DRITA

Gedicht

von  Drita

Drita,

vergiss die sieben Tage des Aufbruchs,
bevor Du beginnst,
Deine Wunden zu zählen.

Vergiss den Schmerz.
Du bist nicht geboren,
um Wüsten zu bewässern.

Bevor Du
vom Theater des Todes sprichst,
frage Dich,
ob Du das Theater des Lebens
wirklich gesehen hast.

Werde nicht
zur Hüterin der Schatten.
Kein Schatten
hat jemals Deine Hand gehalten,
als Du gefallen bist.

Vergiss die Glocken,
die nur
das Ende verkünden.

Höre auf das Wasser.

Es hat nie gelernt,
zu klagen.

Drita,

lege die Last
der großen Worte ab.

Oft weiß
ein einziges Blatt
mehr
von der Ewigkeit

als ganze Bibliotheken.

Und wenn Du schreibst,
frage nicht die Dunkelheit,
wie die Nacht endet.

Frage Dich,
wie Du das Licht bewahrst
und der Morgendämmerung
ihren ersten Namen schenkst.




Anmerkung von Drita:

Von Herzen danke ich allen Autorinnen und Autoren sowie allen Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur lesen, sondern mit dem Herzen aufnehmen.


Möge die Literatur auch weiterhin Brücken zwischen Menschen bauen, Grenzen überwinden und uns daran erinnern, dass Mitgefühl eine der schönsten Formen menschlicher Stärke ist.
Danke, dass Sie diesen Weg mit mir gehen.
Von Herzen -
Drita

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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (08.07.26, 18:37)
Liebe Drita,
eigentlich wollte ich 'ohne Worte genießen', was du schreibst. Aber kurz möchte ich doch etwas dazu sagen: Ich finde deine Idee, ein Gedicht an dich selbst zu adressieren, wunderbar. 
Dieses 'feine, leise Selbstgespräch' beleuchtet m. E. Step by Step Teilstrecken zur Selbsterkenntnis. Und gerade, weil das Schreiben eine deiner Leidenschaften ist, bekommt die Metapher
Oft weiß
ein einziges Blatt
mehr
von der Ewigkeit

als ganze Bibliotheken.

eine besonders sinnliche Bedeutung und Tiefe in diesem Gedicht. Hab herzlichen Dank für diesen wertvollen Impuls.
Mit wertschätzenden Grüßen - Vaga

 Moppel (08.07.26, 19:11)
auch für mich tröstlich, Drita. lG von M.

 Saira (08.07.26, 22:22)
Liebe Drita,

dein Gedicht liest sich wie eine leise, aber kraftvolle Einladung, den Blick nicht nur auf das Erlebte und die Wunden zu richten, sondern auch auf das, was trotz allem weiterlebt und nach Licht sucht.

Deine Worte erinnern daran, dass wir nicht in den Schatten unserer Vergangenheit wohnen müssen. Sie geben der Hoffnung Raum, ohne den Schmerz zu verleugnen. Ein Gedicht über Heilung, Würde und die leise Kraft des Neubeginns.

Liebe Grüße
Saira

 AnneSeltmann (11.07.26, 08:14)
Guten Morgen liebe Drita!

Was für ein stilles und zugleich kraftvolles Gedicht. Es belehrt nicht, sondern begleitet. Die Bilder wirken lange nach – besonders der Schatten, der niemals eine Hand hält, und das Blatt, das mehr von der Ewigkeit weiß als ganze Bibliotheken. Für mich ist das eine Erinnerung daran, den Blick immer wieder auf das Leben und das Licht zu richten. Danke für diese berührenden Zeilen.

Liebe Grüße

Anne
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