Mohrenkopf

Text zum Thema Essen/ Ernährung

von  RainerMScholz

Dann schneide ich dem schwarzen Mann mit einem großen Messer den Kopf ab, dass das Blut nur so spritzt. Er schreit, als die Klinge in seinen Hals fährt und zappelt in den Fesseln und windet sich in Todesangst; doch endlich bin ich durch die Wirbel, das Fleisch und die Sehnen; das Haupt rollt unter den Tisch und starrt mich aus leblosen schreckgeweiteten Augen an. Mit dem Fuß angele ich ihn zwischen den Tischbeinen aus der dunklen Lache hervor, hebe ihn mit beiden Händen hoch zu meinem Gesicht und betrachte ihn; ich werde ihm wohl das Haar rasieren müssen, bevor ich ihm die Haut über die Ohren ziehe; danach koche ich ihn in einem großen Topf aus, bis nur der blanke Knochen übrig bleibt. Da ist er jetzt, mein Mohrenkopf, nur was ich mit ihm machen soll, das weiß ich noch nicht. Zuckerschaum durch die schwarzen Augenhöhlen spritzen. Wenn ich den Schädel ein wenig schüttele, klappen die Augenlider auf und zu und der Unterkiefer klafft. Ich lache, denn er spricht zu mir: „Ja, Bwana, Massa, ich tuen guuud. Machen alles für weiße Mann.“ Ha. Ha. Ha.

Am Ende des Flurs brennt noch Licht.



© Rainer M. Scholz



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (03.02.26, 07:26)
Kann es sein, dass du in deiner Freizeit Serientäter bist?  :O
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