Der Heimatzoo

Gedicht zum Thema Bildung/ Wissen

von  GastIltis




Im Heimatzoo von Siehdichum,
da läuft das Viehzeug frei herum.
Den Tieren kann man blind vertraun.
Es steht dort nicht ein einzger Zaun.

Ganz vorn, man zahlt ein wenig Geld
wird automatisch Bier bestellt.
Der Eichfink achtet auf den Strich,
behält es aber still für sich.

Laut gackernd steht auf einem Hügel
das ungeschminkte Blässgeflügel
und, sag das bloß nicht deiner Frau,
'ne aufgestylte Stachelsau.

Ein Dutzend Nullachtfünfzehnschläfer,
die hergelaufnen Goldbrandkäfer,
sie lungern rum und dicht dabei
die Wellensittichpolizei.

Darunter liegt, man sieht ihn schlecht,
der ausgestorbne Mauerspecht
und, schwer lädiert vom letzten Kampf,
ein tief betrübter Grottenmampf.

Und hinten in der Liebeslaube,
da turtelt die Elfriedenstaube
und dort, mit aufgerissnem Schlund,
ein kapitaler Höllenspund. 

Im Schlamm zwei Tüpfelweibchenleiber,
(schon Schiller sagt, da werden Weiber ...),
und nebenan, wo es so wimmelt,
die Flegelrobben, hingelümmelt.

Das Nacht- und Nebelhornvieh steht
da, wo der Wind ganz kräftig weht.
Und wo er kräftig weht, der Wind,
da lauert er, der Rüsselstint.

Der Rüsselstint, das sei bemerkt,
der hat sich grade frisch gestärkt,
und das bewirkt, dass man sich frägt,
warum er einen Rüssel trägt.

Und hier, als Morgensternvertreter,
der altbekannte Gruftenköter,
und der bewacht seit Tag und Jahr
das letzte Krümelkackerpaar.

Die Schweineküken quieken leise,
dieweil die Klammerbeutelmeise
gepudert wird mit zarter Hand
vom Wollustmolch am Wegesrand.

Und das ist unser lieber Paul.
Wer kennt ihn nicht, den Tintenquaul?
Zum Fasching, mit Begeisterung,
da geht er gern als Partyskunk.

Man sieht den Archä weißvonnix
inmitten eines Schieferstücks,
das Rübenschwein, den Schnauzenschmiss
und ein Kamuhl mit Goldgebiss.

Und hört sie von ganz weitem schon.
Sie rufen dich, du Pausenclown.
Sie rufen d i c h, weil man dich mag,
und du sagst nicht mal: Guten Tag!    




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