Der Stau - Kap. 16

Geschichte zum Thema Ausweglosigkeit/ Dilemma

von  Manzanita

Die Situation ist ziemlich angespannt. Trotzdem hängt diese Interpretation sehr stark davon ab, welchen Schüler oder Schülerin man fragt. Viele haben noch gar nichts mitbekommen. Manche Schüler sind weiterhin am Handy, da sie noch Strom haben. Die meisten müssen aber mittlerweile auf mobile Geräte verzichten. Sehr schade für sie.

Wie gerade beschrieben, gucken gerade viele Jugendliche nicht mehr auf einen Bildschirm. Dieser Fakt hat eine besondere Bedeutung: Plötzlich verspüren die betroffenen Teenager einen besonderen Willen nach Sozialisierung. Ihre Gehirne arbeiten mit aller Kraft an möglichen Formeln, mit anderen Menschen (ohne Bildschirme dazwischen, wie gesagt) eine Konversation zu beginnen. Durch die geringe Übung dauert das eine Weile.

Eine Weile (vielleicht auch nach zwei) später haben sich die ersten Schüler und Schülerinnen aufgerappelt und konversieren mit ihren “Partnern” und “Partnerinnen”. Es muss allerdings wiederum eine Weile gewartet werden, bis mindestens eine Konversation etwas Sinn ergibt.

Eine Weile später. Es haben sich zwei interessante Konversationen etabliert. Beide Pärchen befinden sich in der vorderen Hälfte des Autobusses. Pärchen (kurzfristige Nummerierung folgt) Nummer eins möchte gerne zu Fuß weiterlaufen. Vielleicht findet man ja einen Rastplatz. Das zweite Pärchen hat die Idee weiterentwickelt: Sie wollen nicht nah an der Autobahn bleiben, sondern irgendwo im Wald leben.

Wir hören den beiden Mädchen noch etwas länger zu, denn ihre Idee scheint sehr interessant. Das eine Mädchen, wir nennen es mal A, versucht die Idee zu vertiefen, während B sie sich wohl als Witz ausgedacht hat. Doch lesen Sie selbst, ob der Wald als Witz zu verstehen ist.

B: Auf jeden Fall sollten wir noch mal ein Cowboy-Film schauen.

A: Du hast keine Ahnung, bei denen ist doch kein Wald.

B: Was weißt denn du, Digga (Ist das eigentlich als Adjektiv oder Nomen zu verstehen, informieren Sie uns bitte per Leserbrief.)!

A: Naja, ich schaue manchmal so etwas.

B: Das kann doch jeder sagen!

A: Egal. Aber ich finde, das ist gar nicht so eine schlechte Idee, das mit dem Wald.

B: Kannst ja mal sehen, was ich für super Ideen haben. “Gar nicht so schlecht”, was?

A: Das wäre auf jeden Fall viel angenehmer als diese Scheiße. 



Es ist eine Stunde vergangen. Die beiden Gesprächspärchen sind nicht mehr voneinander isoliert. Sechzig Minuten haben gereicht, um die Hälfte der ganzen Klasse zu “Neuanfängern” zu machen. Ja, Sie haben richtig gehört. Aber was heißt das, “Neuanfänger”?

Sie werden schon sehen. Fakt ist jedenfalls, dass sich das neu gegründete Team gerne mal allein treffen möchte. A und B geben den Impuls, den Bus zu verlassen und viele Schülerinnen folgen ihnen. Auch ein paar Schüler, allerdings bleibt der Großteil im Bus zurück. Ebenfalls Fakt ist, dass die “Neuanfänger” schon in 2 Stunden zurückkommen werden, bloß um ihre Sachen mitzunehmen.

Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (09.08.21)
Digga/Diggah ist ein Substantiv, dass dazu neigt, als Eigenname genutzt zu werden. Also in jedem Fall großzuschreiben ist.

 Manzanita meinte dazu am 09.08.21:
Dankeschön!
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