Im Worte-Urwald

Gedicht zum Thema Nonsens

von  niemand



Und wieder eins der Verse-Ungeheuer -

es füllt das Blatt mit einer Schlangenlänge.

Ein paar der Zeilen könnten durchaus teuer

und brauchbar sein, doch dem folgt eine Menge


an Strophen, dicht bestückt mit Schwurbel-Trieben,

man muss sich durch ein Worte-Urwald schlagen,

sprich eine Menge Wildwuchs von sich schieben,

aus welchem dauernd neue Triebe ragen.


Die Luft wirkt schwül, die Brust gewinnt an Enge,

weil Wort-Lianen sich um jene winden -

das einzelne Gewächs hat eine Länge,

man könnte Elefanten-Herden binden.


Kein Ausgang mehr in Sicht, nur Schwund der Lichter,

der Magen nimmt ihn übel, diesen Graus -

was bleibt, ist nur der Hilferuf:


Bin Dichter! Wer holt mich jetzt

aus diesem Urwald raus?



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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (29.08.26, 16:57)
Fast bis zur Mitte schaff' ich es zuweilen, mich an solchen Wort-Lianen abzuseilen. Aber oft lass' ich mich nach dem ersten Überblick freiwillig fallen. Dann ist's schneller vorbei mit der Leserei(se)!

 Aber meinte dazu am 29.08.26 um 17:28:
Sehe ich auch so.
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