Salzwasser

Gedicht zum Thema Sehnsucht

von  Melodia

An salzigen Tagen
brandet das Meer an mein Fenster
Die Nächte schmecken dann ölig
nach Tran und Tang

Das Wogen der Gezeiten
fließt mir durch Mund wie Augen
Bildet ein Riff aus Korallen
um Knochen und Atem
schwarz wie die Tiefsee

Mit Kalkschalen in den Händen
Sand zwischen den Adern
und Fjorden im Herzen
treibe ich durch Jahreszeiten
den Blick zum Horizont gerichtet

An salzigen Tagen
bin ich durstiger denn je

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Kommentare zu diesem Text


 Agnete (29.09.21)
wow, das ist toll in seiner Metaphorik. LG von Agnegte

 Melodia meinte dazu am 29.09.21:
Das freut mich sehr, dass es wirkt.

LG und danke

 AZU20 (29.09.21)
Das ist wohl so. Toll geschrieben. LG

 Melodia antwortete darauf am 29.09.21:
Vielen Dank!

 DanceWith1Life (29.09.21)
ein Tag treibt durch Jahreszeiten,
das ist mehr als nur eine Metapher, oder?

 Melodia schrieb daraufhin am 29.09.21:
Ich wäre jetzt so frei und antworte mit: Je nachdem was der Leser interpretiert

LG

 Vaga (29.09.21)
Der Titel "Salzwasser" ist m. E. bereits weise gewählt und weisend zugleich. Salz und Wasser - stofflich beides essentiell zum Überleben.
Und der Durst - das ist die Sehnsucht. Die Sehnsucht (wonach? nach dem Wesentlichen?), scheint bzw. ist unstillbar, die Sehnsucht, die besonders an 'salzigen Tagen' - also an Tagen, in denen das eigene Er-/Leben am intensivsten spürbar ist.

Spannende Bilder entwickeln sich da Zeile für Zeile vor meinem inneren Auge. Jede einzelne ist Schritt für Schritt ein (mit allen Sinnen) beschreibendes Erkennen dieses außerordentlich tief empfundenen Gefühls.

Ein Gedicht, das - nicht zuletzt durch die bildhaften und kraftvollen Metaphern - 'aufwühlend' wirkt, bzw. mein 'Aufsehen' erregt und mich beeindruckt hat.

LG - Vaga.

 Melodia äußerte darauf am 29.09.21:
Das ist eine sehr schöne und treffende Interpretation Vielen herzlichen Dank für deine lobenden Worte! Freut mich sehr!

LG

 Jo-W. (29.09.21)
sehr ausdrucksstark und fühlbar-einen Abendgruß-Jo

 Melodia ergänzte dazu am 29.09.21:
Vielen herzlichen Dank!

LG

 wa Bash (30.09.21)
das klingt nach Überschwemmung, liest sich aber gut. :) ich wollte gerade die erste Strophe loben, dann viel mir die Wiederholung an-an auf, nicht das es stört. "die salzigen Tage branden wie das Meer an mein Fenster" würde aber auch funtionieren...

 Melodia meinte dazu am 30.09.21:
Loben hättest du sie dennoch können :P
Da hast du aber wohl Recht, hätte man anders formulieren können. Der Text wurde allerdings bereits veröffentlicht, daher denke ich nicht, dass ich noch mal daran arbeiten werde. Aber mal schauen. Eventuell beim eigenen Gedichtband dann irgendwann

LG und vielen Dank!

 wa Bash meinte dazu am 30.09.21:
das wusste ich nicht, aber selbst wenn er bereits veröffentlicht ist. viele Dichter haben ihre Werke, obwohl sie bereits veröffentlicht waren, später in Kleinigkeiten wieder geändert, das ist auch überhaupt nicht schlimm, geht mir zumindest auch so, wenn ich ein Werk nach ein paar Jahren von mir wiederlese, dann ändere ich oftmals auch nochmal Kleinigkeiten, dies darf man nicht so tragisch sehen. darüber würde sich ein gewissenhafter Literaturwissenschaftler sich mit Sicherheit freuen, ala, was ist dem Jungen bloß in der Zwischenzeit widerfahren. hat er eine Lebenskrise durchgemacht, war er fünfmal verheiratet, hat er seine Tiefseereise vllt doch unternommen, na ja usw. ob das Wasser da unten auch vllt auch so salzig ist und all solche Fragen

Antwort geändert am 30.09.2021 um 20:25 Uhr

 Melodia meinte dazu am 30.09.21:
Bei manchen meiner alten Texte muss ich eher den Kopf schütteln, wenn ich sie heute aus der Schublade krame. Aber das ist ja gut und okay, man lernt dazu und entwicklet sich und seinen Schreibstil weiter.
Ja, wie gesagt wenn es dann doch mal konkreter werden sollte mit dem eigenen Lyrikband, werde ich deine Anmerkung beherzigen und mir den Text noch mal vornehmen.

 EkkehartMittelberg (01.10.21)
Hallo Melodia,
ich wünsche deinem LyrIch noch viele salzige und durstige Tage.
LG
Ekki

 Melodia meinte dazu am 02.10.21:
Hallo,

vielen Dank. Wobei es für das LI doch ganz schön wäre, gelegentlich einfach das Meer zu genießen und seinen Durst zu stillen.

LG

 Ralf_Renkking (02.10.21)
Im Gegensatz zu seinem Antonym wird der Titel seinem Anspruch wenigstens gerecht. 🙂

Ciao, Frank

 Melodia meinte dazu am 02.10.21:
Hey,

da hast du wohl Recht. Ob dem LI das Antonym wohl lieber wäre?

LG und vielen Dank!

 IngeWrobel (02.10.21)
Es ist eigenartig, dass mir gerade heute dieses Gedicht ins Blickfeld kommt ... und sofort Bezug nimmt zu meiner augenblicklichen Gefühlssituation.
Mit dem Titel assoziierte ich Tränen, die ja auch salzig sind, und las weiter...
Ein schönes Poem, das mich tröstend anspricht.
Liebe Grüße von Inge

 Melodia meinte dazu am 02.10.21:
Ich finde es sehr interessant und spannend, wie viele unterschiedliche Interpretationen gefunden werden. Um so schöner, wenn der Text, wie in deinem Fall, etwas Gutes tun kann.

Vielen Dank, liebe GRüße und Kopf hoch!
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