Zwischen den Zähnen

Text

von  Isensee

Schau, sagst du,

wie ruhig sie tanzt
am Rand meiner Zunge.

Konsonanten spannen sich

feucht über ihre Hüften,

die Schuhe noch nicht kalt.

Sie dreht sich, dreht sich,

bis dein Beifall
die Decke mürbe macht.

In ihren Pupillen

deine Handschrift
krakelig, speichelglänzend.

Wenn sie den Mund öffnet,

reißt die Naht auf
und frisst sich zu, frisst sich zu.

Hinter deinem Gaumen

rollst du es

bis es nach Eisen kippt,

nach altem Zahnfleisch,

nach dem, was einmal

ihr eigener Geschmack war

war
war.

Jetzt lächelst du,

während sie sich weiterdreht

in deinem Maul

lautlos

mit deiner Stimme

die nicht aufhört

die nicht aufhört
die nicht aufhört.






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Kommentare zu diesem Text


 Aber (08.05.26, 21:06)
Aus der Mottenkiste der Achtziger, lieber Easy. Du kannst auch Modern Style, oder?

 Isensee meinte dazu am 08.05.26 um 21:11:
Modern ist nicht, was sich reduziert liest, sondern was sich konsequent verhält. Hier spricht keine Nostalgie, sondern eine Sprache, die Material ist. Wer darin nur Stil erkennt, hat das System nicht gelesen, sondern seine Gewohnheit.

 Isensee antwortete darauf am 08.05.26 um 21:11:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 08.05.2026 um 21:12 Uhr wieder zurückgezogen.

 Isensee schrieb daraufhin am 08.05.26 um 21:11:
Die ursprüngliche Antwort wurde am 08.05.2026 um 21:12 Uhr wieder zurückgezogen.

 Aber äußerte darauf am 08.05.26 um 21:12:
Du bist süß.
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