Ur-Bildung durch Betrachtung von Urbilder

Essay zum Thema Bildung/ Wissen

von  LotharAtzert

Wie am Kirschbaum die Kirschen, so hängen die Ehrfürchtigen am verehrten Objekt.

Ich für mein Teil hänge an den Urbildern, als Quell von Bildekraft. An Neptun, dem Meergott des Unbewußten, dessen Tiefe niemand je auch nur annähernd auslotet. Am Mars hänge ich, seinem Austreiber, jener Frühlingskraft ab 22. März, auch wenn sie roh erscheint, das ist ihr Job, Austreiber fackeln nicht lange. Wäre ja noch schöner, wenn der fragen würde: darf ich dich ins Leben treiben? Der Frühling befreit vom Winterschlaf.
An Mnemosyne hänge ich, das von allem Anfang an sanfte Anwesendsein, es bezeugen zu können, dem wir uns nähern, sobald die innere Stille Gehör findet; sodann ihren neun Töchtern, den Musen, welche den Schwung der Töne so lieblich untermalen, wie sie in All-Ozeans Weite verklingen.
Ich hänge am schöpferischen  Uranus, dem Ursprung aus All-Neptuns Meer, noch vor aller Zeit, die erst im Saturn dräut, dem unnachgiebig-kristallisierenden Bestimmer, des Steinbocks bergender Geist, in dessen Himmelsordnung kein Platz für Makel ist und hänge an diesem ganzen alten Mythenzauberszeugs, als den Urkräften, die im eigenen Wesen sich entbergen.
Dort nämlich wirst du inne durch Betrachtung. Wie der Dichter Friedrich Hölderlin sagte: "An das Göttliche glauben die allein, die es selber sind" - jeder Suchende transzendiert sein Ego ins von ihm Verehrte. Deshalb heißt es bei den Tibetern: "Durch Verehrung bringt man selbst einen Hundknochen zum Leuchten".

Zwölffach, den Monaten des Jahres entsprechend, ist die Einteilung des Tierkreises. Vierfach wird sie durch das Kreuz, sowie jedes Viertel wieder in sich dreifach. Der Mars beginnt das Frühlingsgeviert oder den Erscheinungsquadrant: Für alle sichtbar erscheint, was die Austreiberkraft austreibt: ein im Tiefschlaf des Mutterleibs überwinterndes Leben, um zu wachsen, zu blühen, Frucht zu werden, um im Herbst wieder einzuschlafen.
Warum Erscheinung? Weil die Wahrnehmung von Objekt eine Lichtquelle voraussetzt die selbst nicht erscheint. Sie erscheint niemals - eine Entsprechung zum Raum: man sieht ihn nicht, kann ihn nicht fassen, nicht riechen, nicht wirklich sein wahres Wesen benennen - und doch kann ihn niemand wirklich leugnen.  Was nie selbst erscheint, ist scheinloser Urgrund ohne Begründung - man kann ihn nirgends hören, sehen, riechen, schmecken, denken. Und doch ist alles im Raum, dessen Grenze nach innen und außen undenkbar sind - eben neptunisch. Sein Körper - sein Wasser-Stoff gibt sich jedem hin und bleibt bei niemand.
Seine treibende Kraft jedoch erscheint, wie gesagt als Mars und treibt alles, was lebt aus dem Winterschlaf. Jedenfalls vier Wochen lang treibt er es arg. So war das früher einmal - heute haben wir die menschverursachte Klimakatastrophe als Folge der Hybris, sich größer, als je ein Gott zu dünken.
Doch zurück zum irdischen Zustand; Nach vier Wochen Getriebenheit regt sich erster Widerstand unter dem Ausgetriebenen. Man will nicht von Nachrückern und -drückern vom Ort verdrängt werden und so beginnt der Sozialisationsprozess, das Verbünden, die Herdenbildung respektive Zellteilung unter dem Zeichen des Stieres und der Gäa. An seinem Ende schließt sich nahtlos das dritte Frühlingserscheinen an, durch die Zwillinge des Merkurs: alles, was teilbar ist wird mit Teilnehmer geteilt, damit ein "Vor-Teil" der Gemeinschaft nutzt.
Soweit das 1. Viertel des Kreises.

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Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (13.04.18)
Nichts für ungut, aber das kommt mir doch sehr wie eine recht krude astrologische-mythologische Mischung daher. Flüssig geschrieben, aber irgendwie schrullig.

 LotharAtzert meinte dazu am 13.04.18:
Bei Eiskimo hab ich dir ja gerade den Denkfehler bezüglich der Form attestiert, da kann ich mich hier kurz fassen: hast du denn vom Inhalt was verstanden?
Bette (70)
(13.04.18)
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 LotharAtzert antwortete darauf am 13.04.18:
Du bist oft weg, ich dagegen eher ein Eierweck;)
Na denn gute Reise und danke für deine erbaulichen Worte
Gruß
L.
Bette (70) schrieb daraufhin am 13.04.18:
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 LotharAtzert äußerte darauf am 13.04.18:
Soll ich beißen kommen?
matwildast (37)
(13.04.18)
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 LotharAtzert ergänzte dazu am 13.04.18:
Es ist nicht so, daß ich den Mars favorisierte, aber er steht halt am Beginn allen irdischen Erscheinens. Und weil ich hier auf kV kaum weiter komme, (man merkt es ja, wenn man von ca. 90% - Dieter läßt grüßen - nicht verstanden wird) fange ich immer wieder damit an: ohne den Trieb gäbe es kein Leben, aber er ist ein Diener des Prinzips, welches nie erscheint.

Inzwischen entpuppst du dich ja als eine meiner Stammleserinnen - mir fällt gtad kein besseres Wort ein - und ich bin sehr froh über deine Reaktion, die mir zeigt, daß du verstehst. Und was kann man sich als Autor mehr wünsche?
Vielen lieben Dank dafür.

" ... ich wünschte die Zeit liefe halb so schnell." - ja, über Saturn gibt es noch viel zu sagen. Später, vielleicht beim nächsten Text.
matwildast (37) meinte dazu am 13.04.18:
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 Habakuk (13.04.18)
Extraterrestrische Gesänge aus dem Kuipergürtel, selbstredend nicht zu vergleichen mit den Gesängen aus der Oortschen Wolke, aber nach dem fünften Mass Weißbier klingt beides fast gleich, nämlich wie Blasmusik. Jo mei, wenns uns Außerirdische nicht gäbe.
Ich hänge an den Bildern mein, bis sie mit Ur-Gewalt von der Wand fallen und ich selbst zum Bild werde. Das wird ein Spaß. Für jeden womöglich nicht. Aber dürfte doch in deinem Sinne sein, denke ich mal, Loothar? Bist du noch da?

Hawedere

 LotharAtzert meinte dazu am 13.04.18:
Deine Nachricht erreichte mich auf dem Weg zum Aldebaran.
Ja wenn es uns nicht gäbe, gäbe es die, die wir gefressen haben. Die hätten dann wieder die gefressen, die wir doch ... aber will ich jetzt nicht vertiefen, zumal wir gerade in ein Magnetfeld geraten, wo ich Strangers in the night zu hören glaube und was glaubst du, wie sentimental ich werde, der gute alte Frankyboy und die Mafia ... ja gut, ich bin noch da ... also hier. Du als Bild, also ein Botticelli wird das nicht ... Lasker-Schüler vielleicht.

servus

Antwort geändert am 13.04.2018 um 16:21 Uhr

Hä? Lasker-Schüler?
Ich meine doch Paula Modersohn-Becker ...

Antwort geändert am 13.04.2018 um 17:00 Uhr

 Habakuk meinte dazu am 13.04.18:
Lasker-Schüler wäre mir eine Ehre gewesen. Paula Modersohn-Becker kannte ich nicht. Auch nicht schlecht.
Aber dein Antrieb mit Diesel ist echt scheiße. Du bist ja noch hinterm Mond. Ich sag nur: Warp-Antrieb. Stranger in the night, tralla, ..., yeap, ich dachte bisher immer, das sei von Roy Black. Egal.

 LotharAtzert meinte dazu am 13.04.18:
Zur Zeit muß ich den Kuipergürtel etwas enger schnallen.

 Habakuk meinte dazu am 13.04.18:
Verstehe. Ich bin zur Zeit auf Oortscher Wolke 3.
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