Er steht, sein Blick ist ernst und klar,
in ihm lebt seiner Ahnen Leid.
Was einst geschah, bleibt immer wahr,
er trägt es still durch Raum und Zeit.
Im Erdreich ruht, was keiner sieht,
verborgen vor der Menschen Blick.
Was tief darunter noch geschieht,
kehrt eines Tages doch zurück.
Ein rotes Tuch umhüllt den Mann,
es spricht von Stolz und alter Pein.
Es zeigt, was niemand sehen kann,
und lässt ihn dennoch aufrecht sein.
Den Speer erhebt er voller Mut,
als Zeichen für sein freies Sein.
Er schützt sein Land und höchstes Gut,
und tritt für seine Rechte ein.
Kein Mensch gewinnt durch Herkunft Wert,
kein Rang bestimmt, wer höher steht.
Die Würde bleibt ihm unversehrt,
auch wenn die Macht vorübergeht.
Man nahm den Völkern ihren Raum,
doch ihre Stimmen blieben wach.
Man raubte ihnen manchen Traum,
doch ihre Kraft ließ niemals nach.
Wer vor dem Bild in Stille steht,
erkennt den Schmerz aus dunkler Nacht.
Er sieht, was niemals ganz vergeht,
und spürt, was Menschenleid entfacht.
Im Schweigen liegt die alte Schuld,
die niemand aus der Welt mehr schafft.
Die Erde wartet mit Geduld,
doch Wahrheit fordert ihre Kraft.
Er fordert weder Dank noch Lohn,
sein Antlitz kennt kein stilles Flehn.
Er trägt die Würde lange schon,
auch wenn die andern sie nicht sehn.
Was Menschen andern einst getan,
das bleibt als tiefe Wunde stehn.
Doch fängt mit uns die Zukunft an,
wenn wir den Weg des Friedens gehn.
©Sigrun Al-Badri/ 2026

Acryl auf Leinwand, gemalt von Sigrun Al-Badri/ 2013