Wenn die Stille einkehrt, kommt sie nicht leise. Sie trägt den Staub zerfallener Häuser in den Taschen, den Geruch von Eisen, den Schlaf der Kinder, die keiner mehr weckt.
Die Fenster sehen hinaus wie blinde Augen. Über den Straßen hängt der Abend schief und ausgefranst.
Jemand sammelt einen Knopf auf, eine verbrannte Fotografie, den halben Satz eines Briefes.
Die Hunde bellen nicht mehr. Selbst der Wind spricht vorsichtiger.
Und plötzlich ist jedes Geräusch zu groß: ein Löffel im Glas, ein Schritt im Flur, das Atmen der Mutter neben der Tür.
Wenn die Stille einkehrt, beginnt das Zählen. Nicht der Siege. Nicht der Länder. Sondern der Namen.
Und irgendwo unter derselben müden Nacht legt ein Mensch die Hand auf die Erde, als könnte sie den Schmerz behalten und endlich lernen, kein Schlachtfeld mehr zu sein
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