Scharadox

Figurengedicht zum Thema Natur

von  Ralf_Renkking

Die Selbstsucht
des Menschen
versagt lediglich da,
wo es
um das
Eingeständnis des eigenen
Fehlverhaltens geht.


Anmerkung von Ralf_Renkking:

Halbsonett.

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Kommentare zu diesem Text

Hannah (72)
(10.01.20)
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 Ralf_Renkking meinte dazu am 10.01.20:
Hi Babette,

danke für Deine Beurteilung, und sicher, unentdeckte Fehler oder Schuld wären noch am günstigsten. Ich hoffe, es ist mir einigermaßen gelungen, das Paradoxon von Sucht und Verantwortung darzustellen, denn wo das eine groß ist, ist das andere klein, und nur wenn es darum geht, seine Schuld abzuwälzen, denkt der Egoist an andere, total großzügig.

Ciao, Frank

 princess (10.01.20)
Stimmt das, Frank? Selbstsucht sorgt ja für die Durchsetzung der jeweils eigenen Interessen. Angenommen, jemand hat das Interesse, eigenes Fehlverhalten einzugestehen und handelt entsprechend. Dann hat seine Selbstsucht nicht versagt. Sie würde nur versagen, wenn er sein Fehlverhalten nicht eingestehen würde. Und umgekehrt: Hat jemand das Interesse, eigenes Fehlverhalten nicht einzugestehen und handelt entsprechend, so hat seine Selbstsucht wiederum nicht versagt. Sie würde hier nur versagen, wenn er gegen sein Interesse verstieße.

Alles klar jetzt?

Scharadoxe Grüße
Ira

 Ralf_Renkking antwortete darauf am 10.01.20:
So so, meine Liebe, Du gehst also davon aus, dass ein Egoist ein Interesse daran hat, sein Fehlverhalten einzugestehen, interessanter Aspekt, aber dann ist er meiner Meinung nach ein egoistischer Masochist, so rein theoretisch jetzt also ziemlich scharadox, um nicht zu sagen, total bescheuert.
Aber ich verstehe, worauf Du hinauswillst, jedoch gehe ich davon aus, dass Egoismus identisch mit der Selbstsucht ist. Das Scharadoxe beginnt also schon in den ersten zwei Versen, denn gibt es eine gesunde Selbstsucht? Vielleicht hätte ich den bestimmten mit dem unbestimmten Artikel tauschen sollen, aber so einfach wollte ich das dann doch nicht gestalten, bonsai, äh, bansai!!!

Ciao, Frank

P.S.: Ich schaue ja morgens grundsätzlich nicht mehr in den Spiegel, ist ja auch total unnatürlich, außerdem macht das süchtig.

Antwort geändert am 10.01.2020 um 18:53 Uhr

Antwort geändert am 11.01.2020 um 18:55 Uhr

 LotharAtzert (10.01.20)
Bravo Frank, es ist dir gelungen, das Paradoxon von Sucht und Verantwortung darzustellen. Ich werd' bestimmt beim nächsten Vaporisieren mit einem Seufzer daran denken.
Aber sag mir doch mal: warum immer wieder Sonett?

Gruß
Ciao, Lothar

Kommentar geändert am 10.01.2020 um 19:53 Uhr

 Ralf_Renkking schrieb daraufhin am 10.01.20:
Danke, Lothar,

hoffentlich merkt mir keiner an, dass ich mich von Deinen Kommentaren total verarscht fühle.
Ja, und nun zur Geschichte von Pavlov´s Dog, Konditionierung ist nämlich nicht mal eben so in fünf Minuten erledigt, nein, das erfordert Ausdauer, sage ich Dir, und missionarischer Eifer allein reicht hier einfach nicht mehr aus. :D

Ciao, Frank

P.S.: Ließe ich die Schlussbemerkung fort, würde es doch keine Sau interessieren, ob dieses Gedicht meiner Meinung nach die Anforderung an ein Sonett erfüllt.

Antwort geändert am 10.01.2020 um 21:30 Uhr

 LotharAtzert äußerte darauf am 11.01.20:
Frank, du bist doch nach eigenen Angaben Wassermann. Wer, wenn nicht ein solcher, könnte besser verstehen, daß ich auf drei verschiedenen Ebenen (wie übrigens auch in meinen Texten) kommentiere: 1. allgemein. 2. nur an den Adressaten gerichtet. 3. intuitiv (aus dem sogenannten Bauch heraus) - das muß ich nicht mal selber verstehen.
Das kleine kV ist für mich ein Spiegel der großen Welt. Also voller Psychos und sonstiger Spielarten von verdrängten Wesenszügen. Für mich persönlich gibt es nichts langweiligeres, als so zu tun, als wären wir hier eine Community. Und dieses "hast du gut zum Ausdruck gebracht" ist immer Verarsche, nur die meisten haben das gut verdrängt. Und so sagt es, selbst beim läppischsten Wortgekröse, einer zum anderen und die Kindsköppe freuen sich. Es ist dies ein Schutzschild, ohne daß es so jemals benannt wird. Das ist menschlich, aber zugleich auch dämlich, unliterarisch und hält alle gemein-sam klein. Weil wenn man schon wer ist, hört man auf, etwas zu werden. Und da mache ich nicht mit, verzichte aber auch darauf, Namen einzuflechten, sonst wäre ich längst rausgeflogen. Und trotzdem bleibt es ein Anliegen von mir, das Unbewußte bewußt zu machen. Es hat also nichts mit deiner persona zu tun, wenn ich manchmal den "Zynigger" (meine Worterfindung) mach.

Wenn man - um es mal bildhaft zu sagen - als Singvogel unter Hühner gerät, macht es wenig Sinn, vom Erleben des Flugwindes … merke grad, das wird zu lange. Ich hoffe auch das genügt so weit und du hast es verstanden - langer Redefluß endet bekanntlich im Meer der Geschwätzigkeit.
Übrigens hab ich auch viel im Wassermann, auch wenn dir das momentan wurscht ist.
Soviel zu "Konditionierung ist nämlich nicht mal eben so in fünf Minuten erledigt"

Antwort geändert am 11.01.2020 um 10:39 Uhr

 AchterZwerg (11.01.20)
In dieser Kürze liegt Bestürze.
Gut, dass wenigstens ich ganz anders bin ...

Engelsgleiche Grüße
der8.

 Ralf_Renkking ergänzte dazu am 11.01.20:
Hi, hi, nein mein lieber Zwerg, nur Thomas ist es, Du höchstens ein klein wenig. :D

Ciao, Frank

 Graeculus (11.01.20)
Es ist natürlich immer gut und wahrscheinlich der Anfang aller Einsicht, dort, wo man in dieser Weise von dem Menschen spricht, bei sich selbst zu beginnen.
Ich gebe mir Mühe.

 Ralf_Renkking meinte dazu am 11.01.20:
Ein Problem dabei ist natürlich die Selbst,- und Fremdeinschätzung. Natürlich ist es mir nicht egal, wenn mich jemand für egoistisch hält, allerdings weiß ich es besser. :D
Somit ist dieser Aphorismus auch nicht ganz fair, weil er von der Prämisse der Selbstsucht ausgeht, und ich das etwas verrätselt formuliere, mir ging es unter anderem aber auch um den Gag des Versagens der Selbstsucht, denn kann die das überhaupt? Insofern ist mir das Scharadox doch eigentlich ganz gut geglückt.
Was allgemein die Einsicht angeht, gebe ich Dir natürlich recht. da schließe ich mich einerseits bei der Fehlersuche keineswegs aus, oder versuche, den schwarzen Peter auf andere abzuschieben, wenn der Fehler eindeutig bei mir liegt, andererseits ist mein Unterbewusstsein eines der besten Lügner, die ich kenne.

Antwort geändert am 11.01.2020 um 18:58 Uhr
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