Wir bauten Schlösser aus Wasser und Sand,
die Türme wippten wie Flügel kleiner Vögel,
und deine Finger zeichneten Wege
durch den weichen Ozean des nassen Strandes.
Dein Lachen war eine Perlenkette,
der Wind legte sie sanft auf meine Schulter,
und jede Murmel war ein winziger Mond,
auf dem nur wir wandern konnten.
Wir schaufelten Kanäle für Regenflüsse,
ließen Blätter als kleine Flöße treiben,
und jedes Platschen war ein Trommelschlag
im verborgenen Rhythmus des Sommers.
Die Eimer füllten sich mit Träumen,
glühten im Sonnenlicht,
und wir tauschten Geschichten,
die nur die Erde verstand.
Wenn du weggingst, blieb ein Echo,
ein leises Zittern zwischen den Körnern,
als hätten wir Zeit in kleinen Portionen
für uns selbst reserviert.
Ich erinnere mich an die Schatten,
die wir wie scheue Tiere jagten,
und an Wolken, die wir in Händen formten,
bis sie zu Schiffen wurden,
die weit über den Horizont segelten.
Noch heute rieche ich die Sommerluft,
den warmen Boden, der uns trug,
höre das Murmeln deiner Nähe,
das in jedem winzigen Teilchen weiterklingt,
die zarte Ewigkeit einer Kindheit,
in der jeder Augenblick ein ganzes Universum war.
©Sigrun Al-Badri/ 2026