Die Konjunktivische

Prosagedicht zum Thema Frauen/ Männer

von  Quoth

Wenn du mir ein Seidenblüschen erwürbest,
ein Netz um mein Haar flöchtest,
mich  zum Bahnhof führest,
nicht ratlos auf dem Perron stündest,
sondern dich vor mir auf die Knie würfest,
an meinem kleinen Finger sögest,
nicht länger Liebesschwüre ersönnest,
sondern glaubwürdig um mich würbest
und mir bewiesest, dass du stürbest,
wenn du mich nicht gewönnest,
dann vielleicht – überleg ich es mir.



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Kommentare zu diesem Text


 Graeculus (17.04.22, 13:59)
Das tut gut in Zeiten, in denen "geben würde" nicht einmal mehr auffällt.

 Quoth meinte dazu am 18.04.22 um 09:41:
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - aber auch die Umschreibung mit würde dem Konjunktiv. Freue mich, wenn es Dir gefällt! Gruß Quoth

 AchterZwerg (18.04.22, 08:12)
Sehr apart! Das "Altmodische" passt zu der Form des Antrags.
Mein Großvater gewann übrigens meine spätere Großmutter auf diese Weise - erzählt die Familienlegende.
Die Kräfteverhältnisse der Ehe gaben einen deutlichen Beleg hierfür. :D

Liebe Grüße
der8.

 Quoth antwortete darauf am 18.04.22 um 09:53:
"Apart" war bei meiner Mutter ein hohes Lob, und nun sogar "sehr apart" ... Ja, die Kunst des "Schmorenlassens" ist im Aussterben, dabei war sie vielleicht das Schönste an der Liebe! Vielen Dank für die Familienlegende! Gruß Quoth
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