Wieso ließ Gott es zu, dass Kain seinen Bruder Abel tötete?

Essay zum Thema Schuld

von  Bluebird

Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, 5 aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. 6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? 7 Ist's nicht so: Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie. 8 Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. (1. Mose 4)

Wenn man der Bibel Glauben schenken möchte, so erkannte Gott ganz offensichtlich die Mordgedanken Kains, ließ es aber bei einer Warnung bewenden. Was natürlich die Frage aufwirft: Wieso hat ER es nicht verhindert? Zumal Abel ja anscheinend auch ein Gott wohlgefälliges Leben führte!
    Wird uns an dieser Geschichte - die ja direkt nach den Schöpfungsberichten und nach dem Sündenfall kommt - vielleicht demonstriert, welch großem Raum a) dem freien Willen eingeräumt wird und b) wie wir ihn auch zum Bösen hin missbrauchen können, aber es eigentlich nicht soll(t)en?
    Wird hier in diesem Extrembeginn uns nicht quasi vor Augen geführt, dass ein Leben jenseits von Eden auch Mord- und Totschlag bedeuten kann? Aber das Gott dennoch auch den Menschen - bei aller Gewährung eines freien Willens - nicht ferne ist? Sieht was sie planen und tun?

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Frühere bzw. ältere Kommentare zu diesem Text

Graeculus (76)
(15.01.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Bluebird antwortete darauf am 15.01.20:
Diese "Logik" hat mir noch nie eingeleuchtet ... warum sollte Gott nicht gleichzeitig wissen , wie sich alles entwickeln wird, aber dennoch unvoreingenommen und gegenwärtig auf unserere freie Entscheidung reagieren, so als hätte Er es nicht gewusst ... wir Menschen können das eigentlich nicht, aber für Gott sollte das doch eigentlich kein Problem sein, oder?
Graeculus (76) schrieb daraufhin am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Bluebird äußerte darauf am 15.01.20:
Sorry, aber ich glaube, dass du hier etwas ganz Wesentliches missverstehst: "Gott kann und sollte man nicht mit menschlichen Maßstäben zu verstehen und zu beurteilen versuchen!"

Wir mit unserem limitierten "Spatzenhirn" sollten die Dimensionen göttlichen Seins und Handelns begreifen können? Das ist absurd! Schau dir einfach nur mal die Dimensionen des Weltalls an. Und wir sollen den beurteilen können, der das alles geschaffen hat?
Wir haben ganz offensichtlich einen freien Willen, uns für Gutes oder Böses entscheiden zu können ... wie frei der wirklich ist, welche Faktoren da alle mit hineinspielen, bleibt irgendwo eine offene Frage ... ( aus "Schuld und Sühne"):
Plötzlich wird im klar, wie weit sein Mordplan in ihm schon herangereift ist: »Nach der betreffenden Sache!« rief er und sprang von der Bank auf. »Aber wird die denn stattfinden? Wird sie wirklich stattfinden?«

Ziellos läuft er durch Petersburg, trinkt einen Branntwein und legt sich in ein Gebüsch schlafen. Er träumt in erschreckender Deutlichkeit, wie ein Kutscherpferd mutwillig zu Tode gebracht wird .... überall Blut. Als er aufwacht, wird ihm in völliger Klarheit bewusst, dass seine Skrupel zu groß sind: Nein, ich werde es nicht aushalten, ich werde es nicht aushalten! Und wenn auch in all diesen Berechnungen kein einziger zweifelhafter Punkt ist; und wenn auch alles, was ich mir in diesem Monate zurechtgelegt habe, klar wie der Tag und richtig wie das Einmaleins ist. O Gott! Ich werde mich ja doch nicht dazu entschließen! Ich werde es nicht aushalten können, nein! . . . Warum . . . warum habe ich nur bis jetzt . . .« ...
Er fühlte, daß er diese schreckliche Last, die ihn so lange bedrückt hatte, nunmehr abgeworfen habe, und es wurde ihm auf einmal leicht und friedlich ums Herz. ›O Gott‹ betete er, ›zeige mir meinen Weg, und ich entsage diesem unseligen Plane!‹

Noch einmal schien ihn eine gute Macht an sein Gewissen appelliert zu haben, ihm zuzurufen: "Kehr um!" Aber so schnell läßt der Teufel einen nicht vom Haken. Anstatt nun auf direktem Wege nach Hause zu gehen, nimmt er - aus einer Laune heraus - einen Umweg über den Heumarkt, wo er plötzlich die jüngere Schwester der Pfandleiherin in einem Gespräch mit einem Händler sieht. Er bekommt mit, wie sie sich mit ihm für den kommenden Abend um 19 Uhr verabredete. Sein anfängliches Staunen ging allmählich in Schrecken über, und Kälte lief ihm über den Rücken. Er hatte erfahren, plötzlich und ganz unerwartet erfahren, daß morgen, genau um sieben Uhr abends, Lisaweta, die Schwester der Alten und deren einzige Wohnungsgenossin, nicht zu Hause sein werde und daß also die Alte genau um sieben Uhr abends allein zu Hause war.

Bis zu seiner Wohnung hatte er nur noch wenige Schritte zu gehen. Er kam nach Hause wie ein zum Tode Verurteilter. Er überlegte nichts und war auch völlig außerstande, etwas zu überlegen; aber in seinem ganzen innersten Wesen fühlte er plötzlich, daß er jetzt keine Freiheit der Überlegung, keinen eigenen Willen mehr besitze und daß auf einmal alles endgültig entschieden sei.
Graeculus (76) ergänzte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Bluebird meinte dazu am 15.01.20:
Machen wir es doch mal ganz praktisch ... es klingelt an deiner Türe:. Hast du die (grundsätzliche) Entscheidungsfreiheit sie zu öffnen oder geschlossen zu halten?
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 AchterZwerg (15.01.20)
Mir zeigt dieser erste Mord vor allem den scharfen Übergang vom Menschen-/Tieropfer zu einer sittlich verträglicheren Form der Opfergabe an.

Mit freundlichen Grüßen
der8.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 AchterZwerg meinte dazu am 15.01.20:
:)
Aber trotzdem wagte es der (1. Ackerbauer) Kain zum ersten Mal dem alleinigen Gott die Früchte des Feldes darzubieten, indes der Nomade Abel ein Lamm opferte.
Dass der Gott Blut sehen wollte, ändert ja nix daran, dass eine (große!) Veränderung eingetreten war.

Gruß
der8.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 AchterZwerg meinte dazu am 16.01.20:
Ethnologen "deuten" einige Dinge anders als Gläubige. Und anders als du.
Aber das ist hier in der Tat nicht so wichtig.
Cora (29)
(15.01.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 15.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36)
(16.01.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Graeculus (76) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Cora (29) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Serafina (36) meinte dazu am 16.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
princess (68)
(19.01.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Dieter Wal (58) meinte dazu am 20.01.20:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Dieter Wal (58)
(19.01.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
Zur Zeit online: