Im Worte-Urwald

Gedicht zum Thema Nonsens

von  niemand



Und wieder eins der Verse-Ungeheuer -

es füllt das Blatt mit einer Schlangenlänge.

Ein paar der Zeilen könnten durchaus teuer

und brauchbar sein, doch dem folgt eine Menge


an Strophen, dicht bestückt mit Schwurbel-Trieben,

man muss sich durch ein Worte-Urwald schlagen,

sprich eine Menge Wildwuchs von sich schieben,

aus welchem dauernd neue Triebe ragen.


Die Luft wirkt schwül, die Brust gewinnt an Enge,

weil Wort-Lianen sich um jene winden -

das einzelne Gewächs hat eine Länge,

man könnte Elefanten-Herden binden.


Kein Ausgang mehr in Sicht, nur Schwund der Lichter,

der Magen nimmt ihn übel, diesen Graus.
Es wirkt erstickender und doch nicht  dichter -
wer holt mich bloß aus diesem Urwald raus?






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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (29.08.26, 16:57)
Fast bis zur Mitte schaff' ich es zuweilen, mich an solchen Wort-Lianen abzuseilen. Aber oft lass' ich mich nach dem ersten Überblick freiwillig fallen. Dann ist's schneller vorbei mit der Leserei(se)!

 Aber meinte dazu am 29.08.26 um 17:28:
Sehe ich auch so.

 niemand antwortete darauf am 29.08.26 um 19:31:
@ Vaga 
ich schaffe es noch nichtmal bis zur Mitte, dann langweilen sie, besonders die von "romantischen Schwurblern" aber egal, sie verstehen es sehr gut sich gegenseitig zu beweihräuchern und ihre Elaborate in den Dichterhimmel zu heben.  Und dann auch noch sich gegenseitig zu Meistern zu erklären. Aber wenn es ihnen Freude bereitet, dann sind sie untereinander schon richtig      ;)
Mit lieben Grüßen zurück, Irene

 Vaga schrieb daraufhin am 29.08.26 um 20:17:
[...] Und dann auch noch sich gegenseitig zu Meistern zu erklären. Aber wenn es ihnen Freude bereitet, dann sind sie untereinander schon richtig [...]
Ich frage mich jedoch schon seit einiger Zeit, ob diese Vorherseh- und Berechenbarkeit für die Beteiligten auf die Dauer nicht auch ziemlich langweilig wird? Außerdem stell' ich's mir andererseits nicht wenig anstrengend vor, der gegenseitigen Erwartungshaltung in Wort und Bild gerecht werden zu müssen. Kein Wunder, wenn's dann in der Korrespondenz wie einstudiert wirkt und sogar nach einem ähnlichen Muster abläuft.

 niemand äußerte darauf am 29.08.26 um 22:44:
Genau!   :D      ;)

 Juli ergänzte dazu am 30.08.26 um 07:30:
Der eine liebt es minimistisch, der andere üppig. An Dorngeächsen sticht man sich, im Lianengewirr verheddert man sich.

 Janna (30.08.26, 09:51)
Liebe Irene, deshalb habe ich mich -  eine Zeitlang - in Stanzen und Sonetten ausprobiert. Da muss man sich auf das Wesentliche beschränken. Ausnahmen sind vll. erzählende Gedichte, aber bei einem lyrischen Gedicht muss man tatsächlich aufpassen, denn das Ausufern kann auch dazu führen, dass es langatmig und langweilig wird. Schwurbel-Triebe, herrlich! Die Bezeichnung "Gedicht" spricht ja auch für sich. Da ist Dichte gefragt. 
Liebe Sonntagsgrüße

Janna

 niemand meinte dazu am 30.08.26 um 18:32:
Sich auf das Wesentliche zu beschränken, liebe Janna, ist für mich die beste Art zu schreiben, was einem nicht unbedingt immer gelingen will. Bei den sogenannten "lyrischen Gedichten" ist es nicht selten der Inhalt, der hahnebüchen klingt. Da wird sich was zusammengedacht, das geht auf keine Kuhhaut.  Gott, was haben mein Mann und ich schon über die Schwurbeleien gelacht.  :D  Man hat nicht selten das Gefühl, von endlos, oder je mehr desto qualitativer. Das Gegenteil ist nicht selten der Fall. Was ich auch nicht immer mag, das sind die allzu regelkonformen Dichtereien. Die wirken, wie mit der Nähmaschine zusammengenäht. Man kann sich mit Regeln auch gänzlich verriegeln, sprich jede Freiheit wird abgewürgt, jeder Rhythmus total
eingeengt, jede Melodie [und Lyrik hat ja auch was mit Musik=Lyra]
zu tun. Die Regelkonformen dichten immer so abgezirkelt, so quadratisch, praktisch, gut   ;)  Klar, man kann und darf, aber es ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Freier Rhytmus gefällt mir nicht selten besser. Aber sag das mal einem, der sich das Gegenteil angeeignet hat, oder dem es angelernt wurde. Der kommt aus diesen Puschen nicht so leicht raus. Das wird dann zum Evangelium   :P     Alles in allem, ich will nicht mehr weiter quatschen und bedanke mich für Deinen Kommentar. Mit lieben Grüßen in Deinen Abend hinein, Irene

Antwort geändert am 30.08.2026 um 19:57 Uhr

Antwort geändert am 30.08.2026 um 22:40 Uhr

Antwort geändert am 30.08.2026 um 22:40 Uhr
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