Bestens verstanden

Anekdote zum Thema Gemeinsamkeit

von  eiskimo

Als der junge Mann im Hofladen „von dem Radicchio da“ verlangte und cool auf den „Rucola“ zeigte, verzog die Verkäuferin keine Miene. Sie packte behutsam zwei Handvoll Rucola ab und man hörte ein sehr freundliches:  „Hier ihr Radicchio!“

Da haben sich doch Zwei bestens verstanden. Warum klappt das sonst so selten im Leben?



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Kommentare zu diesem Text


 monalisa (21.01.22, 08:58)
Eine wirklich nette Anekdote, Eiskimo. Ader sie macht auch ein wenig nachdenklich. Ob die unbestritten liebenswürdige Freundlichkeit der Verkäuferin dem Kunden auf lange Sicht einen Dienst erweist?

Liebe Grüße
mona

 eiskimo meinte dazu am 21.01.22 um 09:35:
Danke, liebe Mona!
Ich frage mal anders herum: Müssen wir Andere immer auf irgendwelche Fehler oder Ungenauigkeiten hinweisen?  - klar, wenn einer die falsche Autobahneinfahrt nimmt... Aber echtes Verständnis braucht doch diese 1:1-Genauigkeit gar nicht.
hofft
Eiskimo

 percaperca (21.01.22, 09:15)
Offenbar, lieber eiskimo, gehst Du nicht so oft zum bedienten Einkaufen oder hast keinen persönlichen Zugang zu Einzelhändlern.

Sonst wüsstest Du, dass dort - im beginnenden Zeitalter des digitalen Warenumschlags - der analoge Kunde noch mehr König ist als bisher. Er hat immer recht, und keine versierte Verkäuferin widerspricht ihm.

Gestern war ich dabei, wie auf dem Münchner Viktualienmarkt einer Kundschaft anstandslos die verlangten "vongole versace" (teuer!) verkauft wurden. 

Wie schlau die von Dir beschriebene Händlerin wirklich war, zeigt uns, dass sie dem jungen Mann den Radicchio genauso falsch geschrieben (oder ausgesprochen) verkaufte, wie er ihn bestellt hat. Ein echter Profi, das Mädel, aber nichts Außergewöhnliches!

Heiter

perca

 eiskimo antwortete darauf am 21.01.22 um 09:48:
Mit dem falsch geschriebenen Radichio wollte ich doch nur meine These belegen - eine versierte Leserin sieht´s und ... versteht (grins). Jedenfalls  lass ich es jetzt so stehen.
Zugegeben: Im Analog-Verkauf von Gemüse kenn ich mich nicht aus. Bei Fahrrädern aber könnte ich mitreden. Da sehe ich junge Leute "abfahren" auf coolen Rennrädern, um  in der Stadt auf Kopfsteinpflaster, bei X Ampeln und engsten Fahrradwegen schön zu tun. Ungeeignetere Räder gibt es da nicht. Wer hat die ihnen verkauft? Wirklich gute Verkäufer?
LG
Eiskimo

 percaperca schrieb daraufhin am 21.01.22 um 10:17:
Soso. Kein Rechtschreibfehler, sondern ein beabsichtigter "Kunstgriff"? Na ja.

Die mir bekannten Rennradfahrer sind mehrheitlich keine solchen Deppen, wie Du sie mir beschreibst. Auch das sogenannte Katzenkopfpflaster (wie zwischen Paris und Roubaix) muss man mit der Lupe suchen - selten, dass hier bei uns mal wirklich einer mit einem Defekt unheilbar an der Straße steht. 

Ich seh meistens RentnerInnen, die von ihren E-bikes herunterfallen oder beim Queren der Kreuzung fest damit rechnen, dass die rechts abbiegenden KraftfahrerInnen sie auf dem Schirm haben. Haben sie aber oft nicht.  

"Schön tuende" RennradfahrerInnen kenne ich gar nicht. Nur solche, die mehr Kondition haben und schneller fahren können als ich. Aber das stört mich nicht im geringsten - ich war auch mal jung ...

Freundlich grüßend

perca

 niemand (21.01.22, 11:29)
@ Eiskimo
Oben genanntes Beispiel hinkt ein wenig. Der Käufer hat eindeutig auf Rucola gezeigt, das heißt, dass die Verkäuferin nur bemerkte, dass er einen falschen Namen fürs Gemüse nannte. Somit war es ein Leichtes den "Klugscheisser" nicht heraus zu kehren. Bei solchen "Eindeutigkeiten" bin ich voll Deiner Meinung, dass man da nicht unbedingt klugscheißen muss. Auch bei so mancher Unbedeutenheit wird man sich sicher in puncto "falsche Bezeichnung" verstehen. Bei tragenden/bedeutenden Dingen, die auch schaden könnten, wenn man genauer denkt, bin ich mir nicht ganz sicher, dass Obiges klappen könnte.
Was ich allerdings aus den beiden Kommentaren, dem Deinen und dem von Perca herauslese, ist eine Abneigung gegen  zwei Gruppen, die der Rennfahrer und die der radelnden Rentner.
Ihr schlagt gruppenbedingt drauf, dabei gibt es in jeder der Gruppen, ich sage es mal provokativ "Idioten" die Situationen schaffen, in denen man sich die Haare raufen könnte und die echt gefährlich sind. Auf Einzelheiten will ich nicht eingehen, aber ich weiß als Nur-Radlerin wovon ich spreche :( Und warum "Gemeinsamkeiten" im Leben nicht so klappen wollen, sagt ja schon das Wort "Gemeinsamkeit". Um etwas "klappen zu lassen" müssen beide Seiten etwas Gemeinsames haben. Wesensverwandtschaft/Sensibilität etc. Wenn nicht droht auf jeden Fall Stunk, weshalb auch immer. Der Mensch scheint mir mit seinem Ego auf Krawall gebürstet zu sein. Na, ja auf jeden Fall viele davon.
LG niemand

 eiskimo äußerte darauf am 21.01.22 um 13:00:
Ich stimme Dir zu. Nur in puncto Radrennfahrer eine kleine Korrektur:  Mir ging es nur um eine fehlgeleitete Nutzung von Rennrädern, nämlich als kultige lifestyle-Teile in der Stadt, wo sie mit dünnen Reifen, ohne Licht, Schutzbleche und Gepäckträger einfach nicht taugen. Als klassische Sportgeräte für freie Strecken finde ich die - mitsamt ihrer NutzerInnen - super.
LG
Eiskimo

 percaperca ergänzte dazu am 21.01.22 um 20:16:
Hallo "niemand", gegen deine Behauptung, ich hätte mit

Die mir bekannten Rennradfahrer sind mehrheitlich keine solchen Deppen, wie Du sie mir beschreibst. Auch das sogenannte Katzenkopfpflaster (wie zwischen Paris und Roubaix) muss man mit der Lupe suchen - selten, dass hier bei uns mal wirklich einer mit einem Defekt unheilbar an der Straße steht. 

Ich seh meistens RentnerInnen, die von ihren E-bikes herunterfallen oder beim Queren der Kreuzung fest damit rechnen, dass die rechts abbiegenden KraftfahrerInnen sie auf dem Schirm haben. Haben sie aber oft nicht. 
  
 meine "Abneigung gegen  zwei Gruppen, die der Rennfahrer und die der radelnden Rentner", zum Ausdruck gebracht und, schlimmer noch, "schlüge gruppenbedingt auf sie ein", verwahre ich mich nachdrücklich.

Wenn Du meinen Kommentar sorgfältig gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass ich weder RennradlerInnen noch elektroradelnde Omis verteufelt habe, sondern beiden Gruppen beigesprungen bin. RennradlerInnen sind m. E. keine Deppen; elektroradelnde Omis werden im Stadtverkehr tatsächlich oft überfordert und immer wieder von achtlos abbiegenden Pkws und Lastern erfasst. Das sind traurige Tatsachen. 

Sei bitte in Zukunft etwas achtsamer und bleib bei der Wirklichkeit, "niemand", wenn Du mich öffentlich kritisierst. Nichts gegen Kritik, aber sie sollte schon noch einen Sachbezug haben.

Danke!

perca

Antwort geändert am 21.01.2022 um 20:20 Uhr

 EkkehartMittelberg (21.01.22, 16:55)
Hallo eiskimo, das ist auf jeden Fall eine hübsche Anekdote.. Aber hätte es dem jungen Mann einen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn die Verkäuferin ihn charmant darauf hingewiesen hätte, dass es sich um Ruccola handelte.
LG
Ekki

 eiskimo meinte dazu am 21.01.22 um 17:04:
Hallo, Ekki!
Nein, bekanntlich macht jain so einer Situation  der Ton die Musik - es hätte sogar der Anlass zu einer netten Plauderei werden können.
Mich bewegt an diesem  "Missverständnis" , dass man tatsächlich mit falschen Prämissen erfolgreich kommunizieren kann.  Wenn beide Seiten denselben Übersetzungsfehler machen, hebt sich das ja auf - aus minus minus wird plus.
Kecke Frage: Ist das nicht die Funktionsweise einer Ehe?
schmunzelnde Grüße
Eiskimo

 Graeculus (21.01.22, 17:25)
Meine Vermutung: das hat problemlos und freundlich geklappt, weil A das Geld von B und B auch weiterhin als Kunden behalten wollte.
Wenn sie hingegen Geld zahlen sollen, verstehen viele Menschen notorisch schlecht.

Frage am Rande: Wie hätte sie reagiert, wenn der Kunde nach Rauke gefragt hätte?

Kommentar geändert am 21.01.2022 um 17:27 Uhr

 Graeculus meinte dazu am 21.01.22 um 17:29:
Insofern der Kunde auf die Rucola gezeigt hat, war das wohl kein blindes Verstehen.

Antwort geändert am 21.01.2022 um 17:29 Uhr
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