Was blieb im Wind

Gedicht zum Thema Trauer/Traurigkeit

von  Saira

Es war tief in mir verborgen,
doch als du starbst,
strich es flüsternd durch Schatten.

 

Du sagtest einmal,
das Leben sei ein Wind ohne Bleibe,
man müsse ihm folgen,
egal wohin er trägt.
Und wenn ein Blatt davon fällt,
dann tanzt man nur umso zarter
mit dem, das noch an der Zweigspitze hängt.

 

Du warst es, der das Licht in mir entfachte,
das ich so lange vergeblich suchte,
auch wenn du sagtest,
ich sei der stärkere Ast im Sturm.
Verzeih mein leises Schmunzeln,
doch Masken blieben dir fremd.
Zerbrechlich wie Morgentau schienst du,
und doch riss nichts dich entzwei.
Selbst als das Schicksal
wie Nebel über dich kroch,
blieb dein Blick hell,
und deine Augen fanden den Horizont.

 

Wir glitten auseinander,
ohne einander loszulassen.


Es war der lange Tanz
mit einem fremden Echo in dir,
das dich hin und her zerrte,
das nicht weichen wollte.


Vielleicht war es das spöttische Flüstern des Lebens,
dass das Andere in dir
nicht mehr stürmisch tobte,
sondern leise die Kraft aus deinen Wurzeln sog.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (27.04.26, 10:45)
Liebe Saira
Ein wunderschönes Erinnerungsgedicht an einen lieben, wertvollen Menschen. den du verloren hast. Es ist wunderbar. dass du die Erinnerung an ihn hochhälst. Leider ist das Leben eine Einbahnstraße ohne Wendemöglichkeit. Ich rette fast täglich eine Wespe oder eine Hummel. die ständig gegen die Fensterscheibe bummst und zornig oder hilflos dagegen anbrummt. Das muss fürchterlich für das kleine Insekt sein, das licht und die Farben außerhalb der Glasscheibe zu sehen, ohne das unsichtbare Glas durchdringen zu können. Ich stülpe dann ein Glas über das Tier, schiebe einen Zettel unter die Öffnung und entlasse das Insekt durch ein geöffnetes Fenster in die Freiheit.
Ich stelle es mir vor, ich komme durch ein durchsichtiges Material nicht hindurch. Panik würde ich bekommenm.
Ein lieber Gruß Reli

Kommentar geändert am 27.04.2026 um 10:47 Uhr
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