern wurde ihr schließlich eine Audienz beim designierten König gewährt.


Die Begegnung selber verlief dann etwas seltsam. Johanna hatte gegenüber dem Rat - wohl im Vertrauen auf ihre Stimmen -  behauptet, dass sie den ihr unbekannten König unter Vielen erkennen würde. Und so war man heimlich überein gekommen, dies auszutesten.
   Als sich nun der ganze Hof - etwa 300 Personen - zum Empfang von Johanna im Königssaal versammelt hatte, blieb der König selber erst einmal fern. Stattdessen saß jemand anders auf dem Thron, vor den man Johanna nun brachte.

Johanna durchschaute den Schwindel sofort und sagte ihm auf den Kopf zu: "Du bist nicht der König!"
 

Als sich schließlich der König - in unauffälliger Kleidung - heimlich in den vollbesetzten Saal schlich und unter die Dienerschaft mengte, erkannte sie ihn sofort. Selbst als er abstritt der König zu sein, beharrte sie darauf. Später vor Gericht gab sie an, dass sie sich deshalb so sicher gewesen wäre, weil es ihr die Stimmen gesagt hätten.
  Nun endlich konnte Johanna  ihre Botschaft dem König persönlich  ausrichten: "Sehr edler Herr Dauphin, ich bin gekommen und von Gott gesandt, um dir und deinem Königreich Hilfe zu bringen. "

Irgendwie beeindruckend, oder? Aber war diese zielsichere Lenkung durch ihre Stimmen wirklich eine Beweis für ihre göttliche Mission? Ich habe da so meine Zweifel, denn von solchen Phänomen wird zuhauf im esoterisch-spiritistischen Bereich berichtet. Auch im Schamanismus ist das gang und gäbe.

Aus christlich-biblischer Sicht werden sie aber dem dämonisch-okkulten Bereich zugeordnet.

   Ehrlich gesagt finde ich es schon erstaunlich, dass die katholische Kirche da oftmals – wie auch im Falle von Johanna - sehr unkritisch ist. Denn sie sollte doch eigentlich um die Verführungskünste des „Engel des Lichts“ wissen, oder?



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