Der wohlverdiente Untergang

Gedicht zum Thema Ignoranz

von  Saira

Der Mensch beschwört den Schutz der Kreatur,

doch hinterlässt er eine Wüstenspur.

Er fällt den Wald und macht daraus ein Feld,

denn schließlich geht es immer nur ums Geld.

 

Die Robbe stirbt, damit der Pelz sich lohnt,

die Dame wird mit Kompliment belohnt.

Dem Nashorn wird das Horn brutal geraubt,

weil man an dessen Wunderwirkung glaubt.

 

Die Spekulanten lieben fremde Not,

sie machen ihren Reibach selbst mit Brot.

Sie zählen ihren Reichtum voller Gier,

der Hunger sitzt als stiller Gast bei ihr.

 

Minister mahnen uns zum Sparen an,

und prassen selbst, so viel ein jeder kann.

Sie predigen Verzicht bei Brot und Wein

und schenken sich den besten Jahrgang ein.

 

Man spricht von Klimaschutz und großer Pflicht,

doch selber spart man lieber besser nicht.

Man sägt am Ast und findet das noch gut,

denn jeder neue Schnitt macht frischen Mut.

 

Wenn schließlich auch der letzte Wald vergeht,

kein einz‘ger Baum mehr auf der Erde steht,

dann sitzt der Mensch auf seinem goldnen Thron

und fordert seinen wohlverdienten Lohn.

 

Er schaut sich um, die Erde ist nun leer,

kein Vogel singt, kein Fisch schwimmt mehr im Meer.

Dann ruft er aus, empört und voller Gier:

„Wer hat das angerichtet? Etwa wir?“

 

 

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (11.10.26, 11:00)
Liebe Saira,
wir wissen es nicht erst seit heute oder gestern: Die Menschen sind mehrheitlich Raubtiere. 
Aber im Gegensatz zu diesen fressen diese Zweibeiner nicht, um den Hunger zu stillen, sondern um sich auf Kosten der Allgemeinheit , z.B. der Natur , zu bereichern Dabei ist die Reflektion auf  mögliche Folgen völlig ausgeschaltet. Da kannst du machen nix, da musst du gucken zu!
Lieber Gruß! Reli
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