Wiegenlieder und Bahnhöfe

Gedicht zum Thema Ewig/ Ewigkeit

von  Saira

Zwischen den Jahren
bleibt ein Gewebe
aus Atem und Erinnerung,
aus Blicken,
durchwachten Nächten,
und Namen,
im Dunkel geflüstert.

 

Zwischen Wiegenliedern
und fernen Bahnhöfen –
Schlüssel im Schloss,
Lichter
hinter fremden Fenstern.

 

Doch in jenen Herzen,
die einst wachten,
laufen sie noch immer
warmfüßig durchs Sommergras,
leicht
wie Blütenstaub im Wind.

 

Die Zeit zieht Fäden –
durch Abschiede,
Wiedersehen,
Schweigen
zwischen Umarmungen.

 

Und Liebe lernt,
immer stiller zu werden.

 

Bis sie schließlich
ein Netz aus Licht wird,
das lautlos trägt –


selbst das,
was längst entschwindet.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026


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 Neuschöpfung, für das Forum genehmigt



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (08.05.26, 09:49)
Ja, Saira, so ist es, wenn Liebe aus Erinnerungen gewachsen die Zeit überwindet und sich im Jetzt wiederfindet. Erinnerungen an das Morgen, Erwartungen an das Gestern. Sand und Wellenspiel droht es zu überwuchern, aber der Geist ist stark, er lässt sich nicht verdrängen. Er bleibt. Was Bestand hat wird überleben und die Zukunft ausrichten, gestalten, auch wenn wir nicht mehr im realen Leben existieren. Diese gewobenen Brücken werden niemals einstürzen!
DerReli winkt
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